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100 Jahre altes Kanalschiff: „Willi“ lässt Besucher in seinen Bauch

Der erste Besuchstag bei „Willi“, dem bei Ginsheim ankernden historischen Binnenschiff, litt unter dem hochsommerlichen Wetter. Für die kommenden Veranstaltungen ist die zu erwartende Kühle nur von Vorteil.
Gunter Baumgartner, Präsident des Basler Vereins »Historische Binnenschifffahrt«, hisst an der »Willi« die Schweizer Flagge. Foto: Ralph Keim Gunter Baumgartner, Präsident des Basler Vereins »Historische Binnenschifffahrt«, hisst an der »Willi« die Schweizer Flagge.
Ginsheim-Gustavsburg. 

Binnenschiffe prägen auch heute noch das Bild auf den großen Flüssen in ganz Europa. Wer wissen will, wie es im Bauch eines solchen Schiffs aussieht und wie sich das Leben an Bord abspielt, kann dies derzeit in Ginsheim erleben. Denn in unmittelbarer Nachbarschaft zur Ginsheimer Schiffsmühle ankert „Willi“, ein 100 Jahre altes Binnenschiff.

„Wir befinden uns hier auf einer sogenannte Péniche, ein kastenförmiges Kanalschiff“, erläuterte Gunter Baumgartner, Präsident des Basler Vereins „Historische Binnenschifffahrt“, der die „Willi“ 2004 erworben hat und sukzessive zu einem Veranstaltungsschiff aus- und umbauen ließ. Das Problem des ersten Besuchstags: Am Sonntag zeigte sich der Hochsommer noch einmal von seiner heißesten Seite. Zwar waren es „nur“ 33 Grad, doch im Innern von „Willi“ trieben selbst die geringsten Bewegungen den Schweiß in Strömen aus den Poren. „Willkommen in der Sauna“, begrüßte Baumgartner daher die Besucher, die trotz Schwimmbadwetters kamen.

Erbaut wurde die „Willi“ 1909 in den Niederlanden, wo sie zunächst als Treidelkahn ihren Dienst verrichtete und in den folgenden Jahrzehnten wechselnde Besitzer hatte. Den Namen „Willi“ bekam das Schiff erst 1956. 1986 erfolgte die Stilllegung. Eine neue Heimat fand die „Willi“ zunächst im deutschen Rheinschifffahrtsmuseum in Mannheim. 2004 drohte dem Binnenschiff die Schrottpresse. „Unser Verein hat daraufhin die ’Willi’ im Juli 2004 übernommen“, berichtete Baumgartner.

Eine Aufgabe des Vereins „Historische Binnenschifffahrt“ ist es, das Binnenschiff als Industriedenkmal zu erhalten und der Bevölkerung zugänglich zu machen, indem es unterschiedliche Liegeplätze ansteuert. Ähnlich verfährt der Ginsheimer Schiffsmühlenverein, der seine Schiffsmühle allerdings hat nachbauen lassen.

Noch bis zum 5. September sind „Willi“ und die daneben ankernde Schiffsmühle täglich von 13.30 bis 18 Uhr, am 6. September bereits um 11 Uhr, für Besichtigungen geöffnet. Am heutigen Dienstag gibt es um 19 Uhr im Bauch von „Willi“ ein Konzert der Musikschule Mainspitze. Am morgigen 2. September liest ab 19 Uhr Helge Weichmann aus seinem Roman „Schandgrab“. Am kommenden Freitag wird im Schiffsbauch um 19 Uhr ein rustikales Büfett serviert. Am 5. September steigt um 19 Uhr die „Crazy Show“ der Büchner-Bühne Riedstadt. Mit „Kaffee, Kuchen und Pianomusik im Schiffsbauch“ am 6. September von 14 bis 17 Uhr endet das Gastspiel von „Willi“ in Ginsheim.

Am 27. September wird um 11 Uhr der vierte „Geburtstag“ der Ginsheimer Schiffsmühle gefeiert. Zur Feier kommt der Seemannschor aus Biebesheim. Jochen Frickel stellt seinen Heimat-Krimi vor. Der Festplatz auf der Rampe ist von 12 bis 18 Uhr geöffnet. rke

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