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Cricket: Eine besondere Premiere League in Frankfurt

Die klassische Commonwealth-Sportart fristet hierzulande ein Nischendasein. Mit einem Turnier über drei Tage in Frankfurt soll der Bekanntheitsgrad gesteigert werden.
Basisarbeit in Egelsbach: Der pakistanische Cricket-Star Shoaib Akhtar (in schwarzer Montur) versucht auch in Deutschland das Interesse am Cricket zu wecken. Basisarbeit in Egelsbach: Der pakistanische Cricket-Star Shoaib Akhtar (in schwarzer Montur) versucht auch in Deutschland das Interesse am Cricket zu wecken.
Frankfurt. 

Seine Spitznamen sind „Tiger“ und „Rawalpindi Express“. Die Bezeichnungen kommen nicht von ungefähr, denn Shoaib Akhtar gilt als derjenige Cricketspieler mit dem schnellsten Wurf. Ob es nun 160,1 Kilometer in der Stunde waren oder doch 161,3, ist vielleicht nicht ganz entscheidend. Jedenfalls hat Shoaib Akhtar aus der pakistanischen Millionenstadt Rawalpindi in der Provinz Punjab bewiesen, seinen Bezeichnungen alle Ehre zu machen.

In diesen Tagen sind seine Würfe nicht mehr so atemberaubend wie zu seiner besten Zeit. Dafür erfüllt der 42-Jährige gerne eine andere Mission: Cricket dort interessant zu machen, wo bislang fast keine Einheimischen und fast ausschließlich Spieler aus dem südlichen Teil Asiens den Ball werfen und schlagen – wie eben in Deutschland.

Der Ursprung liegt in England

Cricket hat seinen Ursprung in England. Erste Länderspiele wurden bereits Mitte des 19. Jahrhunderts ausgetragen, seit 1877 haben diese Spiele einen offiziellen Charakter.

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Shoaib Akhtar war auf Einladung der Deutschen Cricket-Union (DCU) zu Gast im Rhein-Main-Gebiet und besuchte auch die SG Egelsbach. Die SGE bietet nicht nur Cricket an, sondern auch ein Integrationsprogramm für Jugendliche. Für den Nachwuchs, der auch aus asiatischen Krisenländern nach Deutschland gekommen ist. Um zudem ein Gefühl von Heimat zu geben. Ein Training mit dem Cricket-Idol war freilich etwas Besonderes, auch wenn die derzeitigen Temperaturen nicht gerade kompatibel sind mit der Sportart.

Es wird allerdings nicht mehr allzu lange dauern, dann bekommen sie eine Premiere hierzulande geboten – und das bei angenehmeren Celsiusgraden. Im Juli soll in Frankfurt der Startschuss für die German Premier League (GPR) fallen. Ziel sei es, dass die Veranstaltung im Stadion des FSV Frankfurt stattfindet, Gespräche mit dem Verein seien bereits geführt worden, sagt Ravi Navaratnam. Der 47-Jährige aus Sri Lanka ist der Erste Vorsitzende der DCU und lebt schon seit über drei Jahrzehnten in Deutschland.

„Das Turnier soll über drei Tage, also von Freitag bis Sonntag, gehen. An jedem Tag sollen auch drei Spiele absolviert werden“, sagt Navaratnam. Sollte sich das Konzept bewähren, dann werde es 2019 mehrere Turniere an unterschiedlichen Standorten geben. Die sechs teilnehmenden Teams in Frankfurt sind die Bayern Panthers, Niedersachsen Stallions, Baden-Württemberg Stags, NRW Chargers, Berlin Bears und Hessen Lions.

„Die Cricket Premiere League ist ein interessantes, weltweit bewährtes Turnier-Modell, bei welchem hochkarätige internationale Sportgrößen durch Sponsoring-Zukäufe als ,Legionäre‘ die deutschen Teams verstärken“, führt Navaratnam aus. Bei der geplanten GPL im Juli soll erstmalig nach dem neuen europäischen Konzept gespielt werden: Ein Spiel dauert nur 90 Minuten.

Mit dieser Zahl sind deutsche Sportfans bestens vertraut, vielleicht nur über diesen Weg können sie Zugang zu dieser Sportart finden. Denn der übliche Zeitrahmen könnte vermutlich die Geduld der Sportfans im Landes des Fußballs sprengen. Navaratnam: „Cricket ist eigentlich ein Tages- oder sogar Fünftagesspiel.“

(fri)

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