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Denk- und Konzentrationsspiele: Zum Nachtisch gibt es Gehirnjogging

Wer Gesellschaftsspiele mag, der ist montags im Haus unter der Linde richtig. Allerdings wird dort das Spiel Rummikub bevorzugt.
Gerda Hettkamp, Inge Schwebbach-Dittmer, Dorothee Herberich und Ingeborg Wagner (von links) spielen gerne nach dem Essen Rummikub. Gerda Hettkamp, Inge Schwebbach-Dittmer, Dorothee Herberich und Ingeborg Wagner (von links) spielen gerne nach dem Essen Rummikub.
RAUNHEIM. 

Montagnachmittags gibt es im Seniorenberatungs- und Hilfezentrum zum Mittagessen gleich zwei Desserts. Einmal eine Süßspeise und dann noch einen Nachtisch zum Denken und Konzentrieren. „Spielenachtisch“ nennt sich das Angebot für die Senioren. Es bleiben aber gar nicht so viele Senioren zum „Spielenachtisch“. Vielmehr wechselt das Publikum. Senioren, die zu Hause zu Mittag aßen, setzen sich an die Tische. Im Übrigen nur Damen. „Männer können nicht so gut verlieren“, sind sich die vier Frauen Ingeburg Wagner, Gerda Hettkamp, Inge Schwebbach-Dittmer und Dorothee Herberich lachend einig. Dennoch, sie würden sich schon auch Männer in der Runde wünschen.

Die vier Frauen packen das Spiel Rummikub aus. Das dem Kartenspiel Rommé ähnliche, aus Rumänien stammende Denk- und Konzentrationsspiel mit den Zahlenplättchen, ist äußert beliebt. Denn für Senioren sei es schwierig, Karten in der Hand zu halten, meint Herberich.

Keine Anfänger mehr

„Sie sitzen hier nicht an einem Tisch für Anfänger“, stellt Wagner gleich mal klar und steckt ihre 14 Spielsteine auf ihren Ständer. Schnell wird deutlich: Ein guter Überblick über die eigenen Spielsteine und die Plättchen ist wichtig. Die eigenen Steine müssen sinnvoll auf dem Ständer sortiert werden. Die vom Gegner abgelegten Zahlenkombinationen müssen beobachtet werden, um schnell reagieren zu können.

Dies ist der einzige Spieltisch, an dem die Punkte notiert werden. „Sonst spielt man lockerer“, meint Wagner schmunzelnd. „Die anderen sind nicht so verbissen wie wir“, sagt Schwebbach-Dittmer augenzwinkernd. Die vier Frauen lachen dennoch viel, fluchen aber auch mal leise vor sich hin. Ein „verflixt“ ist durchaus mal zu vernehmen. Sie wollen gewinnen und es nervt, wenn es mehrere Runden nicht läuft.

Den „Spielenachtisch“ gibt es bereits seit vier Jahren. Zuvor hatte sich Erika Jehle, die Leiterin des Seniorenberatungs- und Hilfezentrums, über viele Monate bemüht, am Freitag einen Spielenachmittag einzuführen. Allerdings erfolglos, wie sie einräumt. „Das wurde nicht gut angenommen“, blickt sie zurück.

Für sie ist es wichtig, dass die älteren Menschen aus ihren eigenen vier Wänden herauskommen. „Wir wollen den Senioren einen Anreiz geben, Kontakte zu knüpfen“, sagt sie. Nicht zuletzt deshalb werde auch das Mittagessen in dem Haus unter der Linde angeboten. Abgesehen von der Geselligkeit und der Unterhaltung würden Gesellschaftsspiele die Konzentration fördern. Nachdem sie den Spielenachmittag als einen „Spielenachtisch“ montags direkt nach dem Mittagessen anbietet, läuft es. Zwölf Frauen setzten sich regelmäßig nach dem Mittagessen an die Tische und freuen sich auf die Abwechslung. Manchmal spielen sogar 16 Seniorinnen mit, berichtet Jehle. Gemütlich wird es, wenn eine Seniorin einen selbstgebackenen Kuchen mitbringt.

Abwechslung gewünscht

Rummikub hat sich im Laufe der Zeit unter den Seniorinnen einen festen Platz erspielt. Mitunter kommen auch mal andere Spiele zum Vorschein. Skip-Bo ist ebenfalls beliebt, auch wenn die Damen dann Karten in der Hand halten müssen. Ingeburg Wagner, Gerda Hettkamp, Inge Schwebbach-Dittmer und Dorothee Herberich wollen beim „Spielenachtisch“ Abwechslung finden und ihre Konzentration fördern. Sie kennen Gesellschaftsspiele freilich noch von früher, als sie noch eifrig mit ihren Kindern spielten. Die Namen Malefiz und Monopoly fallen schnell. Nicht zu vergessen, die vielen Würfelspiele und Rommé. Sie halten Gesellschaftsspiele auch im Zeitalter der Smartphones für wichtig. Weil die Kinder das Gewinnen und das Verlieren lernen müssten.

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