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TV-Kritik: "Liebesrausch": Endlich wieder Winter

Einen ziemlich guten Montagskrimi legt das Zweite mit der 13. "Unter anderen Umständen"-Folge vor. Allerdings gibt es unnötige Schwächen.
Jana Winter (Natalia Wörner, r.) und Arne Brauner (Martin Brambach, r.) finden ein Medikament bei dem Toten, durch welches sie seine Identität feststellen können. Bild: ZDF und Simon Vogler Foto: Simon Vogler Jana Winter (Natalia Wörner, r.) und Arne Brauner (Martin Brambach, r.) finden ein Medikament bei dem Toten, durch welches sie seine Identität feststellen können. Bild: ZDF und Simon Vogler

Der Titel wird hier zum Programm: Erst ein Liebesrausch in Verbindung mit Geschwindigkeitsrausch, dazu ein tödlicher Leichtsinn, was sich gegen Ende herausstellen wird. Aber am Anfang liegt erst mal ein Polizist tot auf der Straße. Ein schrecklicher Unglücksfall, zu dem Kommissarin Jana Winter (Natalia Wörner) eher zufällig hinzukommt. Der Todesfahrer hat Fahrerflucht begangen. Zufällig findet Janas Sohn Leo (Kian Schmidt) das Unfallauto einige Kilometer weiter in einer Waldlichtung.

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Die Polizisten machen bald den Fahrer des schwarzen Porsche-Cabriolets ausfindig: Karsten Rogge (Andreas Pietschmann) wurde erschlagen. Er hatte die reiche Reederin Pernille Rogge (Lia Boysen) geheiratet und litt unter manisch-depressiven Schüben. Kontakte hatte er noch zu alten Freunden: Annas (Regula Grauwiller) und Axel Gerstätter (Sebastian Weber). Und einen besonders engen zu deren Tochter Caro (Emma Drogunova), in die aber auch sein Sohn Jonas (Merlin Rose) verliebt war.

Der nützliche Sohn

Seit 13 Folgen geht Natalia Wörner nun als Kommissarin Jana Winter auf Verbrecherjagd, und ihre "Unter anderen Umständen"-Krimis gehören nicht zu den schlechtesten Vertretern der ZDF-Montagskrimis. Ein wenig Privates um Jana Winter gehört da immer dazu: Schließlich bekam die Reihe ihren Namen dadurch, dass Natalia Wörner zur Drehzeit der ersten Episode tatsächlich schwanger war. Mittlerweile ist Sohn Leo elf Jahre alt und darf auch schon zur Aufklärung beitragen.

Die Geschichte um den manisch-depressiven Karsten Rogge zeigt sich im Wesentlichen gut durchdacht: André Georgi (Drehbuch) und Judith Kennel (Regie) decken sauber und methodisch Stück für Stück einer tragischen Familiengeschichte auf, wobei sie sich den letzten Knalleffekt bis zum Schluss aufgehoben haben. Ein besonderer Pluspunkt ist dabei Emma Drogunova, deren zurückhaltendes und dennoch intensives Spiel diesem Teil der Handlung große Glaubwürdigkeit verleiht.

Der Kollege triezt den Chef

Was aber nicht heißt, dass es in dem Film nichts zu meckern gäbe. Ähnlich wie im Schweizer "Tatort" und in der ZDF-Reihe "Ein starkes Team" muss sich auch hier ein Vorgesetzter – Martin Brambach als Kommissariatsleiter Arne Brauner – als überforderter Trottel präsentieren. Während gleichzeitig Winters Kollege Matthias Hamm (Ralph Herforth) ein geradezu berserkerhaftes und hochgradig unangenehmes Selbstbewusstsein demonstrieren darf. Wozu das?

Soll das im nächsten Fall eine Rolle spielen? Auch andere Details befriedigen nicht. Dass sich etwa Jana Winter im Wald alleine dem abgestellten Unfallwagen nähert und sogar die Tür öffnet,  obwohl ihre Kollegen bereits am Anrücken sind, schadet an diesen Stellen der Glaubwürdigkeit. Natalia Wörner kann als kühl-professionelle wie sensible Ermittlerin aber trotz solcher kleinen Mängel nach wie vor bestens überzeugen.

 

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