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Diskussionen: Debatte um Verkauf der Oberburg geht weiter

Der Vorstoß der SPD, die Stadt Karben soll die Oberburg im Herzen von Burg-Gräfenrode kaufen, hat noch einmal die Diskussion befeuert. In der Sache indes scheint es wenig Bewegung zu geben.
Die Idylle trügt: Um die Zukunft der Oberburg in Burg-Gräfenrode ist ein heftiger Streit entbrannt. Die Idylle trügt: Um die Zukunft der Oberburg in Burg-Gräfenrode ist ein heftiger Streit entbrannt.

Die Gegner eines Verkaufs der Oberburg durch die Evangelische Kirche Hessen-Nassau (EKHN) an einen privaten Investor lassen nicht locker. Jetzt haben sich Mitglieder der Interessengemeinschaft Oberburg mit dem Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde getroffen. Denn der spricht sich mehrheitlich für den Verkauf der unter Denkmalschutz stehenden, aber sanierungsbedürftigen Burg aus.


Man habe dem Kirchenvorstand einen Finanzierungsvorschlag unterbreitet, informiert Ortsvorsteher Karlfred Heidelbach (CDU), Mitglied der IG Oberburg. Grundidee ist, möglichst viele Räume im ersten Stock und im Erdgeschoss zu vermieten, damit Geld reinkommt für die Sanierungsarbeiten. Der Gesangverein könnte künftig in der Burg singen, sagt Heidelbach. Denn am jetzigen Domizil kämen viele Mitglieder die Treppe nicht hoch.


Restrisiko bleibt


Auch im Erdgeschoss könne man Vereine unterbringen. Die IG plädiert dafür, die Einnahmen aus den Vermietungen der Wohnungen im zweiten Stock zu erhöhen. »Sie liegen bei sechs Euro je Quadratmeter. Das ist weit unter der ortsüblichen Miete«, argumentiert Heidelbach. Insgesamt ließen sich damit weit höhere Einnahmen als die jetzigen 14 400 Euro pro Jahr erzielen.
Die Finanzierung ist der Knackpunkt. Denn ein Kauf der Burg würde rund 590 000 Euro zuzüglich Grunderwerbssteuer und Notargebühren kosten, mithin etwa 650 000 Euro, sagt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Hinzukämen notwendige Umbauarbeiten, um etwa im ersten Obergeschoss weitere Wohnflächen zu schaffen. Zudem stehe noch die Sanierung der Elektrik an. »Das Restrisiko bezüglich dieser Kosten verbleibt immer beim Eigentümer, und bei einem derart alten Objekt inklusive Denkmalschutzauflagen muss man es sich gut überlegen, ob die Stadt hier ins Risiko geht.«


Rahn verweist zudem auf die Beschlusslage. Wichtig sei für die Stadt, dass der Spielplatz langfristig öffentlich nutzbar und somit die Grünfläche in der Ortsmitte erhalten bleibe. Dazu liegt ein Stadtverordnetenbeschluss vor, dieses Areal mit gut 3000 Quadratmetern zu kaufen. Diesen Beschluss vertrete er als Bürgermeister, solange es keinen anderen Parlamentsbeschluss gebe. Bezüglich der Freifläche bedürfe es keinen neuen Antrages, sagt er zu dem SPD-Vorstoß.


Zudem weist Rahn die Opposition darauf hin, dass sie einen Gegenvorschlag unterbreiten müsse, woher das Geld zum Kauf der Burg kommen soll. Die SPD müsse konkrete Nutzungsvorschläge und außerdem konkrete Deckungsvorschläge für Kauf und Sanierungskosten nennen.


Zudem müsse man daran denken, dass die Stadt in den nächsten Jahren drei Kindergärten, zwei Feuerwehrgerätehäuser und eine neue Sporthalle bauen müsse. Hinzukämen Wünsche nach Investitionen in günstigen Wohnraum. Dazu noch mehrere Ortsdurchfahrten und diverse Radwege. »Es müsste also auch entschieden werden, auf welche Investitionen die Stadt im Gegenzug verzichten soll.«


Das Stadtoberhaupt sagt, das Hauptproblem bei einem Kauf durch die Stadt wäre, dass die Stadt für alle Umbau-, Unterhaltungs- sowie Verwaltungsarbeiten auf eigenes Personal oder externe Firmen angewiesen sei. Zudem sei man an die stringenten Ausschreibungs- und Vergaberegelungen gebunden.


Konzept erarbeitet


Die Umbau-/Sanierungs- und Nebenkosten sind deutlich höher als bei privaten Eigentümern. Zudem hat die Stadt keinerlei steuerlichen Abzugsmöglichkeiten, die etwa private Eigentümer oder Firmen hätten. »Diese Argumente gelten im Übrigen auch für die Kirche.«


Der Kirchenvorstand wird sich nach Angaben seiner stellvertretenden Vorsitzenden Ina Lauster-Ulrich am 27. Oktober mit dem Verkauf befassen. Die Interessengemeinschaft habe mitlerweile ein Konzept vorgelegt, zu dem sie mittlerweile den Entwurf einer Antwort erarbeitet habe. Details wollte sie gegenüber dieser Zeitung nicht nennen, bevor der Kirchenvorstand entschieden habe. Nnur so viel sagt sie: »Es gibt in dem Konzept nichts, was auch wir nicht schon vorher überlegt haben.« Parallel zu den Diskussionen bereitet die EKHN die Ausschreibung im Internet zum Verkauf der Burg vor.

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