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TV-Kritik: "Tod einer Studentin": Garber & Co. wieder gut erholt

Von Zur 75. Episode zeigt sich "Ein starkes Team" deutlich stärker als im schwachen Vorgänger. Was auch einer sehr guten Schauspielerin zu verdanken ist.
Tödliche Bedrohung: Lars Haage (Frederik Schmid) überwältigt Claudia Viereg (Johanna Poley) und entführt sie. Foto: ZDF/Katrin Knoke Tödliche Bedrohung: Lars Haage (Frederik Schmid) überwältigt Claudia Viereg (Johanna Poley) und entführt sie.

Auch wenn es natürlich noch ältere Beispiele gibt, sind 24 Jahre für eine Krimiserie eine anständige Laufzeit. Im März 1994 ging "Ein starkes Team" erstmal auf Sendung, und mittlerweile haben die Ermittler einen festen Platz im Samstagsprogramm des ZDF und in den Herzen der Zuschauer. Die mittlerweile 75. Folge führt Otto Garber (Florian Martens), Linett  Wachow (Stefanie Stappenbeck) und Sebastian Klöckner (Matthi Faust) ins universitäre Milieu.

Dort wird während einer Party die Psychologie-Studentin Katja erschlagen, die sich durch ihren verbissenen Ehrgeiz hervortat. Was auch ihrem Professor Peter Prochaska (Max von Pufendorf) nicht verborgen geblieben war. Dessen Frau Liza (Aglaia Szyszkowitz) leitet als Dekanin die Universität. Katja leitete in Prochaskas Auftrag eine Arbeitsgruppe und teilte sich eine Wohnung gemeinsam mit ihrer Stiefschwester Claudia (Johanna Polley).

Eine Tote mit dubiosen Verwicklungen

Von ihrem Freund Lars Haage (Frederik Schmid) hatte sich erst kurz zuvor getrennt. Unter ihren Unterlagen entdecken die Fahnder detaillierte bis intime Aufzeichnungen über Kommilitonen, dazu Anzeichen für verfälschte Prüfungsergebnisse, Unterschleif und Erpressung. Und schwanger war die Tote ebenfalls. Wobei das Verhältnis zu ihrem Professor immer stärker ins Zentrum der Ermittlungen rückt.

Der eitle und charismatische Professor und seine Frau gehören zu den originellsten Mordverdächtigen der Krimireihe. Allein schon das bizarre Verhältnis der beiden – er einem gelegentlichen Seitensprung mit jungen Mädchen nicht abgeneigt, sie einige Jahre älter und bereit, die Hand über ihn zu halten, wenn auch nicht uneingeschränkt – machen den mittlerweile 75. Fall des Teams besonders sehenswert.

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Dabei ist es besonders Aglaia Szyszkowitz, die in ihrer Rolle mit einer schillernden Mischung aus Arroganz, intellektueller Kälte, Verletzbarkeit und Sensibilität fasziniert. Eine Liebesszene mit ihrem Mann zeigt kaum mehr Haut als nötig und strahlt dennoch starke Intimität aus. Auch die Auflösung dessen, was sich hinter der toten Katja und ihrer Arbeitsgruppe verbirgt, zeigt ein völlig unerwartetes, dabei aber schlüssiges Ergebnis.

Das hochdramatische Finale

Konventioneller, dabei aber ebenfalls berührend: das Verhältnis Katjas zu ihrer Stiefschwester. Der ziemlich dramatische Showdown gibt der Geschichte noch eine Extraportion Adrenalin, wobei aber das, was Johanna Polley als Claudia von sich gibt, akustisch nicht allzu einfach zu verstehen ist. Kein großes Problem allerdings, da der Zuschauer die Zusammenhänge zu diesem Zeitpunkt schon längst nachvollziehen kann.

Ein paar Impressionen aus der Provinz verleihen der sonst sehr urban geprägten Reihe optisch etwas Abwechslung, und Sputniks Auftritt ist auch ziemlich gelungen. Einige Hintergründe über ihn und Garber streut der Dialog mit angenehmer Beiläufigkeit in die Handlung ein. Fazit Nach dem schwachen Vorgänger  "Preis der Schönheit" zeigt sich der Samstagabend-Dauerbrenner wieder gut in Form.

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