Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 25°C

„Vor den Latz geknallt“

Im Planungsausschuss wurde heftige Kritik an den Rodungsarbeiten der Firma ARS Altmann geübt. Die Aktion am Lausböhl war nicht mit der Stadt abgesprochen.

Gross-Gerau. Den Verantwortlichen der Autologistik-Firma ARS Altmann dürften am Mittwoch die Ohren geklungen haben: Der Planungsausschuss befasste sich erneut mit den Erweiterungsplänen der Firma am Lausböhl und übte heftige Kritik an „vorbereitenden Arbeiten“, obwohl noch keine Genehmigung vorliege.

Die gegen die Erweiterungspläne protestierende Nachbarschaft, die mit Argusaugen alle dortigen Vorgänge verfolgt, hatte es an den Tag gebracht: Anfang letzter Woche war damit begonnen worden, den Damm, der das Altmann-Gelände in Richtung Dornberg abschirmt, an drei Stellen zu durchbrechen und Rodungsarbeiten vorzunehmen. Das hatte auch die Verantwortlichen im Rathaus aufhorchen lassen.

Bürgermeister Stefan Sauer (CDU) erklärte nun vor dem Planungsausschuss, dass er Kontakt mit dem Inhaber aufgenommen habe, um die Ursache des Vorganges zu erfahren. Dort sei ihm gesagt worden, dass eine Genehmigung der Unteren Naturschutzbehörde vorliege, nach der die Rodung von insgesamt 355 Quadratmetern Bewuchs erlaubt sei. Sollte nämlich der Erweiterungsplan genehmigt werden, dürfe nicht mehr gerodet werden, weil die Schonzeit wegen der Vogelbrut vom 1. März bis 31. September andauere.

Wird Firmengelände


noch mehr vergrößert?

Von diesem Vorgang sei man selbst im Rathaus überrascht gewesen, sagte Sauer. „Wir waren nicht eingebunden“, erklärte er. Und: „So etwas kratzt an den Nerven bei der angespannten Situation.“ Um zu erfahren, was da läuft, habe er sich an die Firmenleitung gewandt und auch gleich einige Zahlen zur Kenntnis genommen, die deren Beweggründe unterstreichen.

So habe es 2015 einen Fahrzeug-Umschlag von 103 624 Autos gegeben. In diesem Jahr werde es wahrscheinlich eine Steigerung auf 116 100 Umsetzungen geben. Darüber hinaus erhofft sich die Firma einen Neuvertrag mit einem in der Region ansässigen Autohersteller über 25 000 Leasing-Rückläufer pro Jahr. Deshalb werde wohl die Erweiterung der Parkflächen um die beantragten zwei Hektar nicht ausreichen. ARS Altmann habe deshalb erklärt, aller Wahrscheinlichkeit nach eine weitere Halle mit 2500 Quadratmetern Nutzfläche bauen zu wollen. Ebenso sei die Errichtung einer Lackiererei und einer Servicestation vorgesehen. Dadurch würden 50 neue Jobs geschaffen.

Der Rathauschef übte Kritik: Es sei „nicht gut, dass man dort bereits Tatsachen schafft“. Besser wäre es gewesen, die gemeinsame Abwägung abzuwarten, in der über das Vorhaben diskutiert und abgestimmt wird. Auch Jürgen Martin (SPD) schlug ähnliche Töne an: „Altmann hat sich keinen Gefallen getan, indem er der Maßnahme vorgreift und eine Politik der halb vollendeten Tatsachen schafft.“ Besser, die Firma hätte sich um Missstände wie fehlende Toiletten gekümmert, anstatt „uns so vor den Latz zu knallen“. miko

Mehr aus Rüsselsheim

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse