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Mitmachen: „Man ist nie zu alt für die Feuerwehr“

Einmal ausprobieren, wie die Feuerwehr arbeitet? Das durften Besucher beim Tag der offenen Tür in Haßloch. Die Einsatzabteilung braucht nämlich Verstärkung.
Der Einsatz am Auto sorgt bei den Besuchern für großes Staunen. Der Einsatz am Auto sorgt bei den Besuchern für großes Staunen.
Haßloch. 

Marcel Zusch schreitet mit der hydraulischen Schere auf das Fahrzeug zu. Er stemmt das 20 Kilogramm schwere Arbeitsgerät hoch und setzt es an den Rahmen an. „Jetzt müssen sie mal zur Seite gehen“, fordert Feuerwehrmann Fabian Binder den Fotografen des Echo auf. „Gleich fällt die Tür raus.“

Er lässt sie allerdings nicht scheppernd zu Boden fallen, sondern hebt sie sachte heraus. Zusch legt die Schere ab. „Das war schon anstrengend, da weiß man, was man geleistet hat“, resümiert er. Binder erklärt derweil, dass die realen Situationen mit umgekippten oder an der Leitplanke hängenden Fahrzeugen den Einsatz noch mal erschweren.

Gezielt Leute einbinden

„Wir wollten heute gezielt die Leute einbinden“, informiert Thomas Lorenz, der stellvertretende Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Haßloch, und schaut über den Hof der Feuerwache. Dort schaut es ein bisschen aus wie bei einem Großeinsatz. Gewimmel, Geräte und Geräusche bestimmen das Bild. Hier zerkleinert ein Besucher mit der hydraulischen Schere das Auto, dort versucht sich ein anderer an einem Feuerlöscher. Aus einem Zelt dringt dichter Rauch, die Besucher dürfen sich in Montur hineinwagen. Ohne Wärmebildkamera geht die Sicht gegen Null.

Die Feuerwehr stellt sich bei ihrem Tag der offenen Tür erstmals mit einem abwechslungsreichen Parcours ihren Besuchern vor. Das liegt inzwischen bei vielen Freiwilligen Feuerwehren im Trend. „Die Leute sollen mal erleben, unter welchen Umständen wir arbeiten“, nennt Lorenz den Anlass des riesigen Aufwandes.

Wenn die Stationen für die jungen Gäste eher etwas zum Zuschauen und zum Staunen sind, dürfen sie dennoch in das Geschehen eingreifen. Mit einer Kübelspritze Wasser in den Schlauch pumpen und mit einem echten Strahlrohr Bälle von Warnpylonen spritzen, erfordert Ausdauer und Geschick.

Dass die Erwachsenen im Vordergrund stehen, hat durchaus seinen Grund, erläutert Lorenz. Hauptquelle der Einsatzabteilung ist die Jugendfeuerwehr, die im Verbund mit der Feuerwehr Königstädten betrieben wird und derzeit acht Jungen und zwei Mädchen zählt. „Quereinsteiger gibt es so gut wie gar nicht“, berichtet der stellvertretende Wehrführer.

Die Einsatzabteilung zählt aktuell 23 Männer und zwei Frauen. „Mit der Zahl sind wir auf keinen Fall zufrieden“, nimmt Lorenz kein Blatt vor den Mund. Durch Schichtdienst oder persönliche Umstände steht nicht immer jede Einsatzkraft zur Verfügung. Die Feuerwehr benötigt aber Tag und Nacht immer Leute.

Quereinsteiger bedeutet, auch in einem höheren Alter bei dem Rettungsdienst anfangen zu können. „Man ist nie zu alt für die Feuerwehr“, lautet denn auch der Hinweis des stellvertretenden Feuerwehrchefs.

Grenze erreicht

Die ganz jungen mischen bereits bei der Kinderabteilung mit. Bei 13 Jungen und zwei Mädchen ist die Kapazitätsgrenze indessen bereits erreicht. Vier Kinder finden sich auf der Warteliste wieder. Was muss man mitbringen, um der Einsatzabteilung beitreten zu können? Spaß, Motivation und Mannschaftsgeist ist eigentlich alles. Neulinge brauchen keine Angst vor den Geräten zu haben und müssen auch nicht vor Kraft strotzen. Zumal es von der technischen Hilfeleistung über die Brandbekämpfung bis hin zur Einsatzzentrale verschiedene Aufgaben gibt.

Wer sich an den Stationen ein Bild davon gemacht hat, kann seinen Hunger stillen und seinen Durst löschen. Der Feuerwehrverein mit Frank Schüssler an der Spitze sorgt für das leibliche Wohl. Der Verein hatte sich Anfang des Jahres von der Einsatzabteilung getrennt, weil die Aufgaben in dieser Organisationsform geordneter gemeistert werden können, war für die Besucher zu erfahren.

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