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Golf: Vertrauen in die eigenen Schläge

Von Tim Mayer genießt auf der Golfanlage in Niederrad den Heimvorteil, doch er schätzt ihn nicht allzu hoch ein.
Ein Könner schon in jungen Jahren: Tim Mayer. Foto: STEBL Ein Könner schon in jungen Jahren: Tim Mayer.
Frankfurt. 

„So lange ist Frankfurt noch nicht mein Heimatkurs. Spieler dieser Stärke können sich außerdem nach einer Proberunde schnell auf dem Platz orientieren“, betont Tim Mayer vor der heute in Niederrad beginnenden Deutschen Lochwettspiel-Meisterschaft. Obwohl es für den erst 16-jährigen Golfer die erste Deutsche Meisterschaft bei den Aktiven ist, gilt er keineswegs als „Greenhorn“, sondern als einer der Kandidaten auf einen Spitzenplatz. Bei den Jugendlichen verpasste er den Titel 2016 erst im Stechen. Kann er am Sonntag wieder so weit kommen?

Die Auslosung macht es zumindest nicht unmöglich. Der für den Frankfurter Golf Club spielende junge Offenbacher erwischte bei der gestrigen Auslosung die ausgeglichenste Gruppe. Den ersten Gruppenplatz könnte er holen, ebenso gut aber auch Letzter werden. Zumindest hat er mit +2,6 das beste Handicap.

Modus, Handicap und Favoriten

Lochwettspiel: Das Lochspiel (englisch Matchplay) ist die ursprüngliche Spielform im Golf, bei der zwei Spieler gegeneinander antreten.

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Sein größter Triumph liegt ein Jahr zurück. 2016 gewann Mayer eine Woche nach dem Erfolg bei den „Berlin Open“ die „Italian International U16 Championship“. Den Golfplatz in Biella, wo ihm dieser Coup gelang, bezeichnet Tim Mayer selbst als seinen Lieblingsplatz.

Aber auch der Niederräder Kurs zählt zu seinen Favoriten. Dort sind ein langer und präziser Drive sowie starke Putts von Vorteil. Beides bezeichnet Mayer als seine Stärken. Sein hervorragender Rekord von 64 Schlägen, den er auf dem 90 Jahre alten Niederräder Kurs mit Par 71 spielte, untermauert dies eindrucksvoll. „Den Platz habe ich schon immer gern gespielt und fühle mich dort wohl“, verriet er einen Tag vor der Meisterschaft.

Vielleicht auch, weil es ein Parkland Kurs – also mit einem reichhaltigen Baumbestand – ist. So wie der Platz in Bad Soden-Salmünster. Auf den dortigen 18 Bahnen des Golf-Clubs Spessart spielte er erstmals als Fünfjähriger. Seine Eltern Stefanie und Olaf, selbst aktiv, animierten den Filius aber nicht. „Es machte mir einfach Spaß. Also begann ich zu spielen“, schildert der Sohn. Nebenbei spielte er auch Hockey, doch die zweite Sportart mit einem Schläger gab er schon bald zugunsten der großen Liebe Golf auf. Im GC Spessart fühlte sich Tim Mayer wohl. Aber er wusste auch: Will er vorwärts kommen, muss er zu einem großen Club wechseln.

So kam er vor einem Jahr nach Frankfurt. Bei zahlreichen Turnieren sowie beim Kadertraining der hessischen Jugend hatte er viele FGC-Spieler kennengelernt. Hier konnte er auf Anhieb mit der Herren-Mannschaft in der Bundesliga spielen, fand gute Trainer und erstklassige Trainingspartner vor. Ein weiterer Grund war die Nähe zu seinem Wohnort Offenbach. Er wechselte deshalb auch die Schule, geht jetzt in die Goldsteiner Carl-von-Weinberg-Schule, wo er 2018 auch das Abitur ablegen will. In der Eliteschule des Sports werden beim Stundenplan sinnvolle Trainingszeiten berücksichtigt. Tim hat im Schulhof sein Fahrrad stehen. Wenn tagsüber im Stundenplan eine Lücke entsteht, setzt er sich drauf und radelt die paar Minuten durch den Wald zum Platz in Niederrad, um zwischendurch mit Driver, Eisenschlägern („Meine Schwäche“) und Putter zu üben.

„Ich möchte immer besser werden, will meine Schläge kennen, ihnen vertrauen“, sagt der 16-Jährige, der den Golfsport als eine Herausforderung an das eigene Leistungsvermögen bezeichnet. Vier bis fünfmal in der Woche trainiert er deshalb. Steht ein Turnier an, dann sogar täglich. An eine Profikarriere denkt er aber (noch) nicht. „Ich mache mein Abitur, will mich im Golf weiter verbessern. Dann habe ich immer noch Zeit, mir Gedanken über eine Karriere auf der Pro-Tour zu machen.“

Für 2017 hat er 20 bis 25 Turniere in seinen Terminkalender eingetragen. Gern würde er die Jugend-Europameisterschaft hinzufügen. Ein erfolgreiches Abschneiden in Frankfurt wäre da sicher keine schlechte Empfehlung.

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