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Interview: Nadira Horf führt bei der Saalbau-Theatergruppe

Die Saalbau-Theatergruppe „Bambinis“ begeisterte am Wochenende mit dem Stück „Gespensterburg AG“ ihr Publikum. Neben den Darstellern hat Nadira Horf maßgeblichen Anteil am Erfolg. Im Zusammenwirken mit Silvia Neugeborn war es ihre erste Regiearbeit. Unser Mitarbeiter Rainer Beutel hat sie gefragt, wie sie ihre neue Rolle interpretiert.
Nadira Horf, die neue Regisseurin der „Saalbau-Bambinis“, hilft den Kindern beim Schminken. Bilder > Foto: RBEUTEL PRM Nadira Horf, die neue Regisseurin der „Saalbau-Bambinis“, hilft den Kindern beim Schminken.
NAUHEIM. 

Frau Horf, die beiden Aufführungen am Wochenende waren Ihre Premiere als Regisseurin. Wie aufgeregt waren Sie?

NADIRA HORF: Ich war super aufgeregt. Wahrscheinlich fast aufgeregter als die Kinder. Ich hätte gar nicht gedacht, dass man sich als Regisseurin so verrückt macht. Aber man will natürlich, dass alles passt, dass die Kinder Spaß haben und das Publikum begeistert ist.

Was ist anders als Regisseurin im Vergleich zur Schauspielerei?

HORF: Als Regisseurin hast du nicht nur deinen eigenen Charakter, den du irgendwie unter Kontrolle kriegen musst, sondern du siehst jede einzelne Rolle, und jeder Darsteller ist ganz speziell. Aber man möchte, dass alle strahlen können. Jedes Kind ist so einzigartig und geht so in seiner Rolle auf, da möchte man einfach alles rausholen, was geht. Man hat natürlich noch den ganzen Stress: Was ziehen die Kinder an, wie wird das Make-up, was macht die Technik, wie soll das Bühnenbild aussehen und, und, und. . .

Woran haben sie mehr Spaß?

HORF: Ich glaube, das kann man gar nicht sagen, das ist absolut nicht miteinander vergleichbar. Mir ist es wichtig, den Verein weiterhin zu unterstützen, ob jetzt auf oder hinter der Bühne. Da mir als junger Mutter momentan die Probenzeit bei den Erwachsenen nicht so leicht fällt, versuche ich mich eben mal bei den Kids.

Und das funktioniert einfach so?

HORF: Na ja, ich muss sagen, ich war mir am Anfang sehr unsicher, aber es hat mir sofort riesengroßen Spaß gemacht. Da ist man 24 Stunden Mama von nur einem Kind und nimmt sich quasi eine Auszeit, um ins Theater zu gehen – und dann hat man ruckzuck mal 16 Kinder zu betreuen. Also von meiner anfänglichen „Auszeit“ bin ich ganz schnell abgekommen. Aber wie gesagt, das alles würde ich ja nicht machen, wenn’s nicht so einen Spaß machen würde.

Was ist besonders schwierig beim Regieführen?

HORF: Geduld, Geduld ist mein ganz, ganz großes Problem. Es sind natürlich Kids, und man darf nicht immer gleich die größten Dinge erwarten. Obwohl die wirklich super talentiert sind und auch super schnell mitmachen. Aber es sind nun mal Kinder und keine Erwachsenen. Da muss man sich erst mal rein finden.

Aber Sie mögen die Arbeit mit Kindern, oder?

HORF: Oh ja, ich glaube, mir liegt es, mit den Kindern ganz normal umzugehen. Ich denke, ich kann mich ganz gut mit ihnen auf eine Ebene stellen. Ich behandele sie nicht unbedingt als Kinder, das schätzen sie auch sehr, glaube ich. Natürlich helfe ich bei einigen Sachen, gerade bei den ganz Kleinen. Aber bei den größeren oder reiferen Kindern lassen sich Aufgaben abgeben. Die freuen sich dann, dass man ihnen etwas zutraut. Alle müssen lernen, ein bisschen Verantwortung zu übernehmen.

Wie wirkt sich das aus?

HORF: Oftmals haben Kinder eine ganz andere Sichtweise auf das ganze Geschehen auf der Bühne. Wir Erwachsenen, wir denken so viel nach und wir sind oftmals so verkrampft in unserem Denken. Die Kinder kommen dann mit ganz logischen Fragen, und du denkst dir: Ja, stimmt eigentlich, warum ist das so oder so? Die sind einfach auf eine ganz eigene Art total aufmerksam für jedes kleine Detail.

Ist es als Regisseurin vorteilhaft, selbst schon mal geschauspielert zu haben?

HORF: Ja, definitiv. Zum Beispiel wenn man auf der Bühne schreien oder singen muss oder irgendetwas, was einem unangenehm ist, da kann man sich super rein versetzen und zwingt denjenigen dann nicht, das direkt vor der ganzen Gruppe zu machen. Manchmal ist es einfacher, so etwas erst alleine zu proben. Sich wohl auf der Bühne fühlen, das ist ja die Hauptsache.

Was kommt für Sie als nächstes: eine neue Regie oder sehen wir Sie wieder als Darstellerin?

HORF: Also die „Bambinis“ begleite ich natürlich weiterhin. Aber ich habe riesengroße Lust, auch wieder selber auf der Bühne zu stehen. Wo und womit steht noch in den Sternen.

Und was ist Ihre Traumrolle?

HORF: Puh. Ich glaube, es gibt keine wirkliche Traumrolle. Jede Rolle hat ihre Herausforderung. Genau das ist ja das Spannende bei uns im Verein. Man wird nicht in eine Schublade gesteckt und bleibt dort. Du kannst dich immer wieder ausprobieren, immer wieder neue Rollen, neue Charaktere spielen. Ich bin ja noch jung, ich hab noch Zeit für einige Traumrollen.

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