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Solidaritätskonzert: Rocken gegen den Flughafenausbau

Es schien, als ob Petrus gestern auf der Seite der Baumbesetzer im Treburer Oberwald stand. Pünktlich zum Konzert von Bodo Kolbe, Ralf Baitinger und Bernd Pirner auf der Bühne zwischen den Baumhäusern sorgte die Sonne für gute Stimmung.
Etwa 200 Unterstützer sind zum Konzert in das Protestcamp gekommen, rechts Musiker Bodo Kolbe. Etwa 200 Unterstützer sind zum Konzert in das Protestcamp gekommen, rechts Musiker Bodo Kolbe.
Mörfelden-Walldorf. 

Sie kommen aus allen Richtungen mit dem Fahrrad, zu Fuß und einige wenige, die Proviant und Essen dabeihaben, fahren mit dem Auto vor. Es ist eine kleine Völkerwanderung, die sich gestern Nachmittag in den Treburer Oberwald bewegt. Rund 200 Unterstützer sind es, aus allen Schichten und Altersstufen der Bevölkerung.

Ihr Ziel: das Solidaritäts-Konzert von Bodo Kolbe, Ralf Baitinger und Bernd Pirner. Pünktlich beginnt das Trio zu spielen. Rockige Töne sind es, die durch den Wald schallen und sogar den Lärm von der nahen A 5 übertönen. Die Texte der Band sind politisch. Es geht um die Profitgier des Flughafenbetreibers Fraport, um das Leid der Menschen, die in der Region wohnen und durch immer weiter wachsenden Fluglärm krank werden. Es geht um die Natur, die ob der „globalen Wachstumsphantasien“ Fraports in den Wäldern rund um den Flughafen seit Jahrzehnten stirbt – und ein Ende sei nicht absehbar.

Während Kolbe, Baitinger und Pirner die Missstände in rockigen Rhythmen verpackt darbieten, stehen die Konzertbesucher in einem Halbkreis um die provisorische Waldbühne herum. Einige haben Protest-Banner dabei und schwenken sie im Takt der Musik.

Flagge zeigen

Andere hören der Musik eine Weile zu und sehen sich dann ein wenig im Camp um. „Mehrere Baumhäuser in luftiger Höhe sind in den vergangenen Wochen entstanden“, erzählt Campbewohnerin Yuki. Weitere Baumhütten befänden sich im Bau. Eine Schaukel haben die Baumbesetzer ebenfalls aufgehängt. Sie ist der Höhepunkt für die Kinder, die mit ihren Eltern zum Konzert gekommen sind.

Viele der Besucher nutzen die Veranstaltung, bei der es selbst gemachten Kuchen und vegetarische Köstlichkeiten gibt, zum Informationsaustausch. Konzert-Mitinitiator Dirk Treber von der Interessengemeinschaft zur Bekämpfung des Fluglärms informiert beispielsweise über den aktuellen Stand und die Pläne des Flughafenbetreibers. „Es geht heute darum, Flagge zu zeigen und solidarisch mit den Campbewohnern zu sein. Wir fordern einen Stopp des weiteren Flughafenausbaus“, erläutert Treber mit ernster Miene.

Nach etwa 50 Minuten ist das Konzert beendet. Die Stimmung bleibt die ganze Zeit über entspannt, und ob des sonnigen Wetters sind alle Besucher trotz der ernsten Situation sichtlich frohen Mutes.

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