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Bauen: Das Los entscheidet - 100 Bewerber konkurrieren um 34 Privatbauplätze

Vor den Sommerferien stehen in Niederdorfelden noch ein paar Dinge zur Debatte. Das machten jetzt zwei öffentliche Sitzungen des Haupt,- Finanz- und Sozialausschusses am Dienstag und Mittwoch deutlich.
In dem geplanten Neubaugebiet „Im Bachgange“ in Niederdorfelden soll es künftig 34 Privatbauplätze geben. Wer einen bekommt, entscheidet das Los. In dem geplanten Neubaugebiet „Im Bachgange“ in Niederdorfelden soll es künftig 34 Privatbauplätze geben. Wer einen bekommt, entscheidet das Los.
Niederdorfelden. 

Die erste Sitzung des Haupt,- Finanz- und Sozialausschusses fand zusammen mit dem Planungs,- Umwelt- und Kulturausschuss im Mehrgenerationenhaus am Lindenplatz statt. Vor allem ein Tagesordnungspunkt dürfte die Zuhörer an diesem Abend interessiert haben – die Vergabe der Bauplätze im geplanten Neubaugebiet „Im Bachgange“ (an der L 3008) oder eher die Modalitäten, die wichtig sind.

Es laufe noch die Umlegungsphase, informierte Bürgermeister Klaus Büttner (SPD). Der Bebauungsplan liege beim Regionalverband in Frankfurt noch eine Woche offen. Wenn danach das Regierungspräsidium grünes Licht gäbe, alles weitere beschlossen sei, könne man weitersehen. Er erinnerte auch daran, dass der Denkmalschutz noch eine Rolle spielen könnte. Mit mehreren hunderttausend Euro, die vor dem ersten Spatenstich und in den nächsten Jahren anfallen, werde das Bauprojekt eine kostspielige Angelegenheit.

Diplom-Ingenieur Ralf Trollmann von der ZSE Immobilien GmbH gab einen Überblick zum Stand der Grundstücksverteilung. Verwundert und leicht schockiert mussten die Anwesenden, darunter auch potenzielle Bauherren, die Auslegungen zur Kenntnis nehmen. „Im Bebauungsplan waren circa 110 Grundstücke mit Einzel-und Doppelhäusern sowie zwei Reihenhausreihen geplant“, erklärte er. „10 000 Quadratmeter davon in privater Hand, 63 00 als Eigentum der Gemeinde, etwa als Fläche für ein neues Rathaus und ein Seniorenheim. Jetzt ist es so, dass aktuell noch 34 Bauplätze für Privatleute übrig sind.“

Transparentes System

Und das ist die Krux an der Sache: 34 Bauplätze stehen zur Verfügung, aber mehr als 100 Bewerber wollen sie haben. Das verlange nach einem transparenten, fairen Vergabesystem, bei dem sich hinterher keiner beschweren könne, sagte Büttner. Beschlossen wurde deshalb einstimmig ein Verfahren nach den Kriterien: Niederdorfelder Einwohner, die mit Stichtag 1. Juni 2018 gemeldet sind, haben Vorrang.

Jede Familie kann sich nur auf ein Grundstück bewerben. Innerhalb von zwei Jahren muss der Baubeginn erfolgen. Über die endgültige Vergabe entscheidet das Los unter notarieller Aufsicht. Hinsichtlich des Flächennutzungsplanes ab 2021 und der möglichen Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete forderte der Gemeindevorstand den Einsatz eines Planers. Horst Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen) lehnte eine Bebauung über die L 3008 hinaus schon im Voraus kategorisch ab und sprach von „Flächenfraß“.

Natur erhalten

„Wenn diese Grenze überschritten wird, gibt es gar kein Halten mehr“, so Schmidt wörtlich. „Wir müssen das bisschen Natur, das wir noch haben, unbedingt erhalten.“ Bürgermeister Büttner hielt entgegen, dass es sich vorläufig nur um einen Prüfvorschlag handele. Die Ausschussmitglieder sahen das meist genauso und stimmten zu.

Differenzen traten auch bei der Diskussion um einen zusätzlichen Gehweg an der Bischofsheimer Straße zutage. Im April hatten die Grünen eine umfassende Kostenübersicht gefordert. Nun nannte Büttner eine „grobe Kostenschätzung“ von rund 350 000 Euro für Bürgersteig, Entwässerung, Baumfällen und eventuelle Rechtstreite mit Anliegern. Das genügte Schmidt nicht. Er setzte durch, dass bis zur Gemeindesitzung kommende Woche genaueres Zahlenmaterial vorgelegt werden soll.

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