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Podiumsdiskussion: Kulturschaffende diskutieren das Thema Freiheit

Die Betriebe von Kultur 123 eröffneten mit einer experimentellen Diskussionsrunde mit Kulturschaffenden die neue Saison mit dem Fokus Freiheit. Dabei wurde das Thema von allen Seiten beleuchtet – und auch das Publikum durfte mitreden.
Kontrovers: Die „Impulsgeber“ diskutieren das Thema Freiheit auf dem Podium. Kontrovers: Die „Impulsgeber“ diskutieren das Thema Freiheit auf dem Podium.
Rüsselsheim. 

Von einer beginnenden Tradition spricht Eckhard Kunze, Betriebsleiter von Kultur 123, in seinem Grußwort zu Anfang der Auftaktveranstaltung zum Saison-Fokus Freiheit. „Disziplinübergreifend“ werden die Betriebe Kultur & Theater, Volkshochschule, Stadtbücherei und Musikschule den Begriff behandeln – eine große Aufgabe, betrachtet man den Freiheitsbegriff einmal genauer. Vor jener Aufgabe standen die vier geladenen Diskussionsgäste, die an dem experimentellen Abend die Dimension von ihrer Warte aus, aber auch in Kooperation mit dem Publikum beleuchten sollten. Souverän moderiert von Kristina Oldenburg, Beraterin und Coach, bot der Abend Einblick in vier unterschiedliche kluge Köpfe: Musiker Henrik von Holtum, Regisseurin Sabine Bernardi, freie Autorin Regula Venske und der ehemalige Direktor der VHS Wiesbaden Hartmut Boger hatten in der ersten Hälfte der Veranstaltung das Podium für sich.

Thema mit Brisanz

Bernardi setzte ihren Schwerpunkt auf Freiheit der Identitätsfindung und -bestimmung, aber auch auf Bildung als Schlüssel zum Frei-Sein. Venske sprach als Präsidentin der Schriftstellervereinigung PEN über die Meinungsfreiheit und über deren Bedrohung durch verschiedene Akteure – ein Thema mit Brisanz, nicht zuletzt, wie sie erklärte, durch die Entwicklungen in der Türkei.

Von Holtum, der mit seiner Begeisterungsfähigkeit für Hip-Hop und Skateboarding unkonventionell herausstach, erhielt viel Zuspruch vom Publikum für seine Beschreibung von Angst als Hemmnis sowie Kreativität als Hebel der Freiheit. Abschließend brachte Boger den Aspekt des Schicksals in die Freiheitsdiskussion ein. Die Wertschätzung von Freiheit müsse der „Illusion völliger Selbstverantwortung“ weichen.

Dass das vielfarbige, rund anderthalbstündige Plädoyer über Freiheit nicht unkommentiert blieb, war zu erwarten – zumal das Publikum vor Beginn der Veranstaltung seine persönliche Freiheitsbedeutung auf Zettel schreiben durfte, die nach der Pause von Oldenburg nach dem Zufallsprinzip zur Diskussion auswählte. Die Rolle des Publikums als Reflektor, Katalysator, Weiterdenker der Freiheitsdimension führte zu einem lebhaften Austausch von Kulturschaffenden und Zuschauern, die auf der Bühne des Theaters auf Augenhöhe sprachen.

Live-Zeichner bebildert

Die Gestaltung des Abends verlief alles andere als gewöhnlich: Daheimgebliebene Interessierte konnten via Live-Stream das Geschehen online verfolgen, die Mainzer Musiker Lukas Ruschitzka (Klavier/Keyboard) und Pit Marquardt (Schlagzeug) verliehen den Inhalten musikalisch eine improvisierte Bebilderung, der Live-Zeichner Martin Burkhart setzte die Gespräche auf einer Leinwand illustratorisch um. Nach drei Stunden wurden die rund 70 Gäste in die Nacht entlassen. Sie nahmen neue Gedanken mit: Wie wollen wir Freiheit gestalten? Können wir das überhaupt? Kultur 123 wird den Fragen in den kommenden Monaten nachgehen.

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