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Hundesport: Spürnasen bei der Arbeit

Dass ausgebildete Spürhunde Drogen oder verschüttete Menschen finden können, ist bekannt. Für unausgelastete Vierbeiner aller Rassen und Altersklassen lehrt Karin Wiesmeier das Erschnüffeln bestimmter Objekte auch als Freizeitsport. Bei den Trewwerer Bunten Hunden stellte sie ihr Programm vor.
Ein Profi im Spürhundesport ist Toto, der Hund von Trainerin Karin Wiesmeier, der hier ein Feuerzeug in einem Trümmerfeld sucht und findet. Für Interessierte Herrchen gibt es bei den Trewwerer Bunten Hunden künftig regelmäßige Kurse. Ein Profi im Spürhundesport ist Toto, der Hund von Trainerin Karin Wiesmeier, der hier ein Feuerzeug in einem Trümmerfeld sucht und findet. Für Interessierte Herrchen gibt es bei den Trewwerer Bunten Hunden künftig regelmäßige Kurse.
TREBUR. 

Hella ist verliebt. Aufmerksam beobachtet sie jede Bewegung von Karin Wiesmeier, die während ihres Vortrags vor den interessierten Hundehaltern keinen Moment still steht. Wann immer sich die Hundetrainerin Hella nähert, beginnt die in freudiger Erwartung mit ihrem Schwanz zu wedeln. Die Hündin der Rasse Deutsch Drahthaar war während der Einführung eher unruhig, nun liegt sie unerschütterlich auf ihrem Platz und lässt Wiesmeier nicht aus den Augen.

In der vorangegangenen Übungsphase haben die Referentin und ihr Mann mit jedem der elf versammelten Hunde eine erste kleine Übung zur Konditionierung auf einen Gegenstand durchgeführt. Konkret geht es darum, den Vierbeinern beizubringen, das Feuerzeug in der einen Hand des Herrchens dem Hundeleckerli in der anderen Hand vorzuziehen. Ein Ding der Unmöglichkeit mag man als Laie denken, doch es geht schneller als erwartet.

Futter verschmähen

Während Hella bei den ersten Versuchen stürmisch an Wiesmeier hochspringt und energisch versucht, das verführerisch duftende Stückchen Trockenfutter mit Einsatz von Schnauze und Pfoten aus der verschlossenen Faust zu befreien, entscheidet sie sich nach nur wenigen Versuchen wie gewünscht für das Feuerzeug in der anderen Hand. Der Trick ist, dass die Hündin, sobald sie sich – nach den erfolglosen Versuchen ans Futter zu kommen – für das Feuerzeug interessiert, sofort mit einem Leckerli belohnt wird. Dieses muss sie sich aus der geöffneten Hand holen, wo es neben dem Feuerzeug liegt.

Nach kurzer Zeit hat sie so gelernt, dass sie belohnt wird, wenn sie sich für das eigentlich uninteressante Gerät entschiedet. Zum anderen ist bei ihr jetzt die Belohnung mit dem Geruch des Feuerzeugs verknüpft. Bei Hella hat Wiesmeier mit ihrer konsequenten Art – das Hochspringen hat sie der agilen Jagdhündin ganz schnell abgewöhnt – einen starken Eindruck hinterlassen.

Das Ziel dieser Übungen ist, dass die Hunde schließlich auch auf einem großen freien Feld oder in einem Trümmerfeld zuverlässig das Objekt, auf das sie konditioniert sind, finden. „Für mich ist das die artgerechteste Auslastung vom Welpen- bis ins Seniorenalter“, ist Wiesmeier überzeugt. Direkt nach der Geburt finde der Welpe die Zitze der Mutter durch den guten Geruchssinn. Dieser bleibe den Tieren bis zum Tod erhalten. Selbst sei sie auf diesen Hundesport eher zufällig gestoßen.

Alternatives Verhalten

Eigentlich habe sie vor mehreren Jahren mit einem Problemhund einen Kurs in Mantrailing, das ist die Personensuche mit Hunden, besuchen wollen. Dort habe man sie überzeugt, es mit dem Spürhundesport zu versuchen. Schon nach kurzer Zeit sei der Hund zufrieden und ausgelastet gewesen, erinnert sich Wiesmeier. „Er hatte einen Job und konnte ein Alternativverhalten finden“, erklärt die Fachfrau.

Michael und Anke Teutschler sind mit ihren Hunden Simba und Daisy zur Schnupperstunde gekommen. Während Daisy, eine in Würde gealterte 15-jährige Hundedame, total entspannt ist, scheint der einjährige Simba völlig aus dem Häuschen zu sein. Energisch versucht er, sich seinen Artgenossen zu nähern und protestiert lautstark, als ihm dieses verwehrt wird. „Simba muss dringend ausgelastet werden“, sagen die Stockstädter Hundehalter. Während Simba zu Beginn noch ein wenig Angst vor der resoluten Trainerin hat, zeigt auch er nach nur einigen Versuchen das gewünschte Verhalten. „Es funktioniert“, freut sich das Frauchen, „wenn es terminlich passt, werden wir das auf jeden Fall weiter machen“.

Ab dem 8. September sollen regelmäßig jeden Samstag um 15 und 16.30 Uhr Übungsstunden im Spürhundesport stattfinden. Auf dem Gelände der Trewwerer Bunten Hunde, Außerhalb 70. Interessierte können jederzeit dazukommen. Nähere Informationen gibt es bei Karin Wiesmeier (01 72- 9 14 10 41) und auf ihrer Homepage www.kreative-hundefreizeit.de

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