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Handball: Wie geht’s weiter mit der FSG?

Von Sportlich läuft es für die Frauenspielgemeinschaft Ober-Eschbach/Vortaunus hervorragend: Die Handballmannschaften in der 3. Liga und Landesliga mischen oben mit, die A-Jugend hat sich für die Zwischenrunde der Bundesliga qualifiziert. Doch hinter den Kulissen der FSG rumort es.
Celine Gehrke ist eine der Ober-Eschbacher Drittliga-Handballerinnen, die vorzeitig ihre Zusage für die nächste Saison gegeben hat. Ob sie dann unter dem Dach der FSG spielen wird, ist nicht mehr so sicher. Bilder > Foto: Heiko Rhode (Heiko Rhode) Celine Gehrke ist eine der Ober-Eschbacher Drittliga-Handballerinnen, die vorzeitig ihre Zusage für die nächste Saison gegeben hat. Ob sie dann unter dem Dach der FSG spielen wird, ist nicht mehr so sicher.
Hochtaunus. 

Wenn eine Zusammenarbeit beschlossen wird, von denen eine Menge Menschen profitieren sollen, stecken meistens nur ein paar wenige kluge Köpfe dahinter. So ist das auch bei der Frauenspielgemeinschaft Ober-Eschbach/Vortaunus, die zum 1. Juli 2017 gegründet wurde. Ziel war und ist es, leistungsorientierten und hochbegabten Handballerinnen eine Plattform zu bieten.

Beide Partner ergänzen sich eigentlich gut: Die TSG Ober-Eschbach bringt einerseits eine ambitionierte Drittliga-Mannschaft in die Kooperation ein, die WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt vor allen Dingen mehrere hochklassige Jugendmannschaften, von denen eine im Vorjahr den zweiten Platz bei den deutschen B-Jugend-Meisterschaften erreichte und inzwischen in der A-Jugend-Bundesliga spielt.

Good News am 24. Januar

Schwierig kann es jedoch werden, wenn die klugen Köpfe sich nicht mehr einig sind. Sie müssen nicht nur Ideengeber für die Spielgemeinschaft, sondern auch deren Antreiber sein, zumindestens in den ersten Jahren. Bei der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus soll ein Treffen in dieser Woche Aufschluss darüber geben, wie es weitergeht. Und ob überhaupt.

Das ist die FSG Ober-Eschbach/Vortaunus

Die Frauenspielgemeinschaft Ober-Eschbach/Vortaunus gibt es seit dem 1. Juli 2017. Sie bezieht sich einzig auf Handballmannschaften für Frauen und Mädchen.

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Das mutet kurios an, hatten die Verantwortlichen doch erst am 24. Januar wortwörtlich verkündet, dass „die FSG auch für die Saison 2018/19 Bestand haben wird“.

Der frühere Brückenkopf

Verständigt auf eine Verlängerung der Zusammenarbeit hatten sich laut damaliger Pressemitteilung Gerhard Döll (Manager des Ober-Eschbacher Drittliga-Teams), Rainer Mies (Handball-Abteilungsleiter der TG Bad Soden) und der als „Brückenkopf“ bezeichnete Trainer Holger Hölzinger. Das Problem nun: Hölzinger trainiert zwar weiterhin die C-Jugend der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt, bei den Bundesliga-Spielen auch die A-Jugend, und er fungiert sogar als Sportlicher Leiter für alle Jugendteams. Er ist jedoch am 27. Januar als Drittliga-Coach zurückgetreten. Grund dafür sei gewesen, so der in Fulda wohnende Hölzinger, dass es mit Gerhard Döll keine Basis mehr für eine Zusammenarbeit gegeben hätte.

Die Frage stellt sich also wie von selbst: Zwei weiterhin führende Personen in der FSG, die nicht mehr miteinander klarkommen – kann das funktionieren?

„Ja“ – „kein Kommentar“

Kurzum: Gerhard Döll sagt dazu „ja“, Rainer Mies sagt dazu nichts und Holger Hölzinger meint, er sei dafür der falsche Ansprechpartner.

Die Verknüpfungen innerhalb der FSG bestünden doch über die Spielerinnen, erläutert Döll. Noch mit Hölzinger als Drittliga-Trainer habe er darüber gesprochen, dass der Fokus mehr auf die Jugend gelegt werde. Tatsächlich gehörten beim 29:23 gegen Germania Fritzlar mit Pia Özer, Greta Bucher und Sophie Löbig drei A-Jugendliche dem Kader des Tabellendritten an. Die Integration der Talente ist inzwischen im vollen Gange.

Hölzinger meint, dass Fragen zur FSG „auf Abteilungsleiter-Ebene anzusiedeln sind“. Was er aber noch anfügt: Als C-Jugend-Trainer habe er für die nächste Saison bereits zugesagt. Es wäre seine vierte bei der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt.

Rainer Mies wollte nicht kommentieren, ob es für seinen Verein inzwischen Gründe gibt, den Kooperationspartner zu wechseln. Er sagte, dass sei im Moment kein Thema. Und: „Wir haben Zeit bis zum 31. Mai.“ Bis dahin muss die Spielgemeinschaft nach seinen Angaben endgültig fixiert sein.

Kontakte zur Konkurrenz

Wie diese Zeitung erfuhr, hat Hölzinger unterdessen Kontakt zu anderen Vereinen der Region aufgenommen, die theoretisch für eine Spielgemeinschaft in Frage kämen: die TSG Eddersheim und die TSG Oberursel. Ob in offizieller Mission, ist unklar. Fakt ist aber, dass sich Vertreter der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt schon vor Gründung der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus mit Vertretern dieser Vereine unterhielten.

Weder Eddersheims Teammanager Heiko Pingel noch die Oberurseler Abteilungsleiterin Birgit Michelson wollten sich jetzt konkret zum Thema äußern. Michelson sagte, grundsätzlich würde man sich alles anhören, auch wenn die TSGO-Handballer mit 16 Jugendmannschaften und bald je drei Aktiven-Teams für Männer und Frauen sehr breit aufgestellt seien.

Auszuschließen sind beide Vereine für eine Kooperation mit der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt nicht. Denn beide melden voraussichtlich für die neue Saison keine A-Jugend, und die WJSG hat in ihrem Nachwuchs-Bundesliga-Team einige Spielerinnen des jüngeren Jahrgangs. Und beide besitzen eine leistungsstarke 1. Damenmannschaft (Eddersheim in der 3. Liga, Oberursel möchte wieder dorthin aufsteigen).

Eine weitere Option

Wer theoretisch ebenfalls für eine Frauenspielgemeinschaft in Frage käme, ist die TuS Kriftel. Mit dem TV Hofheim, ebenfalls Trägerverein für die FSG Ober-Eschbach/Vortaunus, kooperiert die Handball-Abteilung schon seit Jahren bei den Männern als MSG Schwarzbach. Und Kriftels „1. Damen“ gehören der 3. Liga an, aus der sie allerdings abzusteigen drohen.

Recht gut aufgestellt sind die TSG Eddersheim, TSG Oberursel und TuS Kriftel in Sachen 2. Mannschaft. Oberursel und Kriftel kämpfen um den Aufstieg in die Landesliga Mitte, der Eddersheims „Zweite“ bereits angehört. Wie übrigens auch die U 23 der FSG Ober-Eschbach/Vortaunus, die gespickt ist mit Talenten der WJSG Bad Soden/Schwalbach/Niederhöchstadt.

Diese 2. Mannschaft auf Hessen-Ebene und eine A-Jugend in der Bundesliga sind für Kooperationspartner TSG Ober-Eschbach übrigens Lizenz-Bedingungen, um in die 2. Liga zurückkehren zu können. Daran Interesse zu haben, liegt im Naturell vom leistungsorientiert denkenden Manager. „Wenn wir Post von der Liga bekommen“, witzelt Gerhard Döll, „dann sind wir selbst dran Schuld, weil wir so viele Spiele gewinnen“.

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