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Proben für den großen Auftritt

Das Ensemble "Junge Oper Rhein-Main" probt im Kinder- und Jugendcenter für die Premiere im Rüsselsheimer Stadttheater. Am kommenden Wochenende gibt es schon einmal eine Kostprobe in Raunheim.
Die erste große Hauptrolle: Katharina Nieß (links) und Sophie Wenzel proben für die Premiere Ende September in Rüsselsheim. Foto: Björn Rodday Die erste große Hauptrolle: Katharina Nieß (links) und Sophie Wenzel proben für die Premiere Ende September in Rüsselsheim.
Raunheim. 

Heute hört man sie schon vom Treppenhaus aus. Zwei wunderschöne Frauenstimmen wechseln sich beim Singen ab. Das sind Klänge, die eher im Theater oder im Konservatorium zu vermuten sind. Operngesang im Kinder- und Jugendcenter? Das ist in diesen Tagen durchaus der Fall. Die „Junge Oper Rhein-Main“ nutzt den großen Proberaum der Musikschule, um sich auf ihre Tournee im Herbst vorzubereiten. Am 25. September ist die Premiere von Mozarts Oper „Cosi fan tutte“ im Rüsselsheimer Stadttheater.

Das Ensemble setzt sich aus jungen Künstlern zusammen, die aus der Region stammen, die im Rhein-Main-Gebiet studieren oder irgendeine andere Verbindung hierher haben. „Wir sind eine lockere Gruppe, die sich jedes Jahr neu zusammenfindet“, sagt der 26 Jahre alte Dirigent Clemens Mohr. „Wir sind alle ausgebildete Musiker und nutzen die Tournee als Chance, um praktische Erfahrung zu sammeln.“

Für viele angehende Berufsmusiker gebe es dazu an den Hochschulen, wo sie ihre Ausbildung absolvieren, zu wenige Möglichkeiten. „Für mich als Dirigent ist es reizvoll, dass ich bei der „Jungen Oper“ ein Stück von vorne bis hinten leiten kann“, sagt Clemens Mohr.

Die beiden Sängerinnen setzen noch einmal von vorne an. Sophie Wenzel (28) räkelt sich dabei auf einem Sofa mit Blümchenkissen, Katharina Nieß (31) steigt eine improvisierte Treppe aus zwei Tischen und einem Stuhl herunter. Regisseurin Manuela Strack ist noch nicht zufrieden. „Versuche, Deine ganzen Emotionen in die Stimme zu legen, Sophie“, sagt sie. Sophie holt tief Luft und fängt noch einmal an. „Ja, viel besser“, sagt die Regisseurin. Auch der Dirigent ist begeistert: „So musst Du’s machen!“, sagt Clemens Mohr.

Die beiden Sängerinnen sind gut ausgebildet, eine Hauptrolle singen sie aber zum ersten Mal. „Ich hatte schon einige Nebenrollen. Aber eine Hauptrolle dreieinhalb Stunden durchzusingen, dass ist für mich neu“, sagt Katharina Nieß. Für Sophie Wenzel ist es die erste Aufführung überhaupt. „Die Nebenrollen habe ich ausgelassen, ich steige gleich richtig ein“, sagt sie schmunzelnd.

Auch für Manuela Strack ist es eine Premiere. Die ausgebildete Opernsängerin führt zum ersten Mal Regie. „Das merkt man ihr allerdings nicht an, sie hat dafür ein Wahnsinnstalent“, bemerkt Dirigent Clemens Mohr. Die jungen Musiker sind allesamt Profis – große Gagen bekommen sie allerdings nicht, sie arbeiten ehrenamtlich. Die alljährliche Tournee startet jedes Jahr bei null Euro. Manchmal gibt es Sach- oder Geldspenden, so auch in diesem Jahr. Ansonsten planen die Nachwuchskünstler ihr Budget mit den Einnahmen aus den Vorstellungen. Daraus wird alles finanziert, vom Bühnenbild bis zu den Kostümen.

Auch die Suche nach einem Proberaum beginnt jedes Jahr von vorne. „Wir sind sehr froh, dass wir hier in Raunheim untergekommen sind“, sagt Dramaturgin Milena Wolf (28). Sie ist Theaterpädagogin und die Kontaktperson für Schulen und Lehrer. Für sie stellt die „Junge Oper“ Materialmappen zusammen, die im Unterricht verwendet werden können.

 

Eine Überraschung

 

vorab

 

Mit den Proben sind alle sehr zufrieden. „Es zeichnet sich ab, dass die Vorstellungen fantastisch werden“, sagt Clemens Mohr. Zur Oper „Cosi fan tutte“ hat das Ensemble eine besondere Beziehung. „Es ist ein tolles Stück, weil die Personen wahnsinnig echt sind. Das hört man auch in der Musik“, sagt der Dirigent. Die Figuren seien im gleichen Alter wie die Darsteller, und die Handlung sehr modern. „Die Oper beschreibt ein Partnertausch-Experiment. Es geht darum, ob eine Frau einem Mann wirklich treu sein kann“, erklärt Clemens Mohr. Vom Reiz der Versuchung bis hin zum Kampf zwischen Vernunft und Emotion sei alles dabei.

Für Raunheim hat sich das Ensemble vorab eine besondere Überraschung ausgedacht: Am Samstag, 5. September, gibt es eine Operngala mit einem Querschnitt aus verschiedenen Stücken. Beginn ist um 19.30 Uhr im Bürgersaal. Der Eintritt ist frei. ain

 

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