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TV-Kiritk: "Winters letzter Fall": Abschied in Würde

Die Krimi-Reihe "Mord in bester Gesellschaft" zeigte öfters heftige Schwankungen in ihrer Qualität. Der letzte Film der Reihe gelingt jedoch nicht schlecht.
Oberkommissar Becker (Wayne Carpendale) knöpft sich Simon Karner (Till Firit) vor, den Bruder des Ermordeten. Foto: ARD Degeto/Kerstin Stelter Oberkommissar Becker (Wayne Carpendale) knöpft sich Simon Karner (Till Firit) vor, den Bruder des Ermordeten.
„Mein letzter Fall“ sagt Wendelin Winter (Fritz Wepper) in einer Szene nachdenklich. Da hat er schon vor Staatsanwältin Sabine Karmann (Charlotte Schwab) einen Zusammenbruch durch Herzrhythmusstörungen erlitten. Nicht die beste Voraussetzung, wenn man sich um einen kleinen Jungen kümmern muss, der durch einen Schock blockiert ist: Tommi (Nico Marischka) hat möglicherweise den Mörder seines Vaters gesehen. Aber er soll reden, und der Psychiater Winter soll ihn zum Reden bringen.

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Fünfzehn Fälle hat Winter zusammen mit Tochter Alexandra (Sophie Wepper) in den letzten zehn Jahren gelöst. Von sonstigen TV-Krimis unterschied sich die Reihe durch die Fälle in meist gehobenen Schichten, wie schon ihr Titel verriet. Auch Winter selbst zeigt sich im Vergleich zu anderen Krimihelden gut situiert. Dass er in seinem letzten Film mit Herzproblemen zu kämpfen hat, vereint ihn mit seinem Darsteller: Fritz Wepper unterzog sich nach Abschluss der Dreharbeiten einer umfangreichen Herz-OP.

Konkurrenten innerhalb und außerhalb der Familie

So ähnlich wie bei Winter stellt man es sich auch bei Wepper zuhause vor. In gehobener Schicht spielt auch diese Geschichte: Der Ermordete war Besitzer einer Brauerei. Sandra Knapp (Anne Schäfer), die Mutter des Jungen, steht unter Kontaktverbot wegen angeblicher Misshandlung ihres Sohnes. Könnte das ein Motiv für die Tötung sein? Da wären aber noch Simon Karner (Till Firit), der Bruder des Toten, sowie Großbrauer Johann Mantler (Alexander Held) als mögliche Tatverdächtige.
 
Die Geschichte mit einem Kind unter Schock und einem Psychiater ist nicht eben sonderlich originell. Dennoch funktioniert "Winters letzter Fall" nicht nur dank markanter Nebendarsteller wie Alexander Held erstaunlich gut. Das Drehbuch hat gerade mit Simon Karner eine potentiell hochspannende Figur ins Geschehen eingeführt. Simon Karner wollte die Verantwortung für die väterlichen Schulden nicht übernehmen, aber sein Bruder hat dann aus dem Hofgut eine erfolgreiche Brauerei geschaffen – ein schönes Motiv um die Themen Verantwortung, Bewährung und Eifersucht.

Die Verachtung der Mutter

Eine Szene, in der Karner die eisige Verachtung seiner Mutter Maria (Lisa Kreutzer) zu spüren bekommt, bleibt dabei besonders im Gedächtnis des Zuschauers haften. Sehr ordentlich in den Hauptplot integriert zeigt sich auch der Handlungsstrang um die als Journalistin herumwerkelnde Tochter Winters, die auf geheime Informationen ihres Vaters zurückgreift, um Klicks zu bekommen und damit den Fall massiv gefährdet. Im Vergleich zu früheren Fällen versucht sich die Geschichte weniger an müden Gags, sondern setzt auf ziemlich solide Spannung.
 
Dazu haben sich auch Peter Stauch (Regie) und besonders Felix Cramer (Kamera) viel Mühe gegeben, einen atmosphärisch ansprechenden Film zu gestalten. Gegenüber der schon sehr ausgeleierten Vorgängerfolge "Bitteres Erbe" ist der letzte Auftritt Weppers als Winter deutlich besser gelungen. So ist der Reihe also doch noch ein ganz ordentlicher Abschluss geglückt: Ganz so leicht wollte die ARD den Zuschauern den Abschied von Winter nun doch nicht machen.
 
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