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Malerei: Künstlerinnen stellen im Haus der Senioren aus

Wer seit vielen Jahren malt und erfährt, wie das Können und die Freude an der Arbeit stetig wachsen, der möchte bisweilen auch Betrachter teilhaben lassen am Kunstgenuss: Im Haus der Senioren stellen jetzt zehn Frauen einer freien Malgruppe aus.
Präsentieren eines der Bildes (von links): Sylvia Knöll, Christa Konrad, Monika Genné und Christa Westhoven. Bilder > Präsentieren eines der Bildes (von links): Sylvia Knöll, Christa Konrad, Monika Genné und Christa Westhoven.
Rüsselsheim. 

Je leichter das Malen von der Hand geht, je größer die Freude an der eigenen Arbeit, desto überzeugender gelingt das Bild. Beim Rundgang entlang der 16 ausgestellten Bilder im Haus der Senioren stellten die Malerinnen Christa Konrad und Christa Westhoven fest: „Allzu großes Bemühen schlägt sich im Bild nieder und schmälert am Ende auch die Freude des Betrachters.“ Wo indes das Malen frank und frei vonstatten ging, wo die Künstlerin ihrer Idee in reeller Einschätzung ihrer Fertigkeiten folgt, entstehen bezaubernde Darstellungen – seien es südliche Landschaften, markante Gebäude, minutiös gezeichnete Pflanzen oder aparte Stillleben.

Konrad und Westhoven sind zwei der zehn Malerinnen über 60 Jahre, die sich donnerstags im Atelier des Hauses der Senioren treffen. Dank Tanja Berz von der Leitstelle Älterwerden, die hier im ersten Stockwerk neben dem Atelier ein Büro hat, haben die Malerinnen nun Gelegenheit, mit einer Ausstellung im großen Saal Einblick in ihre Arbeit zu geben.

Zur Vernissage schwärmte Berz vom kreativen Tun, dessen unmittelbarer Zeuge sie schon oft geworden sei. „Es ist faszinierend, im Atelier Mäuschen zu spielen und die Künstlerinnen, die immer wieder neue Techniken ausprobieren und doch allesamt ihren eigenen Stil pflegen – ob Aquarell, Acryl, Öl oder Bleistiftzeichnung – beim Arbeiten zu beobachten“, sagte sie.

Gut besucht

Gut besucht war die Vernissage, der Seniorenbeirat sprach ein Grußwort, Mitglieder der Arbeiterwohlfahrt (Awo) und des Sozialverbandes VdK, die im Haus der Senioren ihre Treffen ausrichten, sowie Ehemänner und ein Enkelkind waren gekommen. Tanja Berz lud die Malerinnen ein, ihre sorgsam platzierten Bilder beim Rundgang vorzustellen: Da war die Flörsheimer Warte in ihrer trutzigen, steinernen Rundlichkeit zu bewundern, die Christa Westhoven gemalt hat. Da entzückte die minutiös und zart ausgearbeitete Irisblüte, die Sylvia Knöll aufs Blatt gebracht hat oder auch das schattenreiche, in verwischten Blautönen atmosphärisch dichte Landschaftsaquarell von Monika Genné. Stimmungsvoll ist auch die in satten Farben gemalte griechische Küstenlandschaft von Christa Konrad.

„Wir erleben eine Vielfalt der Malerei, die unser holzgetäfelte Café kunstvoll bereichert“, so Tanja Berz.

Es ist bereits die dritte Ausstellung mit Bildern aus Seniorenmalgruppen, die sie initiiert hat und die bezeugen, welch kreatives Schaffen im Hause herrscht: Das Alter spielt bei der Entfaltung kreativer Potenziale keine Rolle. Vor allem Frauen finden nach Jahren der Fürsorge für die Familie und nach dem Berufsleben nun Zeit für die eigene Ausdruckssuche.

„Die freie Donnerstagsmalgruppe, die sich alle 14 Tage im Atelier des Hauses trifft, gibt es seit Jahrzehnten, doch von den Gründern – es waren die unvergessenen Franz Pachauer, Odette Kowalski und Charlotte Eberhardt – ist keiner mehr dabei“, berichtete Sylvia Knöll am Rand der Bildbetrachtung.

Tipps vom Profi

Parallel zur künstlerischen Tätigkeit in der freien Gruppe sind einige Frauen auch in den von Elke Kemper angeleiteten Malkursen aktiv, profitieren dort von professionellen Tipps und probieren hier im unangefochten freien Schaffen couragiert auch mal was Neues aus. „Wir lernen beim Malen immer dazu, kommen immer ein Stückchen weiter“, sagt Christa Westhoven.

Bis Anfang Februar 2018 sind die Bilder der Künstlerinnen zu sehen. „Vielleicht ermuntern sie ja weitere Senioren, sich unserer malfreudigen Gruppe anzuschließen. Jeder kann kommen, jeder arbeitet entsprechend seines Könnens“, betonten die Malerinnen.

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