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Unterstützung für DLRG: Stiftung fördert Schwimm-Unterricht

404 Tote durch Ertrinken – so lautet die Statistik der DLRG bundesweit für 2017. Damit mehr Kinder schwimmen lernen und Trainer gut ausgebildet sind, fördert die Arbeitgeberstiftung Südhessen fünf DLRG-Bezirke.
Kinderschwimmkurs des DLRG mit bunten Schwimmnudeln: Viel Spaß, kein Leistungsdruck. Kinderschwimmkurs des DLRG mit bunten Schwimmnudeln: Viel Spaß, kein Leistungsdruck.
Rüsselsheim. 

Wer schwimmen kann, gewinnt Sicherheit, sich auch im Leben gut über Wasser halten zu können, ist Ilka Jakobs überzeugt. Die Mutter zweier Kinder gehört seit 2011 dem Vorstand der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Rüsselsheim/Raunheim an, besuchte bereits als Fünfjährige das Anfängerschwimmen beim DLRG. „Wasser ist ein tolles Element“, sagt sie.

Am Rand des Beckens in der provisorischen Zeltschwimmhalle am Lachebad erzählt Jakobs von ihrer Schwimmfreude, vom Einstieg in den aktiven Trainerbereich nach Ausbildungen zur Rettungsschwimmerin und Einsatztaucherin. „Mein Sohn Felix ist ein halbes Jahr und schon jetzt mit mir beim Babyschwimmen“, sagt sie.

Nicht wasserscheu

Der Blick auf eine Kindergruppe im Becken, die eben jetzt, angeleitet von den DLRG-Trainerinnen Petra Jung und Sabine Hedel, mit Hilfe bunter Schwimmnudeln ihre Fertigkeiten, sich über Wasser zu halten, vervollkommnen, bezeugt, wie viel Spaß alle haben. Die Oma von Mika (7) sagt: „Mein Enkel ist kein bisschen wasserscheu.“

Das Tolle beim DLRG sei, dass Training ohne Leistungsdruck stattfinde. Ilka Jakobs: „In Schwimmvereinen sind Kurse limitiert, bei uns aber übt ein Kind für 36 Euro Mitgliedsbeitrag jährlich so lang, bis es schwimmen kann. Kinder aller Kulturen lernen, individuell gefördert, das Schwimmen – manchmal schnell, manchmal langsam.“ Sie führt aus: Mit Geduld und Einfühlung würden auch ängstliche Kinder herangeführt. „Wir geben ihnen Zeit. Nichts überstürzen. Konstante Trainer, denen die Kinder vertrauen, sind wichtig.“

Alarmierend nämlich sei das Ergebnis der aktuellen Forsa-Umfrage: Fast 60 Prozent aller zehnjährigen Kinder bundesweit sind keine guten Schwimmer. Das DLRG-Bundesbarometer kommt für 2017 auf die traurige Bilanz von 404 Toten aller Altersstufen durch Ertrinken. Jakobs: „Der Nachweis für sicheres Schwimmen ist keineswegs das bekannte, sogenannte Seepferdchen, sondern das Schwimmabzeichen Bronze.“

Der Einsatz, Kindern und Erwachsenen das Schwimmen beizubringen, müsse weiter intensiviert werden. Und dazu hat sie eine gute Nachricht: „Das Anliegen unseres DLRG-Bezirks Rüsselsheim/Raunheim, Menschen vom Baby- bis ins Rentenalter solides Schwimmen zu vermitteln, wird seit 2017 von der Arbeitgeberstiftung Südhessen unterstützt. Dabei geht es dezidiert um die Abnahme des Jugendschwimmabzeichens in Bronze.“

Das sei super, denn anders als etwa für Feuerwehren, würden für den DLRG keine kommunalen Gelder vorgehalten. „Das heißt: Wir haben keine festen Sponsoren, wiewohl manche Firma uns dankenswerter Weise oft bedenkt“, so Jakobs.

„Jeder Euro zählt“

Sämtliche DLRG-Aktiven arbeiteten ehrenamtlich. Die Arbeitgeberstiftung fördere nun, angelegt für zwei Jahre, fünf südhessische DLRG-Bezirke und Kreisverbände – den DLRG-Bezirk Darmstadt-Dieburg sowie die Kreisverbände Groß-Gerau, Bergstraße sowie Odenwald. „Und uns in Rüsselsheim/Raunheim“, so Jakobs. Die Höhe des Stiftungsgeldes bemesse sich an der Anzahl der abgenommenen Jugendschwimmabzeichen in Bronze sowie an der Zahl der Fortbildungen für neue Ausbilder. „2017 erhielten wir rund 220 Euro auf Grundlage der Berechnungen von 2016. Wegen der Bauarbeiten am Lachebad- mussten wir unsere Angebote vorübergehend dezimieren.“

Das Geld komme dem DLRG sehr zupass („Jeder Euro zählt“), sei nicht nur für das Schwimmenlernen gedacht, sondern auch zur Förderung von Aus – und Weiterbildung. Denn pädagogische Befähigung der Trainer sei unabdingbar.

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