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VHS sucht nach Dozenten für Deutschkurse: "Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen"

Sprache ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. Noch, so scheint es, passt dieser Schlüssel in Rüsselsheim nicht richtig ins Schloss. Denn der VHS mangelt es an Fachpersonal für ausreichend Kursangebote.
Keinen Mangel hat die VHS an Kunden, nur die Dozenten werden knapp. Foto: Robin Göckes Keinen Mangel hat die VHS an Kunden, nur die Dozenten werden knapp.
Rüsselsheim. 

Den Mangel, der wegen der wachsenden Flüchtlingswelle täglich größer wird, machte Petra Strehle vergangene Woche vor dem Kultur-, Schul- und Sportausschuss mit einem Bericht der Volkshochschule über das Angebot von Sprach- und Integrationskursen deutlich. Schon heute gleicht die Suche nach Dozenten dem Stochern im Heuhaufen. Im gesamten Rhein-Main-Gebiet, so Strehle, ist der Markt für Volkshochschulen wie leer gefegt. Das liege zum Teil auch daran, dass Schulen die attraktiveren Angebote hätten. „Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen“, gibt Strehle zu bedenken.

 

Alle Plätze sind schon ausgebucht

 

Vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist die im Eigenbetrieb Kultur 123 verankerte VHS Rüsselsheim für Integrationskurse zugelassen. Sie bietet eine breites Portfolio an Kursen „Deutsch als Fremdsprache“, die mit speziellen Angeboten wie Ehrenamtsqualifizierung, Bildungsberatung und Berufsvorbereitung ergänzt werden. 250 Plätze zum Erlernen der deutschen Sprache bieten die aktuellen Kurse, die bereits für ein Jahr ausgebucht sind. Wie die Herausforderung gemeistert werden soll, wenn bis zu 1000 Flüchtlinge kommen, ist für alle Beteiligten nicht überschaubar. Deshalb hat die VHS zusammengestellt, was zur Bewältigung notwendig ist: pädagogische Koordinaten, attraktive Arbeitsbedingungen, Weiterbildungslehrer, Dozenten und zentrale Unterrichtsräume.

Auf die von Regierungsseite angekündigten Personalaufstockungen, erweiterten Fördermöglichkeiten und eine Neuausrichtung der Integrationskurse setzt die VHS ihre Hoffnung, die große Aufgabe Integration im Bereich Erwachsenenbildung besser stemmen zu können. Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) betonte, die Anstrengungen zur Bewältigung des Flüchtlingsansturms dürften sich nicht im baulichen Bereich erschöpfen, sondern müssten um pädagogische Rahmenbedingungen verbessert werden. In Schulen und Kitas werde Beachtliches geleistet.

Neben der VHS stellte auch der Förderverein „Lesen und Lesen lassen“ seine Aktivitäten im Ausschuss vor. Der Verein sieht die Teilhabe möglichst vieler Kinder und Jugendlicher an kultureller Bildung als zentrales Ziel – ein Angebot, das nach Meinung des stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Pöller auch Migrationskindern zugute käme, die an allen Aktivitäten teilnehmen. „Mit der Flüchtlingswelle wird der Verein weiter an Bedeutung gewinnen“, ist Pöller überzeugt.

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