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Unfall auf A3: ADAC fordert Notbremsen für Lastwagen

Mindestens zwei Tote, viele Verletzte. Heute Vormittag hat es auf der A3 in Richtung Limburg heftig gekracht. Mutmaßlich ist ein Lastwagen in ein Stauende gefahren. Oliver Reidegeld vom ADAC erklärt, warum so etwas passiert und was sich dringend ändern muss.
Nur noch tot geborgen wurde der Fahrer des Kleinlasters. Foto: Klaus-Dieter Häring Nur noch tot geborgen wurde der Fahrer des Kleinlasters.

Zwei Tote, viele Verletzte. Das ist die Folge eines Unfalls auf der A3 in Richtung Limburg an diesem Dienstagmorgen. Nach aktuellen Erkenntnissen der Polizei ist ein Lastwagen in einen Rückstau gefahren. Mutmaßlich war er zu schnell unterwegs. Laut Statistischem Bundesamt eine der häufigsten Ursachen bei Unfällen dieser Art. Warum ist das so? Wir haben bei Oliver Reidegeld, PR-Referent beim ADAC Hessen-Thüringen, nachgefragt.

Wie gefährlich sind Lastwagen im Straßenverkehr?

OLIVER REIDEGELD: "Grundsätzlich kann man sagen, dass Lastwagen – anhand der Fahrleistung – deutlich sicherer sind als PKW. Denn gemessen an den gefahrenen Gesamtkilometern in Deutschland sind LKW deutlich seltener in Unfälle verwickelt als Personenkraftwagen.

Wenn es aber zu einem Unfall kommt, sind die Folgen allein aufgrund der höheren Masse deutlich schwerer als bei einem reinen PKW-Unfall."

Bei dem Unfall am Dienstagmorgen auf der A3 ist ein Lastwagen zu schnell in einen Rückstau gefahren. Laut Statistischem Bundesamt eine der häufigsten Unfallursachen bei LKW-Unfällen. Wieso passiert das immer wieder?

REIDEGELD: "Eines der häufigsten Fehlverhalten bei Lastwagenfahrern ist, dass sie zu wenig Abstand halten. Da spielt zum Beispiel Zeitdruck häufig eine Rolle, schließlich müssen die Speditionen pünktlich liefern. Das ist aber im konkreten Bezug auf den Unfall auf der A3 nur Spekulation."

Wäre es nicht sinnvoll zumindest für LKW eine automatische Tempobremse einzuführen?

REIDEGELD: "Viel wichtiger aus unserer Sicht sind die sogenannten Notbremsassistenten, die schwere Auffahrunfälle verhindern oder abmildern können. Seit 2015 sind diese EU-weit für alle erstzugelassenen Lkw über acht Tonnen und Busse vorgeschrieben. Ab November 2018 wird diese Vorschrift auch für Lkw ab 3,5 Tonnen gelten. Aber natürlich sind noch viele ältere Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs, die nicht mit diesen Systemen ausgerüstet sind.

Leider fordert selbst die neue Vorschrift ab 2018 von den Notbremsassistenten nur eine Geschwindigkeitsreduktion um 20 km/h. Unsere Unfallforschung hat jedoch gezeigt, dass heutige Systeme ohne Probleme deutlich mehr leisten können. Gerade bei langsam vorausfahrenden Fahrzeugen sollte durch die Notbremsung mit Hilfe des Assistentenzsystems eine Kollision gänzlich vermieden werden.

Konsequent wäre es daher, wenn die gesetzlichen Anforderungen an die Notbremsassistenen angehoben werden, damit sich die besten Lösungen schneller verbreiten. Haben  sich die Systeme im Markt erst einmal etabliert, erwarten wir auch einen deutlichen Rückgang an schweren Auffahrunfällen durch LKW."

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