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Musik und Poesie: Hinreißende Mischung beim Konzert in der Christuskirche

Fernab von Helau und Kamelle trafen sich Orgel und Violine, gespielt von Geraldine Groenendijk und Cornelia Scholz, zu einem bunten Crossover aus Musik und Poesie zwischen dem deutschen Barock und dem argentinischen Tango. So war in der Christuskirche für jeden etwas dabei.
Sind ein eingespieltes Duo (von links): Die Musikerinnen Geraldine Groenendijk und Cornelia Scholz. Sind ein eingespieltes Duo (von links): Die Musikerinnen Geraldine Groenendijk und Cornelia Scholz.
Bad Vilbel. 

Wenn die beeindruckende Walcker-Orgel der Christuskirche mit ihrem vielseitigen Klangspektrum und dem frei beweglichen Spieltisch von Geraldine Groenendijk gespielt wird, freuen sich die Orgelfans auf den Facettenreichtum, den dieses Instrument unter begabten Händen und Füßen bieten kann. Kommt dazu noch die Violine, gespielt von Cornelia Scholz, Konzertmeisterin der Kammerphilharmonie Seligenstadt, dann ist zu erleben, wie zwei an sich bereits eindruckvolle Instrumente und Interpretinnen im Duett eine faszinierend neue akustische Atmosphäre erzeugen.

Zwischen den abwechslungsreichen Stücken überraschten die Musikerinnen zusätzlich mit ausgewählten Gedichten. Passend zum Konzerttitel „Musikalische Fastnacht“ füllten sie so das unterhaltsame Programm mit sowohl originellen als auch nachdenklichen Reimen von Erich Kästner über Joachim Ringelnatz bis Kurt Tucholsky. Faszinierend anzusehen war dabei, dass beide Musikerinnen, selbst amüsiert vom Inhalt der Gedichte, diese interpretierten und dabei ihr dramaturgisches Talent zur Schau stellten.

Lebhaft, frisch und dynamisch

Doch zunächst begannen die beiden klassisch mit Georg Friedrich Händels Sonate in D-Dur und Josef Gabriel Rheinbergers Präludium aus der Suite für Violine und Orgel. Bereits hier zeigte sich in reizender Weise, wie die beiden Solo-Instrumente abwechselnd die Führung des Stückes übernahmen und so mit einer lebhaft frischen Dynamik die Werke interpretierten. Mit der Méditation aus der Oper „Thaïs“ von Jules Massenet wurde das Tempo nachdenklicher und ein harmonischer Klangteppich breitete sich über dem Kirchenraum aus.

Deutlich dramatischer und leidenschaftlicher wurde es dann mit imposanten Tangostücken. Den temperamentvollen Anfang machten Groenendijk und Scholz mit dem „Libertango“ von Astor Piazolla – ein Stück, das auf wunderbare Weise die Wandelbarkeit beider Instrumente von der Klassik zur lateinamerikanischen Tanzmusik veranschaulichte. Mit Carlos Gardel und den beiden Stücken „Volver“ und „Por una Cabeza“ glänzten dann beide Musikerinnen mit den Klassikern der Tangomusik. Das frische und komplexe Arrangement des „Por una Cabeza“ zeigte dabei auch, dass in etablierten Stücken der Tangoliteratur noch Platz für Interpretation ist. Im Anschluss folgte mit „Ingrids Tango“ von Daniel Stawinski ein besonders mitreißender Tanz, den die Musikerinnen harmonisch darboten.

Dabei erlebten die Zuhörer eine Art Mini-Premiere, wurde doch das Stück zwar bereits in anderen Besetzungen, jedoch noch nie mit Violine und Orgel öffentlich aufgeführt. Zum Abschluss des kurzweiligen Abends durfte „La Cumparsita“ von Gerardo Matos Rodriguez nicht fehlen – wohl eines der berühmtesten Tangostücke, das nicht nur Fans zum Mitwippen animierte.

Angeregte Debatten

In dieser angeregten Stimmung wurden die Interpreten nicht ohne Zugabe von der Bühne verabschiedet. So folgte mit „El choclo“ von Ángel Villoldo ein weiterer bekannter Tango, der voller Rhythmik und Energie einen nachhaltigen Abschluss erzeugte. Beim anschließenden Glas Wein im Kirchencafé entstanden noch angeregte Debatten zur Musik und dem Tango.

Insgesamt war es ein besonderer musikalischer Abend mit einer frischen Mischung unterschiedlicher Stile, bei dem zwei großartige Musikerinnen einen harmonischen instrumentalen Tanz mit wechselnder Führung vorführten.

(red)

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