Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... 15°C

Kampagne für mehr Sonnenenergie: Kreis Groß-Gerau will mehr Solardächer

Am 20. November fällt im Landratsamt des Kreises Groß-Gerau der Startschuss für die Kampagne „Dächer braucht der Kreis“. Ziel ist es, Bürger zu motivieren, wieder mehr Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen in ihrem Zuhause zu installieren.
Der Kreis Groß-Gerau möchte seine Bürger mit einer neuen Kampagne zur Installation von Solaranlagen motivieren. Bisher werden lediglich 4,5 Prozent des Strombedarfs in Hessen durch Photovoltaikanlagen gedeckt. Foto: Harald Lange (37482542) Der Kreis Groß-Gerau möchte seine Bürger mit einer neuen Kampagne zur Installation von Solaranlagen motivieren. Bisher werden lediglich 4,5 Prozent des Strombedarfs in Hessen durch Photovoltaikanlagen gedeckt.
KREIS GROß-GERAU. 

Der Ausbau von Photovoltaik- und Solarthermie-Anlagen ist ins Stocken geraten. Aktuell werden lediglich 4,5 Prozent des Strombedarfs in Hessen durch Photovoltaikanlagen gedeckt. So wird nur ein geringer Teil des vorhandenen Potenzials genutzt. „Der Kreis Groß-Gerau hat sich jedoch bereits 2009 mit einem Kreistagsbeschluss große klimapolitische Ziele gesteckt“, informiert Hendrik Frey vom Fachbereich Wirtschaft und Energie der Kreisverwaltung Groß-Gerau. „Der Kreis hat damals beschlossen, Kohlendioxid einzusparen und den Stromverbrauch durch erneuerbare Energien zu decken.“

Mittlerweile betreibe der Kreis auf 21 eigenen Gebäuden Photovoltaikanlagen. In weiteren kreiseigenen Liegenschaften, wie beispielsweise Schulen, wird Wärme unter anderem, durch Blockheizkraftwerke erzeugt, so Frey. „Der Kreis geht mit gutem Beispiel voran“, sagt der erste Kreisbeigeordnete, Walter Astheimer (Grüne).

Vergütung gesunken

Am Montag will die Kreisverwaltung mit der neuen Kampagne „Dächer braucht der Kreis“ auch die Bürger motivieren, wieder mehr Photovoltaik- oder Solarthermie-Anlagen auf ihren Dächern zu installieren. Die Auftaktveranstaltung findet am Montag ab 18 Uhr im Landratsamt statt.

Zum Stromspeichern braucht es eine zusätzliche Anlage

Laut Kreis-Mitarbeiter Hendrik Frey kann eine Solaranlage auf nahezu jedem Dach installiert werden. Die Kosten beliefen sich je Kilowatt installierter Leistung auf circa 1600 Euro, wobei eine Photovoltaikanlage

clearing

Der Grund, weshalb der Ausbau derartiger Anlagen ins Stocken geraten ist, sei der Tatsache geschuldet, dass die Einspeisevergütung von zehn Prozent auf nur noch zwei bis fünf Prozent gesunken sei, so der Mitarbeiter des Fachbereichs. „Damit ist leider ein großer Anreiz verloren gegangen.“

Vorher habe sich die Investition in eine Solaranlage durch die Einspeisevergütung – die Besitzer einer Anlage können ihren erzeugten Strom in das Netz einspeisen und erhalten dafür Geld – recht schnell gelohnt. Doch mit zurzeit 12,20 Cent pro Kilowattstunde Einspeisevergütung bei Anlagen bis zehn Kilowatt dauere es nun eben länger, bis die Anlage abbezahlt sei und man vom Verkauf des eigenen Stroms profitiere. „Obwohl man mit einer Photovoltaikanlage noch immer mehr Prozentpunkte erhält, als wenn man sein Geld auf der Bank anspart“, bemerkt Frey.

„Viele Besitzer einer Solaranlage speisen den eigenen Strom nun nicht mehr ausschließlich in das Netz ein, sondern nutzen ihn für das eigene Haus“, erklärt Frey. Das sei um einiges wirtschaftlicher als die Einspeisung. „Wenn man dazu noch in eine Speicheranlage investiert und mit Bedacht plant, kann man sich fast vom Stromnetz unabhängig machen“, so der Experte.

Bei der Auftaktveranstaltung der Kreiskampagne am Montag werde es mehrere Vorträge zum Thema geben. Der Verein Sonneninitiative werde unter der Überschrift „Vorteil Solarstrom – mit dem eigenen Dach Geld sparen“ das Thema Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage beleuchten. Vertreter der Hessen Agentur werden das Thema Solarkataster aufgreifen.

Hessen von oben

„Dabei wurde ganz Hessen abgeflogen. Die Agentur hat so Fotos der Dächer erstellt. Die Besucher werden darüber informiert, wie sie anhand der Eingabe ihrer Wohnadresse herausfinden können, ob ihr Hausdach für die Installation einer Solaranlage geeignet ist“, erklärt Frey.

Dabei werde auch die vorherrschende Ansicht korrigiert, dass sich nur nach Süden ausgerichtete Dächer eignen. „Tatsächlich sind auch Ost- und West-Dächer geeignet“, stellt Frey klar. Dann werde der Strom schwerpunktmäßig am Morgen und am Abend erzeugt. „Tagsüber sind die meisten Menschen ohnehin auf der Arbeit.“

Am Montag werden neben Installationsunternehmen auch Bürger vor Ort sein, die bereits eine Solaranlage auf ihrem Dach haben. „Sie werden von ihren Erfahrungen berichten und stehen – wie die Experten – für Fragen zur Verfügung“, informiert Frey.

Der Auftaktveranstaltung soll im März an selber Stelle ein weiteres Event folgen, so der Mitarbeiter des Fachbereichs Wirtschaft und Energie. Dann sei die Zielgruppe mit Unternehmen und Firmen jedoch eine andere.

Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse