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Kuriose Zahl: Vor dreißig Jahren wurde der Pi-Day erstmals gefeiert

Am 14. März wird seit 1988 weltweit der Pi-Day gefeiert. Warum die Kreiszahl so eine Faszination ausübt, hat uns Mathe-Lehrer Horst Aussenhof erzählt.
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Vielleicht ist heute der Tag, an dem Mathematiker und Zahlen-Enthusiasten aus aller Welt so viel Kuchen backen wie sonst das ganze Jahr nicht. Der Pi-Day zu Ehren der Kreiszahl wird traditionell mit Obstkuchen gefeiert – denn „pie“ und „Pi“ auf Englisch klingen gleich.

Und der 14. März gleicht in der amerikanischen Datumsschreibweise 3/14 den ersten drei Ziffern von Pi: 3,14. 1988 rief der Physiker Larry Shaw den inoffiziellen Feiertag ins Leben. Dass der Pi-Kuchen natürlich einen Durchmesser von 20 Zentimetern haben muss und damit eine Grundfläche von 3,14 Quadratdezimetern, liegt auf der Hand.

Wofür Pi steht, haben wir alle einmal in der Schule gelernt: Die Zahl beschreibt das Verhältnis von Umfang zu Durchmesser eines Kreises. „Kurz: Alles, was kreisförmig ist, hat mit Pi zu tun“, sagt Horst Aussenhof. Er unterrichtet Mathematik und Physik an der Immanuel-Kant-Schule.

Alt wie die Menschheit

„Es ist eine Zahl, die die Menschheit seit dem Altertum begleitet“, weiß Aussenhof. „250 vor Christus hat Archimedes die Zahl erstmals eingegrenzt. Im 16. Jahrhundert vor Christus taucht sie bei den Ägyptern auf, selbst in der Bibel wird sie erwähnt.“ Auch heute noch sei die Relevanz der Zahl immens. In vielen Bereichen der Physik, zum Beispiel der Funktechnik, komme sie vor. Aber auch Verschlüsselungen würden durch den Einsatz von Pi möglich.

„Damals hatte Archimedes nur den Verdacht, aber heute ist klar: Pi ist keine periodische Zahl, sie hat unendlich viele Nachkommastellen, deren Abfolge sich nie wiederholt“, erklärt Horst Aussenhof. Außerdem sei die Kreiszahl eine irrationale Zahl. „Das heißt, sie kann nicht durch einen Bruch zweier natürlicher Zahlen dargestellt werden.“ Am nächsten komme ihr der Bruch 22/7 – deshalb werde auch am 22. Juli der Pi-Annäherungstag gefeiert.

Weltrekorde mit Pi

Mittlerweile wurden rund 22 Billionen Nachkommastellen der Zahl berechnet. „Das funktioniert heute mit Algorithmen am Computer, aber es gibt auch zahlreiche Methoden zur Berechnung“, sagt Aussenhof. Überhaupt gebe es einige kuriose Rekorde rund um Pi. „Vom auswendigen Aufsagen möglichst vieler Nachkommastellen bis hin zum Pi-Vorlesen das gibt es alles“, so der Mathematiker.

Auf die Frage, wie viele Stellen nach dem Komma er auswendig rezitieren kann, lacht er. „3,14 – das muss reichen, mehr ist in meinem Alltag nicht gebräuchlich“, antwortet er halbernst. Er selbst kennt den Pi-Day erst seit etwa 15 Jahren, findet die Idee aber grundsätzlich gut.

„Es ist der Versuch, der Sache auf die Schliche zu kommen“, meint Aussenhof. Hochinteressant sei die Zahl für ihn allemal, auch in der Popkultur werde sie immer mal wieder aufgegriffen. „Es gibt sogar die Theorie, dass Goethes Faust irgendwann mal in den Nachkommastellen auftaucht – wenn man die Zahlen mit Buchstaben gleichsetzen würde“, sagt Horst Aussenhof und lächelt verschmitzt.

Als gutes Omen könnte die Zahl Pi an ihrem Festtag allemal herhalten: „Die Rüsselsheimer Grund- und Leistungskurse schreiben nämlich heute ihr Mathe-Abi“, verrät Aussenhof. Es kann also nur eine kreisrunde Sache werden.

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