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Wirtschaft: Opel: Standort sichern, Umbruch mitgestalten

Von Bei Opel sollen abermals viele Arbeitsplätze wegfallen. Die Reaktionen aus der Stadtpolitik fallen besorgt aus, aber nicht hoffnungslos. Grund ist eine Jobgarantie.
Am Rüsselsheimer Opel-Standort sind 3000 Stellen in Gefahr. Am Rüsselsheimer Opel-Standort sind 3000 Stellen in Gefahr.
Rüsselsheim. 

Aufregung bei Opel: Nach einem Zeitungsbericht muss der Stammsitz Rüsselsheim mit seinen knapp 15 000 Beschäftigten die Hauptlast bei dem geplanten Personalabbau tragen, ungefähr 3000 der insgesamt 3700 Stellen in Entwicklung, Verwaltung und Produktion.

„Entscheidend ist in diesem Zusammenhang für Opel und für Rüsselsheim, dass das Unternehmen wieder profitabel arbeitet und damit der Standort auf Dauer gesichert ist“, kommentiert CDU-Stadtverbandschef Thorsten Weber die Entwicklung beim Autobauer. Da der Stellenabbau gemeinsam mit dem Betriebsrat vereinbart worden sei und durch Altersteilzeit, Vorruhestandsregelungen und freiwillige Aufhebungsverträge erreicht werde, seien betriebsbedingte Kündigungen bis Sommer 2023 erst einmal ausgeschlossen. Diese Lösung werde den Beschäftigten und ihren Familien die nächsten fünf Jahren Sicherheit geben.

Allerdings räumt Weber auch ein, dass die Kommunalpolitik „keinerlei Einfluss auf die Unternehmensentscheidungen“ habe. Von daher gehöre auch zur Wahrheit, dass es keinen Einfluss auf den Erhalt von Arbeitsplätzen gebe. Profitabilität entstehe durch den Verkauf von Fahrzeugen zu wettbewerbsfähigen Produktionskosten, nicht durch Sonntagsreden von Kommunalpolitikern.

Verfehltes Management

Die SPD beobachtet das Geschehen bei Opel ebenfalls aufmerksam. „Wir sind in regelmäßigem Austausch mit den Arbeitnehmervertretern“, berichtet Ortsvereins-Vize Frank Tollkühn. Zwar könne man auf kommunaler Ebene nicht viel Einfluss nehmen, aber der Solidarität und Unterstützung der SPD könnte sich die Belegschaft gewiss sein. „Natürlich lässt es uns nicht kalt, wenn in Rüsselsheim 3000 Stellen abgebaut werden“, betont er. Die jetzigen Rahmenbedingungen, in denen Opel sich befinde, seien das Ergebnis von verfehltem Management in der Vergangenheit. Zu kritisieren bleibe, dass trotz des umfassenden Stellenabbaus bei den vergangenen Restrukturierungsmaßnahmen die Geschäftsführung erneut auf Personalabbau gesetzt habe. Mit dem im Gegenzug vereinbarten Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen hätten die Arbeitnehmervertreter ein gutes Ergebnis für die Beschäftigten erzielt. Es sei essenziell, dass in Rüsselsheim auch weiterhin im nennenswerten Umfang Autos produziert und entwickelt würden.

Grünen-Sprecher Christian Vogt verweist darauf, dass man angesichts der Tarifautonomie nur an das Unternehmen appellieren könne, was den Erhalt von Arbeitsplätzen anbelangt. Die im Stellenabbau enthaltene Jobgarantie sei vor diesem Hintergrund positiv zu bewerten. Aus Sicht der Grünen sei es erfreulich, dass der Autobauer sich dazu entschlossen habe, zu jedem Modell auch eine Variante mit Elektroantrieb anbieten zu wollen. Diesen Umbruch wolle man vor Ort mitgestalten.

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