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Hundehasser: Warnung vor Giftködern

Von Unter den Rüsselsheimer Hundebesitzer machen seit einigen Tagen Gerüchte über Giftköder die Runde. Auch eine Tierärztin warnt.
Sheila und Max toben auf dem Mainvorland herum. Ihre Frauchen haben sie dabei gut im Blick. Foto: Robin Göckes Sheila und Max toben auf dem Mainvorland herum. Ihre Frauchen haben sie dabei gut im Blick.
Rüsselsheim. 

Unbekümmert spielen Max und Sheila auf dem Rüsselsheimer Mainvorland. Ihre Frauchen lassen sie laufen – Platz ist genug da und die Wiesen sind fast menschenleer. Von der Gefahr, die möglicherweise hinter der nächsten Biegung des Weges auf sie wartet, wissen die Fellnasen nichts.

Giftköder sollen in Rüsselsheim gefunden worden sein, wird auf einschlägigen Internetportalen eindringlich gewarnt. Berichtet wird unter anderem von Funden auf dem Mainvorland. Solche Meldungen tauchen immer wieder auf. Diesmal allerdings scheint die Gefahr für die Vierbeiner real zu sein. „Wir hatten bereits einen Hund hier, den wir erbrechen lassen mussten“, berichtet Dr. Annette Kepper-Muth, die eine Tierarztpraxis in Rüsselsheim betreibt. Die Tierärztin geht davon aus, dass der Hund Rattengift gefressen hatte. „Das sind diese blauen Kügelchen, die man ja leider überall im Internet ohne große Nachweise kaufen kann“ sagt sie. Derzeit wartet sie noch auf die Laborergebnisse, um ihre Vermutung mit letzter Gewissheit zu bestätigen. Ein Einzelfall soll der vergiftete Hund in ihrer Praxis jedenfalls nicht gewesen sein. „Ich habe von drei weiteren Fällen gehört, in denen die Hunde gestorben sein sollen.“

Die Tierärztin weiß: Unter Hundebesitzern machen schlechte Neuigkeiten wie die von den Giftködern schnell die Runde. Auch ihre Kollegin Dr. Susanne Seitz weiß von den schlimmen Geschichten, die derzeit in Umlauf seien. „Eine gewisse Gefahr besteht natürlich immer. Mitunter wird das aber auch aufgebauscht“, warnt sie. In ihrer Praxis sei in der jüngeren Vergangenheit noch kein vergifteter Hund gewesen.

Tatsächlich ist aber wohl nicht nur in Rüsselsheim, sondern auch in den umliegenden Kommunen beim Gassigehen ein wenig Vorsicht geboten. Im Frankfurter Stadtwald, einem beliebten Revier zum Spazierengehen für viele Hundeliebhaber vor allem an den Wochenenden, sind in den vergangenen Wochen ebenfalls Giftköder entdeckt worden. Mindestens ein Hund soll gestorben sein, die Hilfe des Tierarztes kam für ihn zu spät. Und auch in Trebur und Bischofsheim sollen Hunde mit Vergiftungserscheinungen von ihren Haltern zum Tierarzt gebracht worden sein, nachdem sie unterwegs etwas gefressen hatten.

Vorsicht erscheint also derzeit durchaus angebracht. Dr. Annette Kepper-Muth hat ein einfaches Rezept, um beim Spaziergang ganz sicher zu gehen. „Wer weiß, dass sein Hund alles frisst, der kann mit Maulkorb unterwegs sein. Zumindest ist das der Rat, den wir den Leuten geben.“

Sheilas Spielgefährte Max auf dem Mainvorland droht keine Gefahr, da ist sich sein Frauchen sicher. „Der frisst ja nicht mal ein Stück Fleischwurst, wenn das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist“, meint sie.

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