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Doku: Rüsselsheimer Künstler Martin Kirchberger: Tragischer Tod eines Filmemachers

Der Rüsselsheimer Filmemacher Martin Kirchberger ist 1991 mit 31 Jahren gestorben. Thomas Frickel hat ihm ein filmisches Denkmal gesetzt. Sein Dokumentarfilm wird zum Auftakt des „Kino Sommer Hessens“ im Kleinen Festungshof gezeigt.
Szene aus „Wunder der Wirklichkeit“: Skurrile Kurzfilme waren die Spezialität von Martin Kirchberger. Szene aus „Wunder der Wirklichkeit“: Skurrile Kurzfilme waren die Spezialität von Martin Kirchberger.
Rüsselsheim. 

Besondere Spielorte, die häufig eng mit den Filmen verbunden sind, quer über das ganze Bundesland verteilt, prägen den „Kino Sommer Hessen“. Der diesjährige Eröffnungsfilm „Wunder der Wirklichkeit“ bietet dies gleich in mehrfacher Hinsicht: Regisseur Thomas Frickel erinnert dabei an Martin Kirchberger, den wie er aus Rüsselsheim stammenden, äußerst vielseitigen Filmemacher und Aktionskünstler, der 1991 am letzten Tag der Dreharbeiten für den Film „Bunkerlow“ in einem Flugzeug mit weiteren 27 Personen in der Nähe von Heidelberg ums Leben gekommen war.

Provinz in den 1980ern

Gleichzeitig ist der Film eine Milieustudie einer deutschen Provinzstadt in den 1980er Jahren und zeigt, wie junge Leute die Schlafmützigkeit ihrer Umgebung mit Kunst und Kultur aufzumischen versuchten. Dass dies nicht ohne Konflikte geschah, macht Frickel nicht nur in zahlreichen Gesprächen mit Weggefährten und Freunden Kirchbergers deutlich, sondern auch durch eigene Erinnerungen an eine Stadt, in der sich zwei Jahre nach der Flugzeugkatastrophe die „Rüsselsheimer Filmtage“ etablierten.

Thomas Frickel, ein Freund Kirchbergers, hat das Leben Kirchbergers rekonstruiert, mit unveröffentlichten Filmaufnahmen, Fotos und Gesprächen. Es ist ein persönlicher Film über seinen Freund geworden.

Kirchberger hatte seit 1984 in Offenbach Film studiert. Nebenbei machte er sich nicht nur als Filmemacher, sondern auch als Konzept- und Aktionskünstler einen Namen. Der Dokumentarfilm spürt seinen künstlerischen Provokationen nach und beleuchtet auch die politischen Auseinandersetzungen von damals, wie etwa der Kampf um die Startbahn West.

Für den Film erhielt Thomas Frickel im Herbst 2017 den hessischen Filmpreis. Der Eröffnungsfilm wird gemeinsam vom Film- und Kinobüro Hessen, der Stadt Rüsselsheim und dem Förderverein Cinema Concetta, der außerdem am 15. und 16. Juni die Rüsselsheimer Filmtage veranstaltet, präsentiert.

Programm bis Oktober

Der „Kino Sommer Hessen“ ist ein Projekt des Vereins Film- und Kinobüro Hessen. In enger Zusammenarbeit mit hessischen Kommunen, Kinos und lokalen Kulturinitiativen organisiert der Verein zum 17. Mal die Filmreihe. Die Veranstaltungen verbindet laut Organisatoren der Anspruch, etwas Besonderes, Einzigartiges anzubieten: eine interessante Location, einen außergewöhnlichen Film oder einen Film, der ideal zum Ort passt.

Bis in den Oktober geht das Programm des „Kino Sommers Hessen“. Spielorte erstrecken sich vom Rheingau bis nach Nordhessen. Einen Film am Drehort gibt es etwa mit „Jugend ohne Gott“ in der Grube Messel am 27. Juli und mit dem Klassiker der Filmgeschichte, „Der Name der Rose“, der im Kloster Eberbach am 14. und 15. September gezeigt wird. Mit dem aktuellen Kinofilm „Maria Magdalena“ in der Wallfahrtskirche St. Hildegard in Eibingen endet die Reihe am 6. Oktober.

 

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