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Studentenvertreter appellieren an Vermieter: Studenten als Entwicklungs-Chance

Von Studentischer Wohnraum ist knapp in der Rhein-Main-Region und auch in Rüsselsheim. Die Stadt könnte von zusätzlichem Wohnraum für die Fachkräfte von morgen profitieren.
»Mehr davon«,  sagt  Studentenvertreter Alexander Rackwitz und hofft in der Zukunft auf weitere Studentenwohnheime. Foto: Robin Göckes »Mehr davon«, sagt Studentenvertreter Alexander Rackwitz und hofft in der Zukunft auf weitere Studentenwohnheime.
Rüsselsheim. 

Das Semester ist schon Anfang Oktober gestartet, mit den Vorlesungen an den Unis und Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet wird es am 12. Oktober aber erst so richtig los gehen. Etwas Zeit bleibt den Studenten also noch, sich auf die vor ihnen liegende Studienzeit einzurichten. Nicht wenige werden diese allerdings mit der Suche nach einer passenden und bezahlbaren Bleibe verbringen.

 

Fünf Wohnheime in Rüsselsheim

 

Studentischer Wohnraum in den Städten des Rhein-Main-Gebietes ist knapp. In Rüsselsheim gibt es derzeit fünf Studentenwohnheime, die von verschiedenen Trägern betrieben werden. Insgesamt bieten sie Platz für 278 Studenten, freie Plätze sind Mangelware. Die Wohnheimquote liegt damit bei 8,5 Prozent.

Nicht umsonst starteten die Studentenvertretungen der Region vor wenigen Wochen einen gemeinsamen Aufruf, um Vermieter dazu zu bewegen, ihre Wohnungen an Studenten zu vermieten. Und Rüsselsheim könnte da eine besondere Rolle zufallen. „Rüsselsheim ist als Wohnstandort für die Studenten der Region interessant“, sagt Alexander Rackwitz von der Studentenvertretung der Hochschule Rhein-Main.

 

Hochschulstandort wächst weiter

 

Immerhin sind hier die Mieten, im Vergleich zu Städten wie Mainz, Wiesbaden und Frankfurt, noch halbwegs moderat. Die gute Verkehrsanbindung mit der Bahn macht die Opelstadt daher als Wohnort attraktiv auch für die Studenten an den Unis und Hochschulen in der Nachbarschaft. Ganz zu schweigen von jenen Studenten, die ohnehin auch in Rüsselsheim ihr Wissen erweitern. 3274 waren dies an der hiesigen Zweigstelle der Hochschule Rhein-Main im Wintersemester vergangenen Jahres. Diesmal werden es wohl noch ein paar mehr sein. Neue Studiengänge locken zusätzliche Studenten an, für die Hochschule ist der Wachstumskurs ein erklärtes Ziel, um konkurrenzfähig zu bleiben.

Und für die Stadt könnte er Vorteile mit sich bringen. „Auch wenn die Versorgung der Studenten mit Wohnraum am Ende eine Aufgabe für die gesamte Region ist, Städte wie Rüsselsheim könnten profitieren wenn es ihnen gelingt, die Studenten in ihrer Stadt zu halten“, sagt Studentenvertreter Rackwitz. Er glaubt: „Wenn es gelingt, dass die Leute in Rüsselsheim wohnen, dann hat man die Fachkräfte von morgen direkt schon vor der eigenen Haustür.“

Und: Die Innenstadt – viele Rüsselsheimer beklagen ja seit langem den „Niedergang“ der Einkaufstraßen – könnte Profit schlagen. „Die Leute verbringen ihre Freizeit dort, wo sie wohnen. Sie gehen Eis essen, gehen in die Kneipen und die Geschäfte um die Ecke“, argumentiert Rackwitz. Die Förderung studentischen Wohnraums könnte so durchaus auch zum Entwicklunsgfaktor werden.

 

Entwicklungschancen gibt es

 

Ein Stadtentwicklungskonzept, bei der studentischer Wohnraum von Anfang an mitgedacht wird, könnte angesichts derzeit in der gesamten Region weiter steigender Mieten auf Dauer Abhilfe schaffen. Entwicklungsmöglichkeiten böten sich in der Rüsselsheimer Innenstadt einige – etwa im Opel-Altwerk oder bei einer Neustrukturierung des Kerngebiets rund um Löwen-Center und den ehemaligen Karstadt, wie sie die Grünen in ihrem Programm für den Kommunalwahlkampf fordern.

Studentenvertreter Rackwitz weiß, wie schwierig es werden kann, neuen Wohnraum für Studenten zu generieren. Das liege auch daran, dass es eben nicht „einen Schuldigen“ für die Misere gebe. „Man kann auf niemandem mit dem Finger zeigen und ihn verantwortlich machen. Über Jahre wurde das vernachlässigt. Zuletzt wurde zwar viel gemacht, auch in Rüsselsheim. Aber es dauert eben, bis alleine die Versäumnisse der Vergangenheit ausgearbeitet sind.“

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