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25-Millionen-Projekt: Das neue Kurhaus wird Bad Vilbel von Grund auf verändern

Von Selbst den oppositionellen Mitgliedern zweier Ausschüsse bleibt in ihrer gemeinsamen Sitzung zur Zukunft des Kurhauses am Donnerstagabend nicht viel übrig, als dem Chefplaner des Kurhausumbaus Klaus Minkel ein hohes Lob auszustellen. Die Ausschüsse stimmen den Zukunftsplänen mit großer Mehrheit zu, sind doch sogar schon Betreiber für die neue Stadthalle und das geplante Hotel gefunden. Trotzdem wird es im Stadtparlament am Dienstag noch Redebedarf geben.
Schon im Vorfeld der Sitzung werden die Pläne eifrig diskutiert. Bilder > Schon im Vorfeld der Sitzung werden die Pläne eifrig diskutiert.
Bad Vilbel. 

Von einem „fast historischen Tag“ spricht der Bad Vilbeler CDU-Parlamentarier Karl Peter Schäfer schmunzelnd nach der zweistündigen gemeinsamen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses sowie des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses im Kurhaus. Denn dort haben die Politiker die Weichen für das 25-Millionen-Euro-Projekt gestellt, das das Herz der Stadt von Grund auf verändern wird.

Dass es mit den Planungen zum Umbau des Kurhauses mit Erweiterung um eine Stadthalle nicht nur sehr schnell ging, sondern Stadtrat und Stadtwerke-Chef Klaus Minkel (CDU) dabei auch schon außergewöhnliche Lösungen vorstellen konnte, bringt ihm Lob von allen Seiten ein. Denn Minkel hat den Abgeordneten ein umfassendes Paket vorgelegt, wie man es bei derartigen Projekten nur selten finden dürfte.

Und so ist in der Sitzung auch schnell klar, dass das Architektenbüro Vielmo aus Stuttgart seinen Entwurf verwirklichen darf – auch wenn das letzte Wort das Stadtparlament am Dienstag haben wird. Das sieht als Kunstgriff eine gläserne Orangerie vor, die viel vom Kurpark auf der Niddaseite in ein Glanzlicht rückt. Vielmo darf sich sogar an der großen Lösung versuchen, die neue Stadthalle wird somit über einen Saal mit über 1000 Sitzplätzen in Reihenbestuhlung haben.

Stadt erhält Jahresmiete

Denn Minkel ist ebenfalls ein Kunstgriff gelungen. So spricht das Unternehmen Spaces aus Offenbach, spezialisiert auf Hallenmanagement, bei dieser Lösung nicht nur von viel besseren Marktchancen, sondern bietet auch gleich den kompletten Be- und Vertrieb der Halle mit vollständiger Vermarktung und Vermietung an.

Gemeinsam mit dem Veranstaltungsspezialisten Satis & Fy aus Karben soll sogar eine moderne Ausstattung für Veranstaltungen installiert werden. Dafür zahlt das Unternehmen eine Kaltmiete von 336 000 Euro pro Jahr an die Stadt. „Damit ist die Abschreibung ohne finanziellen Aufwand für die Stadt zu bestreiten“, schildert Minkel. Da auch die 25 Millionen Euro für der Bau selbst aus dem Stadtsäckel bestritten werden könne, fielen keine Kreditzinsen an.

Spaces will vorrangig an Wochentagen kulturelle Veranstaltungen und Kongresse in das neue Haus bekommen, Vereine und städtische Veranstaltungen können vor allem am Wochenende stattfinden. Die kleineren Nebenräume stehen Vereinen auch unter der Woche zur Verfügung. Kostenlos.

Doch nicht nur hier scheint Minkel einen Volltreffer gelandet zu haben. Auch für das Hotel in unmittelbarer Nachbarschaft gibt es zwei seriöse Anbieter. Die Firma Oxalis sei allerdings sehr spät eingestiegen. Deswegen folgt der Ausschuss mehrheitlich (noch haben sich die SPD und die Grünen enthalten, um weiter die Fakten zu sondieren), Minkels Vorschlag, dem Angebot der Familie Schildge und dessen Unternehmen E+P GmbH & Co. KG mit Sitz in Rüsselsheim zu folgen.

Das war bereits für den Bau eines neuen Hotels im Vorfeld des Rüsselsheimer Hessentages zuständig, nun hat sie eine Absichtserklärung der Dorint-Kette, das Bad Vilbeler Hotel betreiben zu wollen. Als zusätzliches Bonbon macht das Unternehmen das Angebot, 100 der geplanten 400 Tiefgaragen-Stellplätze unterhalb des Areals auf eigene Kosten zu bauen. „Das wird die Stadtwerke als Bauherren entlasten“, schildert Minkel den Vorteil hier.

Grünen-Anträge diskutiert

Am Hotel allerdings gibt es dann doch noch einige Bedenken der Opposition. So spricht Christian Kühl (SPD) die Befürchtung aus, dass dafür zu viele gestandene Bäume fallen müssen. Clemens Breest (Grüne) führt aus, dass ja bereits ein Betreiber für die Stadthalle gefunden sei. „Brauchen wir das Hotel dann noch?“, fragt er. Doch er bekommt ein klares „Ja“ von Tobias Utter (CDU). Denn nur in der Kombination mit einem Hotel sei die Stadthalle sinnvoll etwa für Kongresse verwendbar. Das an der Kasseler Straße gelegene Haus diene außerdem als Lärmschutz-Riegel, da an dieser Stelle keine Lärmschutzwand im Zuge des Bahnausbaus entstehen werde.

Auf Einmütigkeit stößt ein Antrag der Grünen, dass weiterhin regelmäßig über die Kosten und die Wirtschaftlichkeit des Unterfangens informiert wird. Ebenso damit, dass der Behindertenbeauftragte der Stadt Hans-Joachim Prassel frühzeitig in die Planungen einbezogen wird, um auf Mängel bei der Barrierefreiheit hinzuweisen.

Diskussionsbedarf wird es allerdings noch zu zwei anderen Vorschlägen der Grünen geben. Zum einen fordern sie die politische Willenserklärung, dass das Gebäude etwa durch Photovoltaik klimaneutral errichtet wird. Dafür erhalten sie allerdings nur den Zuspruch der SPD, die anderen lehnen unter anderem aus Kostengründen ab.

Zum anderen wollen sie 50 zusätzliche Fahrradständer. Hier erreichen sie große Zustimmung, scheitern aber mit dem zweiten Teil des Antrags. Denn ein Anwohnerparken soll es rund um den neuen Komplex nicht geben.

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