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Elfjährige Rüsselsheimerin: Nachwuchstalent gehört dem Kader des Pferdesportverbands Hessen an

Seit knapp einem Jahr reitet die 11 Jahre alte Vivien Lang für den Reitsportverein Rüsselsheim (RSVR). Und das mit großem Erfolg. In diesem Januar wird die Dressurreiterin in den Kader des Pferdesportverbands Hessen aufgenommen.
Vivien Lang reitet seit diesem Januar im Kader des Pferdesportverbands Hessen. Die sportliche elfjährige Rüsselsheimerin ist damit eine der jüngsten Nachwuchstalente. Vivien Lang reitet seit diesem Januar im Kader des Pferdesportverbands Hessen. Die sportliche elfjährige Rüsselsheimerin ist damit eine der jüngsten Nachwuchstalente.
Rüsselsheim. 

Vivien Lang ist aufgeregt. Stolz erzählt sie an diesem Abend im Stall des Reitsportvereins Rüsselsheim (RSVR), wie sie auf ihrem Pony Donizetti bei einer Sichtung des Hessenkaders vor Kurzem eine wichtige Dressurprüfung mit Erfolg absolviert hat. „Ich wurde zu dieser Sichtung eingeladen. Man hat wohl gesehen, dass ich bei den Kreismeisterschaften in Trebur gewonnen habe. Außerdem konnte ich mich in diesem Jahr in zwei Dressuren der L-Klasse platzieren“.

Bei der Sichtungsprüfung für den Kader des Pferdesportverbands Hessen musste jedes Detail stimmen, berichtet auch Sascha Lang, der Papa von Vivien, ernst. „Wir mussten jedes Haar von Donizetti einflechten. Das Pony meiner Tochter wurde vorher gestriegelt und zurechtgemacht. Auch Viviens Kleidung musste stimmen.“

Bei einer Kadersichtung werde auf jede Kleinigkeit geachtet, fügt auch Mama Sandra Lang hinzu. Es werden nicht nur die Reitkünste, sondern auch das Potenzial des Pferdes beurteilt. Auf das Ergebnis der Sichtungs-Jury müsse man danach einige Zeit warten. „Das war echt hart“, gibt Vivien zu.

Früh angefangen

Durch ihre Mutter habe sie ihre Leidenschaft für den Reitsport entdeckt, erinnert sich Vivien und lacht. Die Elfjährige ist gar nicht schüchtern. Offen erzählt sie von ihrem Sport. „Ich bin schon als kleines Kind mit meiner Mama auf dem Pferd geritten. Schon mit drei Jahren habe ich dann damit begonnen, auf dem Hof von Karl-Herrmann Raab Unterricht zu nehmen. Damals hatte ich schon mein erstes Shetlandpony. Es hieß Pünktchen“, berichtet die Elfjährige.

Schnell habe sich herausgestellt, dass Vivien ein Talent für den Reitsport habe, sagt die Mutter. „Vivien durfte ein paar Jahre später sogar in der Führzügelklasse in der Frankfurter Festhalle starten“, erzählt Sandra Lang.

Dass Vivien vor den Pferden keine Angst hat, ist auch beim Gespräch im Stall des RSVR zu erkennen. Unbekümmert begrüßt die Jugendliche die Pferde und bewegt sich entspannt zwischen den Vierbeinern. Ihr eigenes Pony Donizetti steht in einem Stall in Wallau. „Das ist dem Umstand geschuldet, dass wir keine Einsteller mehr aufnehmen können“, erklärt Cora Feldmann, Vorsitzende des RSVR. „Vivien kann aber jederzeit mit ihrem Pony hierherkommen und trainieren. “

Seit einem Jahr erhalte sie in Wallau Reitunterricht von Trainerin Cornelia Guhl. „Durch Frau Guhl habe ich mich in dieser kurzen Zeit sehr verbessert“, sagt Vivien. Sie habe jeden Tag Reitunterricht, immer nach der Schule. „Ich besuche die fünfte Klasse der Immanuel-Kant-Schule. Dort werde ich auch von den Lehrern und der Schulleitung sehr in meinem Sport unterstützt. Alle haben sich ganz toll mit mir gefreut, als ich erfahren habe, dass ich ab Januar im Kader des Pferdesportverbands Hessen reiten darf“, erzählt die Schülerin.

Früh im noch neuen Jahr stehe das erste Kadertreffen an. „Dann lerne ich die anderen Mitglieder des Kaders und den Landestrainer kennen“, berichtet Vivien. Die acht bis zehn Jugendlichen im Kader seien zwischen 11 und 16 Jahren alt. Vivien gehört also zu den Jüngsten. Das Training werde ab der Aufnahme in den Kader zwischen ihrer Heimtrainerin Cornelia Guhl und dem Landestrainer abgestimmt. „Danach wird es dann zu regelmäßigen Treffen kommen, bei denen auch meine Fortschritte und die meines Pferdes begutachtet werden.“

Klare Ziele

Die Elfjährige erzählt diese Details ganz abgeklärt. Stressen lasse sie sich durch den enormen Leistungsdruck nicht. „Mein großes Ziel ist das Erreichen des goldenen Reitabzeichens“, sagt sie fast bescheiden. Ein Bonus der Mitgliedschaft im Hessenkader sei zudem, dass die Reiter zu Turnieren eingeladen werden, bei denen ihnen eine Teilnahme sonst verwehrt bliebe. „Darauf freue ich mich sehr“, gibt Vivien zu.

Natürlich würde ein Traum in Erfüllung gehen, wenn sie aus ihrer Leidenschaft für das Reiten später einen Beruf machen könnte. Doch das sei auch sehr teuer. Denn die Pferde müssten immer selbst gekauft werden. Erst wenn man es zu den Besten Deutschlands geschafft habe, gebe es Sponsoren. Wieder ist die Elfjährige erstaunlich bodenständig: „Hauptsache, ich kann nach dem Schulabschluss mit Tieren arbeiten. Damit wäre ich schon total glücklich.“ Sagts und streichelt fast träumerisch durch die Mähne des Pferdes, das gerade neben ihr steht.

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