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Landratswahl: Will siegt mit Paukenschlag

Von Thomas Will bleibt auch die kommenden sechs Jahre Landrat des Kreises Groß-Gerau. Der Sozialdemokrat siegte im ersten Wahlgang deutlich.
Augenblick, verweile doch, Du bist so schön: Landrat Thomas Will freut sich sichtlich über seinen Wahlsieg. Foto: Matthias Hoffmann Augenblick, verweile doch, Du bist so schön: Landrat Thomas Will freut sich sichtlich über seinen Wahlsieg.
Kreis Groß-Gerau. 

Als das vorläufige Endergebnis im Georg-Büchner-Saal verkündet wurde, da durfte es ein Gläschen Sekt für Thomas Will und die SPD-Spitze sein. Der 56-Jährige bleibt auch die kommenden sechs Jahre Landrat des Kreises Groß-Gerau.

Das Ergebnis kann man durchaus als Paukenschlag bezeichnen. 64 Prozent der Wähler hatten sich für den Bischofsheimer entschieden. Der ärgste Konkurrent Günter Schork (CDU) kam lediglich auf 25,3 Prozent der Stimmen. Die 5,8 Prozent für Christiane Böhm (Linke) beziehungsweise 4,9 Prozent für Christian Hufgard (Piraten) – nicht mehr als eine Randnotiz.

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Und so überstrahlte das Lächeln des Siegers an diesem Abend alles andere. „Ein perfektes Wochenende“ sei das gewesen, fasste der sichtlich bewegte Landrat zusammen. Angefangen beim Bundesligaerfolg seines Lieblingsvereins Schalke 04 am Freitag bis hin zu Wills Wahlsieg am Sonntagabend.

„Ich bin überwältigt von dem Ergebnis“, sagte der Amtsinhaber. Damit habe er nicht gerechnet. Anschließend dankte Will Familie, Freunden, Wahlkämpfern und den grünen Bündnispartnern. Und Will betonte, dass sich seine Mitbewerber stets fair verhalten hätten.

Günter Schork geht erhobenen Hauptes

Diese Fairness wurde auch deutlich, als Günter Schork bereits nach weniger als der Hälfte aller ausgezählten Wahlbezirke Thomas Will gratulierte. Natürlich war die Miene des CDU-Landtagsabgeordneten zunächst versteinert gewesen, als die erste Schätzung ihm etwa 25 Prozent einräumte. Doch der 60-Jährige behielt die Fassung und verließ das Landratsamt nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses erhobenen Hauptes.

Er brauche sich und der CDU keinen Vorwurf zu machen, so Schork. „Das war eine gute Kampagne. Nur hat es nicht gereicht, die Leute an die Urnen zu bringen.“ Die Wahlbeteiligung von 24,1 Prozent nannte Schork „unterirdisch“. Mit dieser Meinung stand er nicht alleine da. Christiane Böhm sagte, die Wahlbeteiligung sei „heftig niedrig“. Erster Kreisbeigeordneter Walter Astheimer (Grüne) war diesbezüglich schlicht „traurig“.

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Lediglich Will wollte „keine Wählerschelte“ betreiben. Schließlich seien die, „die sagen, Thomas Will hat gute Arbeit geleistet, zur Wahl gegangen“. Und so konnte der Landrat bei einem Glas Sekt sein Husarenstück genießen.

Sein 64-Prozent-Coup fußte auf einem clever geführten Wahlkampf. Dieser bestach durch viele Termine, dementsprechend viel Präsenz bei Wählern und Medien sowie innovativen Herangehensweisen. Zu nennen sind etwa Thomas-Will-Marmelade oder die auf die einzelne Städte und Gemeinden zugeschnittenen Wahlplakate.

Will siegt auch im schwarzen Gernsheim

Der Abend hatte noch einige interessante Begebenheiten parat: Politisch etwa die Tatsache, dass Will selbst im traditionell schwarzen Gernsheim die absolute Mehrheit geholt hat (52,7 Prozent). Sein bestes Ergebnis erzielte er nicht in seiner Heimatstadt Bischofsheim (69), sondern in Nauheim (69,3).

Und es wurde deutlich, dass auch eine Landratswahl an König Fußball nicht vorbeikommt. So wurde mehrfach der Zwischenstand des Hessenderbys in der Fußball-Bundesliga zwischen Eintracht Frankfurt und Darmstadt 98 durchgegeben. Und in seiner Dankesrede gab Fußballfan Will unumwunden zu, dass ihn der 1:0-Erfolg der Darmstädter Lilien freue.

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