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Schnittkurs: Mit diesen Tricks bleiben Ihre Bäume gesund

Knapp ein Dutzend Interessierte kamen zum Schnittkurs des Obst- und Gartenbauvereins Trebur. Was Walter Heinz erläuterte, stand vor dem Hintergrund einer in diesem Jahr äußerst mageren Apfelernte.
Wenn Walter Heinz zuschneidet, fallen die Äste wie die Haare beim Friseur. Wenn Walter Heinz zuschneidet, fallen die Äste wie die Haare beim Friseur.
TREBUR. 

Wenn Walter Heinz Hand an einen Obstbaum gelegt hat, sieht es danach auf dem Boden so ähnlich aus wie im Friseursalon, in dem eine Horde Hippies ihre Haare gelassen haben. Haare und Äste haben ja eines gemeinsam: Sie wachsen kräftig und müssen ab und zu geschnitten werden. Wer in seinem Garten einen Obstbaum stehen hat, der muss jetzt an das Zurechtschneiden gehen, soll es auch im kommenden Jahr reiche Ernte geben.

Ein ordentlicher Zuschnitt der alten Zweige, so der Rat von Walter Heinz, fördere die anstehende Ernte. Walter Heinz ist von Beruf Informatiker, aber bereits seit 25 Jahren im Obst- und Gartenbauverein aktiv. Wenn er zur Schere greift, dann nach dem Motto „Lieber etwas mehr als zu wenig“. Der Laie mag sich wundern, aber ein ordentlicher Zuschnitt hält den Baum auf Dauer gesund.

„Ein Obstbaum sollte drei bis vier sogenannte Leitäste haben, auf keinen Fall mehr“, erläutert der Fachmann und schneidet einen überflüssigen Leitast ab. „Weg damit.“ Knorrig sehen die mehr als hundert, viele Jahrzehnte alten Obstbäume aus, die auf der Anlage des Obst- und Gartenbauvereins stehen. Es sind überwiegend Apfelbäume, die unter anderem selten gewordene Sorten wie Melrose, Gala Mondial oder auch Alkmene tragen.

Lässt man die Bäume einfach wachsen, treiben sie munter nach allen Seiten aus. „Sehr viel pflegeleichter sind diese Säulenbäume“, präsentiert Walter Heinz auf einem Foto ein solches Exemplar, das gerade und ordentlich wächst und keine klassische Krone ausweist. „Ein solcher Säulenbaum ist wesentlich pflegeleichter, auch was das Zuschneiden angeht.“ Sozusagen ein Obstbaum für Anfänger.

Wenn Walter Heinz im September den Schnittkurs in der Anlage des Obst- und Gartenbauvereins abhält, hängen die Apfelbäume der Anlage normalerweise voller Früchte. Die unterschiedlichen Apfelsorten – von süß bis hin zu sauer – verströmen einen Duft, der Lust darauf macht einfach mal reinzubeißen.

Doch in diesem Jahr herrscht Tristesse. Die Ernte ist mehr als mager ausgefallen. Die Frostnächte im April haben ihren Tribut gefordert.

Auch bei den Apfelbäumen von Alfred Kunert. „Ich habe in mehreren Nächten sogar Feuer angezündet, um mit der Wärme das Schlimmste zu verhindern“, erzählt er am Rande des Schnittkurses. Genutzt habe es kaum etwas. Statt der normalerweise mehr als 20 Zentner Äpfel habe es in diesem Spätsommer bei ihm lediglich einige Körbe voll gegeben. Bleibt also bereits jetzt schon die Vorfreude auf den Frühherbst 2018 – ohne zerstörerische Frostnächte im Frühling.

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