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Wenn Opa von früher erzählt: Nachfragen hilft gegen Dozieren

Wenn Opa die alten Geschichten herausholt, stöhnt die junge Generation. Sie muss sich nicht an lange Vorträge gewöhnen. Man kann sie abkürzen - und trotzdem den Kontakt zu den Großeltern behalten.
Wenn Opa aus seiner Kindheit erzählt, sollten Enkel nicht weghören, sondern nachfragen. Foto: Jochen Lübke/dpa Wenn Opa aus seiner Kindheit erzählt, sollten Enkel nicht weghören, sondern nachfragen.
Köln. 

„Und wir hatten ja damals nichts” - Wie oft hat man diesen Satz schon aus dem Mund eines Angehörigen der Kriegs- oder unmittelbaren Nachkriegsgeneration gehört. Die immergleichen Geschichten können nerven - keine Frage.

Kinder und Enkel sollten sich klarmachen, dass die Menschen diese Dinge nicht ohne Grund immer wieder ansprechen. „Es bewegt sie”, erklärt Psychologin Christine Sowinski vom Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA). Schneidet man ihnen das Wort ab oder hört nicht mehr zu, verliert man im schlimmsten Fall den Kontakt.

Das heißt andererseits nicht, dass man den Erzähler stundenlang dozieren lassen muss. „Ein Trick ist, sich selbst ins Gespräch einzubringen”, rät Sowinski. Das geht zum Beispiel ganz banal durch nachfragen. „Dass die Menschen immer das Gleiche zum Besten geben, liegt doch auch daran, dass keiner Fragen stellt.” Wer sich ein Buch über die Phase, von der immer wieder die Rede ist, besorgt und ein bisschen Wissen anliest, kann auch selbst etwas beitragen. „Oder man schaut gemeinsam einen Film über die Zeit.”

Was Sowinski allerdings wichtig ist: Kleine Kinder müssen in der Regel noch geschützt werden vor allzu brutalen Erzählungen. „Kitakinder bekommen manchmal Alpträume davon, es kann sie regelrecht traumatisieren.” Großeltern oder Urgroßeltern sollten das im Blick behalten, wenn sie von früher berichten.

(dpa)
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