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Bücher: „Wir müssen die Neugier wecken“

An der Pestalozzischule wird ein Leseclub eingerichtet. Die Stadt hat sich bei der Stiftung Lesen und der Stiftung Flughafen für das Projekt beworben. In der Mediathek war die Auftaktveranstaltung.
Sie freuen sich: Bürgermeister Thomas Jühe, Schulleiter Simon Reiss, Jörg Maas (Stiftung Lesen), Minister Alexander Lorz, Jutta Nothacker und Renate Völlinger (v. li.) mit Grundschulkindern. Foto: Rüdiger Koslowski Sie freuen sich: Bürgermeister Thomas Jühe, Schulleiter Simon Reiss, Jörg Maas (Stiftung Lesen), Minister Alexander Lorz, Jutta Nothacker und Renate Völlinger (v. li.) mit Grundschulkindern.
Raunheim. 

Zur Initiierung des Leseclubs in Raunheim reiste sogar Kultusminister Alexander Lorz (CDU) an. Als alle Reden gehalten waren, zeigte der Christdemokrat, wie schön das Lesen sein kann und machte den anwesenden Kindern Lust auf Bücher. Er selbst präsentierte einen Auszug aus „Herr der Diebe“ von Cornelia Funke, einer Autorin, die er sehr schätzt.

So viel Prominenz komme nicht oft zusammen, meinte er angesichts der Gästeliste, die auch die Bedeutung des Projekts ausdrücke. „Ich finde, dass ist eine tolle Idee“, zeigte er sich begeistert von dem Leseclub, der Kinder einen Raum für das Lesen biete. Für die Initiierung sei Raunheim ein ganz besonderer Platz. Die Pestalozzischule nehme so ziemlich an allen Projekten des Kultusministeriums teil, meinte Alexander Lorz schmunzelnd.

Der Leseclub ist ein Projekt der Stiftung Lesen und der Stiftung Flughafen Frankfurt. Mit dem Leseclub soll die Lesekompetenz gefördert werden, nicht zuletzt wegen der Ergebnisse der Norah-Studie, teilte Jutta Nothacker, die Geschäftsführerin der Stiftung Flughafen, mit.

Jörg Maas, der Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, beschrieb den Leseclub: „Die Kinder sollen sich mit Büchern, Zeitungen, Spielen, aber auch digitalen Medien gemeinsam beschäftigen und mit dem Lesen vertraut machen.“ Im Rhein-Main-Gebiet haben neben der Pestalozzischule noch die Offenbacher Grundschule Buchhügel, die Hattersheimer Heinrich-Böll-Schule und die Berthold-Otto-Schule in Frankfurt den Zuschlag bekommen.

Die Stadt hat sich mit einem ganz besonderen Konzept bei der Stiftung für ihre Teilnahme an dem Förderprojekt Leseclub beworben. „Die Kinder sollen nicht nur in der Mediathek sitzen, und wir lesen ihnen vor“, erklärte Renate Völlinger, die Teilfachbereichsleitung für Soziales und Kultur. Vielmehr soll bei den Kindern die Neugier an Büchern geweckt werden. Die Kinder sollen Dinge mit allen Sinnen erfahren, sie sollen mit Erlebnissen an die Bücher herangeführt werden. „Wir müssen die Neugier wecken“, unterstrich Renate Völlinger.

Deshalb unternimmt der Leseclub mit den Schülern Ausflüge. Beispielsweise wird der Flughafen ein Ziel sein. „Wir gehen zum Flughafen, die Kinder riechen das Kerosin, sehen die Flugzeuge, hören die Starts“, beschrieb die Verwaltungsmitarbeiterin. Dann können die Mädchen und Jungen beim Leseclub die Erlebnisse in Büchern über Flughäfen nachempfinden. „So entsteht Spaß am Lesen“, versicherte Völlinger.

Mit dem Zoo und dem Naturerlebnisgarten nannte sie weitere Ausflugsziele. Gerade mit den Naturwissenschaften sollen die Kinder in Kontakt kommen. Die Welt bestehe aus physikalischen und chemischen Zusammenhängen, die die Kinder erfahren sollen. Die Teilnehmerzahl sei auf 15 Kinder begrenzt, um vernünftig mit ihnen arbeiten zu können, so Völlinger. Am Leseclub dürfen Kinder der dritten und vierten Jahrgangsstufe teilnehmen. Die Laufzeit beträgt zunächst drei Jahre. In dieser Zeit wird er mit insgesamt 6000 Euro unterstützt.

Der Leseclub hat ehrenamtliche Helfer. Darunter befinden sich Mitglieder des marokkanischen Freundschaftskreises, des türkischen Kultur- und Bildungsvereins sowie Serdar Tanner, früherer Vorsitzender des Ausländerbeirats. Außerdem helfen eine Mitarbeiterin der Mediathek und Renate Völlinger. Der Club soll sich jeden Donnerstagnachmittag für zwei Stunden in der Bücherei der Schule treffen. Der Leseclub mit der Sprachförderung passe gut zur Inklusion und dem Ganztagsbetrieb, zwei Schwerpunkten der Grundschule.

Bürgermeister Thomas Jühe hatte ausdrücklich die Kinder begrüßt: „Ihr seid unser Schatz, aus diesem Schatz wollen wir etwas machen“, betonte er. Mit dem Leseclub werde die Entwicklung unterstützt und eine gute Zukunft ermöglicht. rko

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