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TV Kritik: Tatort Schlangengrube - sind Thiel und Boerne wieder in Form?

Von Eine ungewohnte Rolle für Staatsanwältin Klemm und tierische Konkurrenz für die Ermittler: Wie der "Tatort" aus Münster diesmal funktioniert.
Eiskalt: Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, links) ist im Kühlhaus eingesperrt. Doch Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) hat erst noch ein dringendes Telefonat bevor er den Rechtsmediziner befreit. Foto: WDR/Thomas Kost Eiskalt: Prof. Boerne (Jan Josef Liefers, links) ist im Kühlhaus eingesperrt. Doch Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl, rechts) hat erst noch ein dringendes Telefonat bevor er den Rechtsmediziner befreit.

Die schlechte Nachricht für Fans gleich zu Beginn: Dieser Krimi bleibt der einzige Film dieses Jahres um Proll-Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl) und den hochnäsigen Rechtsmediziner Karl-Friedrich Boerne (JanJosef Liefers): Die schöne Friederike Kempter, bekannt als Thiels Assistentin Nadeshda Krustenstern, wird im Sommer Mutter. Erst danach geht das Team wieder vor die Kamera. Umso wichtiger also die Frage, ob "Schlangengrube" das Einschalten lohnt.

An Neuigkeiten wird einiges geboten. Thiel plant mit Vadder Herbert (Claus D. Clausnitzer) eine Radtour, natürlich ins Haschparadies Amsterdam. Boerne hat seine Passion für die feine Küche entdeckt und hält sich für einen potentiellen Sternekoch. Er will vor allem den TV-Produzenten Dr. Stockmann (Robert Hunger-Bühler) mit seinen Kreationen beeindrucken, wobei er eine Brücke zwischen seiner Arbeit in der Pathologie und seiner Kochkunst schlagen will.

Makabre Kochkunst à la Boerne

Wobei der Film natürlich auch einige Kostproben an schwarzem Humor liefert. Natürlich ist das nicht gerade geschmackssicher. Und dennoch gar nicht mal so weit hergeholt, wenn man bedenkt, dass ein sündhaft leckerer amerikanischer Kuchen tatsächlich "Death by chocolate" heißt.  Allzu oft bekommt Boerne aber nicht Gelegenheit, am Herd zu glänzen. Staatsanwältin Wilhelmine Klemm (Mechthild Großmann) gerät nämlich selbst unter Verdacht.  

Patrizia Merkens (Lilia Lehner) hieß das Mordopfer. Die an Lungenkrebs erkrankte Frau lebte mit Klemm unter einem Dach, ließ zu Klemms Ärger ständig ihre Katzen frei herumlaufen und hatte Klemm noch einen weiteren Grund geliefert, sie nicht leiden zu können. Weswegen Klemm diesmal eine höchst unwillkommene Kollegin namens Ungewitter (Tessa Mittelstaedt) vor die Nase gesetzt bekommt.

Ein Pinguin als Stargast

Spuren führen zu einer Fahrradwerkstatt und besonders in den Zoo. Dort hielt sich die Tote besonders gerne auf und zeigte eine seltsame Manie, den Tierbestand zu zählen. Der Titel deutet es schon an, dass die Schauspieler mit einer Robbe, Giraffen und vor allem Pinguinen diesmal ziemlich viel tierische Konkurrenz bekommen. Eine hübsche Idee, Dreharbeiten zu von vielen Zuschauern geliebten Zoosendungen im "Tatort" zu verbraten.

Zumal dabei nicht nur das berühmte Pinguin-Weibchen Sandy einen Gastauftritt bekommt. Das Drehbuch knüpft die Handlungsfäden zudem nicht nur fein zusammen, sondern führt die Zuschauer auch souverän an der Nase herum. Am Ende gibt es eine Auflösung, mit der kaum jemand wirklich gerechnet haben dürfte. Zu meckern gibt es nicht viel. Felix Vörtler hätte als Zoodirektor Schönweis sicher etwas präsenter sein dürfen.

Dafür funktionieren aber die Witze wieder deutlich besser. Mitunter kommt nämlich selbst die gut geölte Gag-Maschinerie zwischen Thiel und Boerne ins Stocken: Der letzte Beitrag "Gott ist auch nur ein Mensch" etwa zeigte sich phasenweise so bemüht lustig wie sein Titel. Diesmal ist das Münsteraner Duo wieder besser in Form. Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage lautet darum eindeutig: Ja, das Einschalten lohnt sich!

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