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Demonstration auf dem Bahnhofsplatz: Zusammenstehen für Deniz Yücel

Die Opel-Stadt zeigt Flagge für den deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel. Der hat eine Rüsselsheimer Vergangenheit und sitzt seit genau einem Monat in der Türkei im Gefängnis.
„Freiheit für Deniz Yücel“: Matthias Schäfer hat zur Kundgebung gerufen, 200 Rüsselsheimer sind gekommen. Bilder > „Freiheit für Deniz Yücel“: Matthias Schäfer hat zur Kundgebung gerufen, 200 Rüsselsheimer sind gekommen.
Rüsselsheim. 

 Aus den Boxen singt Iggy Pop „Lust for Life“, die Leute rauchen, jemand verteilt Flyer. Rund 200 Menschen stehen auf dem Rüsselsheimer Bahnhofsplatz. Sie sind gekommen, um gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel zu protestieren. Yücel hat in den 90ern in der Opel-Stadt Abitur gemacht, Theater gespielt, Freunde seit frühester Jugend. Und einige dieser Freunde haben nun zum Protest aufgerufen. Seit genau einem Monat sitzt Deniz Yücel im Knast in der Nähe von Istanbul. Darüber sind viele Rüsselsheimer fassungslos. Sie wollen jetzt am Bahnhof ihrer Betroffenheit Ausdruck verleihen.

Matthias Schäfer kennt Deniz Yücel seit 1990. Er umreißt Yücels Zeit in der Opel-Stadt, berichtet von seinen ersten journalistischen Erfahrungen, erzählt von politischen Aktivitäten, von Kontroversen mit Gauck, Trittin, Sarrazin. Rund 40 Minuten spricht er. Zum Abschluss sagt er: „Jeder Tag, in dem Deniz in Haft ist, ist ein Tag zu viel!“ Die Leute applaudieren.

Auch viele Magistratsmitglieder sind zur Versammlung gekommen. Erst in der vergangenen Woche hatten die Stadtpolitiker eine Resolution verabschiedet, in der sie die sofortige Freilassung von Yücel fordern. Die meisten Politiker hatten sich für die Resolution ausgesprochen. Doch gab es auch kritische Stimmen: Ein Abgeordneter nannte Deniz Yücel einen „Hetzer und Hasser“. Und auch die kontroversen und satirischen Texte des Journalisten werden daher am Bahnhof diskutiert. Gibt es auch unterschiedliche Meinungen zu diesen Texten, so stehen die Rüsselsheimer doch heute nebeneinander, um geschlossen für Meinungs- und Pressefreiheit zu demonstrieren.

Zum Abschluss klingt die Gitarren-Hymne „Denkmal“ von „Wir Sind Helden“ aus den Boxen. Die Leute stehen noch ein bisschen zusammen, diskutieren, und Matthias Schäfer richtet einen Appell an sie: „Wenn Ihr jetzt eine Zigarette rauchen wollt – dann tut das doch. Raucht sie für Deniz. Das würde ihm gefallen.“

Echo-Redakteur Sven Westbrock, Politiker Jens Grode, Bürgermeister Michael Antenbrink, Moderator Marc Irmen und Radio-Mitarbeiter Achim Weidner (v. li.) sprechen über Deniz Yücel und die Türkei.
„Wer Meinungsfreiheit unterbindet, hat Angst“ Radio Rüsselsheim thematisiert Haft von Deniz Yücel in ...

Radio Rüsselsheim macht sich Sorgen um seinen ehemaligen Mitarbeiter Deniz Yücel. Deswegen organisierte der Sender eine einstündige Sondersendung.

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