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Darf ich bei der Arbeit im Büro Musik hören?

Ist der Arbeitsalltag zu eintönig, sorgen einige Arbeitnehmer gern mit Musik für etwas Abwechslung. Doch ist das überhaupt erlaubt? Eine Fachanwältin gibt Antwort.
Musikhören ist bei der Arbeit nur erlaubt, wenn der Chef es zulässt. Foto: Christin Klose Musikhören ist bei der Arbeit nur erlaubt, wenn der Chef es zulässt.
Berlin. 

Manch einer kann ohne große Opernarie nicht kreativ sein. Und andere können sich am besten konzentrieren, wenn ihnen laute Gitarren um die Ohren dröhnen. Aber darf ich am Arbeitsplatz überhaupt Musik hören - über Kopfhörer natürlich?

Eigentlich nicht, sagt Barbara Reinhard, Fachanwältin für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. „Ich schulde meinem Arbeitgeber laut Gesetz und Vertrag „bestes Bemühen” - und davon kann nicht die Rede sein, wenn ich durch Musik abgelenkt oder für Kollegen nicht ansprechbar bin.” Auch der Einwand, das sich jemand ohne Musik nicht richtig konzentrieren kann, taugt da nicht als Ausrede, so die Expertin.

Einen Anspruch auf Kopfhörer-Beschallung bei der Arbeit gibt es also nicht - erlaubt sein kann es aber trotzdem, oder wenigstens geduldet. „Wenn der Arbeitgeber die Nutzung mitbekommt und nicht einschreitet, duldet er es auch”, erklärt Reinhard. Dadurch entsteht dann eine Art stillschweigende Erlaubnis. Die kann der Arbeitgeber in diesem Fall aber als Arbeitsweisung jederzeit widerrufen, per Rundmail an alle etwa.

Ausnahmen von dieser Rechtslage sind höchstens denkbar, wenn die Erlaubnis zum Musikhören dem Arbeitnehmer ausdrücklich versprochen wurde, im Bewerbungsgespräch zum Beispiel. Und natürlich gibt es auch Arbeitsplätze, an denen der Arbeitgeber sogar Kopfhörer zur Verfügung stellen muss, als Schallschutz nämlich - das sind aber eher Baustellen, keine Büroräume.

(dpa)
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