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Ahnenforschung: Sie spürt die Wurzeln der Familie Cezanne auf

Waltraud Balzers Hobby ist die Ahnenforschung. Über viele Jahre hat sie Bausteine ihrer Vorfahren entdeckt, der bekannten Rüsselsheimer Familie Cezanne.
Waltraud Balzer mit einem Foto des bekannten Rüsselsheimers Johann Georg Cezanne, genannt „De Asbach“ und seiner Frau Charlotte, geborene Kraft (die Fotos sind ohne Datum, Johann Georg Cezannes Foto stammt vermutlich aus den 30er Jahren). Waltraud Balzer mit einem Foto des bekannten Rüsselsheimers Johann Georg Cezanne, genannt „De Asbach“ und seiner Frau Charlotte, geborene Kraft (die Fotos sind ohne Datum, Johann Georg Cezannes Foto stammt vermutlich aus den 30er Jahren).
Rüsselsheim. 

Auf ihrem Tisch im Wohnzimmer liegen zwei Walldorfer Familienbücher der Jahre 1699 bis 1875 und 1876 bis 1906. Die Bücher hatte sie vom Waldenser-Museum in Walldorf erworben.

Balzers Hobby ist die Genealogie (Ahnenforschung). In den vergangenen 51 Jahren machte sie bis zu 300 Familienmitglieder der fünf Rüsselsheimer Brüder Johann Georg, Jean, Karl, Ludwig und Peter Cezanne ausfindig.

Großvater Johann Peter Cezanne feierte 1957 Goldene Hochzeit mit seiner Frau Katharina, geborene Lahr. Waltraud Balzer schaut als Achtjährige zwischen den beiden betagten Herrschaften hervor. Bild-Zoom
Großvater Johann Peter Cezanne feierte 1957 Goldene Hochzeit mit seiner Frau Katharina, geborene Lahr. Waltraud Balzer schaut als Achtjährige zwischen den beiden betagten Herrschaften hervor.

Waltraud Balzer erblickte 1949 das Licht der Welt. Sie wuchs bis zu ihrem achten Lebensjahr in der Grabenstraße 77 im Haus der Großeltern auf. Das Anwesen wurde während des Zweiten Weltkriegs ausgebombt und später wieder aufgebaut. Die selbst ernannte Ahnenforscherin ist selbst eine geborene Cezanne, die Nachfahrin einer angesehenen und geschäftstüchtigen Familie Rüsselsheims. „Ich war schon immer an meiner Familiengeschichte interessiert“, sagt die 69-Jährige. Die Erzählungen der Alten weckten bereits in der Kindheit ihr Interesse.

Als ihr Großvater Johann Peter Cezanne (geboren 1885) 1967 verstarb, begann ihre Suche nach den Vorfahren. Das Aufspüren der Details war wie das Zusammenfügen von Puzzleteilen, spannend wie ein Krimi. Zeitzeugen aber auch der Genealogie-Treff Mainspitze waren bei der Recherche sehr hilfreich.

Flucht aus Frankreich

Die Cezannes verschlug es vor rund 300 Jahren als Waldenser auf der Flucht von Frankreich über die Schweiz auf dem Rhein mit Flößen erst nach Ginsheim, dann nach Walldorf. Die Familie lebte auf dem „Gundhof“, heute ein Ausflugslokal in Mörfelden-Walldorf. Sie wurde in Walldorf ansässig. Ihren ersten Eintrag fand Balzer in einem Walldorfer Familienbuch 1751 mit Jean Cezanne. Die Firma Opel lockte Jahre später den Urururgroßvater Peter I. Cezanne (1831 bis 1914) nach Rüsselsheim.

Mit Hilfe des Genealogie-Treffs fand sie eine Heiratsurkunde von Johann Peters Urgroßvater, dem Bahnwärter Peter II. (1859 bis 1894). Er war ihr Ururgroßvater (dessen Großeltern sind Adam Kraft V. und Elisabeth, geboren Hüter). Peter II. war einer der fünf Brüder, die als Söhne von Peter I. bereits in Rüsselsheim geboren wurden. Durch die Ehen und Kinder der fünf Brüder entstanden viele verwandtschaftliche Verbindungen in Rüsselsheim, sagt die Ahnenforscherin.

Sie forschte weiter nach alten Dokumenten und recherchierte in Familienbüchern. „Es ist eine Genugtuung, etwas über unsere komplette Familiengeschichte zu erfahren“, erzählt sie.

Langer Stammbaum

Der bekannteste Cezanne ist einer der fünf Brüder, Johann Georg (1875 bis 1957), genannt „De Asbach“, bekannt als Wasser-Cezanne. Er hatte mit seiner Frau Elisabeth, geborene Kraft, (1877 bis 1955) elf Kinder und 17 Enkel. Ab diesem Zeitpunkt erstellte Balzer einen bis dato gültigen Stammbaum.

Johann Georg war zunächst Arbeiter bei der Firma Opel. Seit 1927 produzierte er Eisblöcke für die Gastwirtschaften. Später versetzte er Wasser mit Kohlensäure und war Inhaber der Firma Römerquelle. 1928 hatte er die Weilbacher Quelle gekauft, die sich bis 1964 im Besitz der Familie Cezanne befand. 1903 war er Mitbegründer der Baugenossenschaft in Rüsselsheim. In den 50er Jahren war er einige Jahre Sitzungspräsident beim Rüsselsheimer Carneval-Verein. „Das habe ich alles zusammengesucht“, meint Waltraud Balzer nicht ohne Stolz.

Händler und Gastwirt

Jean Cezanne (1871 bis 1942) verkaufte in der Königstädter Straße Fahrräder der Marke Opel. Karl Cezanne (1869 bis 1952) führte eine Gaststätte an der Schillereiche. Zu Ludwig (Lui) Cezanne laufen die Forschungen Balzers noch.

Ihr Ururgroßvater Peter II. verdiente seine Brötchen als Bahnwärter wie auch ihr Großvater Johann Peter, der später bei Opel arbeitete. Dieser hatte sechs Kinder, fünf Jungen und ein Mädchen, die sich bis auf Waltraud Balzers Vater Wilhelm alle bei der Firma Opel verdingten.

Ihr Vater dagegen war gelernter Fliesenleger und eröffnete das bekannte Fliesengeschäft in der Grabenstraße, „Das hat alles viel Zeit und Mühe gekostet“, sagt Balzer und atmet nach den ganzen Zahlen und Namen tief durch.

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