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Rettungssanitäter schnell informiert: SOS-Dose soll Leben retten

Von Im Kühlschrank ist nicht nur Platz für Ketchup und ein Sechserpack Bier. Im Türfach könnte bald ein kleiner Lebensretter stehen. Eine originelle Idee aus England.
Klein, aber mit großer Wirkung: Die SOS-Dosen enthalten lebensrettende Informationen. Foto: (Dorothea Ittmann) Klein, aber mit großer Wirkung: Die SOS-Dosen enthalten lebensrettende Informationen.
Bischofsheim. 

 Langsam aber sicher führt die SOS-Dose aus Großbritannien ihren Siegeszug auch in deutschen Kühlschränken fort. Klingt merkwürdig, basiert aber auf einer ganz einfachen Idee: Hans Meyer ist 85 Jahre alt, lebt alleine in seiner Zwei-Zimmer-Wohnung. Als er gerade zu Bett gehen will, spürt er starke Schmerzen hinter dem Brustbein – ein Herzinfarkt. Meyer ruft sofort den Notarzt. Doch bevor die Helfer eintreffen, ist er bewusstlos.

Die Retter haben an der Innenseite seiner Haustür einen roten SOS-Aufkleber gesehen, am Kühlschrank hängt der zweite. Darin finden sie die SOS-Dose. Der Notarzt schraubt den runden Plastikbehälter auf, entnimmt ein Datenblatt. Darauf hat der Senior alle seine Gesundheitsdaten vermerkt – Krankheiten, Medikamente, Kontaktdaten des Hausarztes und vieles mehr. Sofort wissen die Helfer, was zu tun ist, denn jede Sekunde zählt.

Die SOS-Dose gibt es jetzt auch in der Rhein-Main-Region. Dafür sorgen die Generationenhilfen Mainspitze und Nauheim sowie der Verein Kleeblatt Kelsterbach. „Uns ist die rote Dose sehr wichtig“, sagt Wolfgang Förster, Vorstandsprecher der Generationenhilfe Mainspitze. 900 Notfalldosen bestellten die Vereine beim Lions Club Hanau Schloss Philippsruhe, davon 600 für die Mainspitze. Zu jeder Dose gehören zwei SOS-Aufkleber und ein Formular.

Warum steht die Dose im Türfach des Kühlschranks? „Es hat sich bewährt“, sagt Förster. Jeder Haushalt habe einen Kühlschrank in der Küche, so sei gewährleistet, dass die Einsatzkräfte schnell an die Informationen kommen. Allerdings sei der Kühlschrank kein vorgeschriebener Aufbewahrungsort, dieser müsse aber für die Sanitäter kenntlich gemacht werden – eben mit den roten Aufklebern und gut sichtbar sein.

Die Dose könne aber keinesfalls das Hausnotruf-System ersetzen, heißt es in der Informationsbroschüre des Lions Club, „sondern kann es ergänzen“. Damit die Dose auch hält, was sie verspricht, sollte der Besitzer in regelmäßigen Abständen prüfen, ob die Daten noch aktuell sind.

Die kleinen Lebensretter aus Plastik sind für die Mitglieder der Generationenhilfen kostenlos. Auch Nicht-Mitglieder müssen nichts für die Dose zahlen, um eine Spende würde sich der Verein aber freuen, merkt Förster an, der sie beim Lions Club in Hanau kauft. Die SOS-Dosen können zu den Sprechzeiten beim Kleeblatt Kelsterbach immer dienstags von 9 bis 12.30 Uhr und donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr im Vereinsbüro, Pfarrgasse 6, in Kelsterbach abgeholt werden. Auf der Mainspitze gibt die Generationenhilfe Mainspitze die kleinen Lebensretter dienstags von 14 bis 17 Uhr im Trafohaus Bischofsheim, Am Alten Gerauer Weg 28, aus. Und bei der Generationenhilfe Nauheim können Interessierte die Dosen montags von 10 bis 12 Uhr und donnerstags von 16 bis 18 Uhr im Vereinsbüro, Straßburger Platz 8 in Nauheim besorgen.

Von der Insel

Die SOS-Dose („Message in a bottle“) war eine Idee der Lions Clubs in England, wo bisher über fünf Millionen Dosen im Einsatz sind. 2014 kam die Rettungsdose über den Lions Club Hanau nach

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