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Urnengang im Herbst: Sie sollen für die Grünen in den Landtag

Von Der eine ist schon älter, in der Politik dafür aber ein relativer Neuling, die andere hat trotz junger Jahre schon viel Erfahrung. Bei der Landtagswahl setzen die Grünen im Kreis Groß-Gerau auf zwei ungleiche Kandidaten: Michael Tönsmann und Nina Eisenhardt.
. . . und Nina Eisenhardt. . . . und Nina Eisenhardt.
Kreis Groß-Gerau. 

Bei der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl war der älteste Sohn von Michael Tönsmann gerade einmal zwei Jahre alt. „Wir konnten für mehrere Monate keine Milch mehr trinken“, berichtete Tönsmann, als er am Donnerstagabend im Groß-Gerauer Kulturcafé um die Unterstützung der Grünen-Parteibasis wirbt. Mit dem Sohn auf den Spielplatz zu gehen, sei damals wegen der Strahlenbelastung nur eingeschränkt möglich gewesen, so Tönsmann.

Von den Grünen ins Rennen  geschickt: Michael Tönsmann . . . Bild-Zoom
Von den Grünen ins Rennen geschickt: Michael Tönsmann . . .

Mitte der 1980er Jahre war das. Fortan ließ das Thema Atomkraft-Sicherheit Tönsmann nicht mehr los. So beschäftigte er sich etwa mit Halbwertzeiten von radioaktiven Zerfallprodukten. Als es ein Vierteljahrhundert später in Fukushima erneut zur Katastrophe kam, reichte das dem 55-Jährigen, der aus Bielefeld stammt, nicht mehr. Tönsmann zog es in die Politik. Seit sechs Jahren ist er Mitglied im Vorstand der Grünen in Rüsselsheim, wo er als Elektro-Ingenieur bei Opel arbeitet. Wenn im Herbst ein neuer Landtag gewählt wird, will er den Job gegen ein Mandat als Abgeordneter eintauschen.

Engagierte Rede

Den ersten Schritt dafür hat Tönsmann am Donnerstag bereits getan. Mit seiner engagierten Rede, in der er den Ausbau des Radwegenetzes und einen besseren Umgang mit Nutztieren als seine Themen-Schwerpunkte benannte, überzeugte er die Parteikollegen bei der Kreismitgliederversammlung der Grünen.

Mit 27 Ja- und sieben Nein-Stimmen wählten sie ihn zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Groß-Gerau I. Zum Ersatz-Kandidaten wählten die Mitglieder den Nauheimer Matthias Roth.

Im Wahlkreis Groß-Gerau II erhielt Nina Eisenhardt das Vertrauen (Ersatz-Kandidatin ist Karen Lischka). Eisenhardt wurde mit 28 Ja- und sechs Nein-Stimmen zur Direktkandidatin gewählt. Eisenhardt, Jahrgang 1990, ist Geschäftsführerin der Grünen Jugend Hessen, studiert in Frankfurt Friedens- und Konfliktforschung und kandidierte im vergangenen Jahr bereits als Bundestagskandidatin für ihre Partei. Als Eisenhardts Fachgebiete gelten vor allem Hochschul- und Forschungspolitik.

Vertrauen gewinnen

In ihrer Bewerbungsrede betonte sie, dass die Grünen im Wahlkampf ihre Eigenständigkeit beweisen müssten. Umweltschutz sei nur mit starker grüner Regierungsbeteiligung möglich. Um der rechtspopulistischen AfD keinen Nährboden zu geben, sei es wichtig, den sozialen Zusammenhalt zu stärken. Mit der kostenlosen Betreuung in Kindergärten, dem Sozialbudget und dem Wohnraum-Investitionsprogramm habe die Schwarz-Grüne Landesregierung die ersten Schritte schon gemacht.

Eine weitere Herausforderung für die Grünen sei es, wieder Vertrauen als Kämpfer für Klimaschutz und Gesundheit zu gewinnen. „Die Fluglärmgeplagten fragen zurecht, warum der Schutz ihrer Gesundheit nicht umgesetzt wird“, gab Eisenhardt zu bedenken. Allerdings räumte sie auch ein, dass in diesem Zusammenhang vieles nur auf Bundesebene geregelt werden könne. Nichtsdestotrotz sei es wichtig, groß zu denken. „Wir müssen dem Groko-Koma und dem Gefühl, dass Politik sich nicht um die Probleme der Leute schert, den Kampf ansagen“, appellierte Eisenhardt an ihre Partei.

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