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Bistum Limburg: Lob für Bistums-Leitung

Das Bistum Limburg hat weiterhin keinen Oberhirten. Führungslos ist es deswegen zwar nicht. Doch die Ungeduld steigt: Wann gibt es einen Nachfolger für Tebartz-van Elst? Derweil gibt es aber auch positive Stimmen über die aktuelle Leitung des Bistums.
Weihbischof Manfred Grothe unter einem Kreuz. Nach dem Rücktritt seines Vorgängers Tebartz-van Elst führt Grothe als Apostolischer Administrator die Amtsgeschäfte im Bistum Limburg. Foto: dpa
Limburg. 

Ein Dom, kein Bischof: Seit einem Jahr müssen die Gläubigen im Bistum Limburg ohne einen Oberhirten auskommen. Die Gläubigen spürten im Alltag die Abwesenheit eines Bischofs kaum, findet der Pfarrer und Bezirksdekan im Hochtaunus, Paul Lawatsch. Außer etwa daran, dass beim Gebet in der Messe nicht mehr der Name des Bischofs, sondern des Apostolischen Administrators genannt werde. Als Bezirksdekan aber registriere er, dass sich Verwaltungsstrukturen geändert hätten und Beratungs- und Beteiligungsmöglichkeiten erweitert worden sein.

 

Welle der Erleichterung

 

Für solche Veränderungen stehen der Apostolische Administrator Manfred Grothe und sein Stellvertreter Wolfgang Rösch. Sie leiten die Diözese seit dem Aus für Tebartz-van Elst auf dem Domberg im vergangenen März. Bereits im Oktober 2013 hatte er seinen Posten räumen müssen: Wegen des Skandals um die kostspielige Bischofsresidenz und der Kritik an seiner Amtsführung schickte ihn der Papst zunächst in die Auszeit. Das hatte auch direkte Folgen für die Wiesbadener Katholiken: Rösch war damals in der Landeshauptstadt Pfarrer und Stadtdekan und wurde nun in die Bistumsleitung berufen. Normalerweise merken die Menschen in den Gemeinden gar nicht so sehr, dass sie einen Bischof haben, meint der Frankfurter Pfarrer Werner Otto. „Aber in diesem Fall ist das doch etwas anders.“ Es habe nach der Abberufung von Tebartz-van Elst eine große Welle der Erleichterung gegeben. Wichtig sei, die Zeit für die Aufarbeitung zu nutzen, bis der neue Bischof komme. Otto findet, dass Grothe und Rösch dabei „eine wirklich gute Arbeit“ machen. Sie hörten den Menschen zu und nähmen sich „der vielen Fragen an, die von den Gremien, aber auch vom Hofheimer Kreis aufgeworfen wurden. Selbst die schwierigen Themen wie eine transparentere Gestaltung der Entscheidungsstrukturen im Bistum werden angegangen – und das im offenen Gespräch mit den Gremien.“

Während die einen den verwaisten Bischofsstuhl seit dem Abgang von Franz-Peter Tebartz-van Elst kaum bemerken, drängen andere auf eine baldige Neubesetzung. „Das passierte von jetzt auf gleich“, erinnert sich der stellvertretende Stadtdekan und Pfarrer Stephan Gras. Einen Nachfolger gebe es noch nicht, man hoffe darauf, dass der Neue bald benannt und lange bleiben werde.

 

In die Zukunft blicken

 

Grothe habe Wiesbaden vor wenigen Wochen besucht, berichtete Gras weiter. Bei den Gesprächen sei schnell deutlich geworden: „Wir wollen gar nicht über das Thema Tebartz-van Elst reden, weil das rückblickend nicht zu ändern ist, sondern auf die Zukunft blicken.“

Der Hofheimer Kreis besteht aus mehreren Priestern, die Tebartz-van Elst für dessen als autoritär empfundenen Führungsstil kritisiert hatten. Ein Sprecher der Gruppe ist Pfarrer Otto. Vor einigen Monaten hatte der Kreis auch ein Schreiben mit Vorschlägen zur Zukunft der Diözese an die Bistumsleitung verfasst. Während Pfarrer Lawatsch die Zeit ohne Bischof als hilfreich ansieht, um die Krise soweit aufzuarbeiten, dass der neue Oberhirte eine gute Ausgangsposition hat, wollen andere rasch einen Nachfolger.

Der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz etwa forderte auf dem Nachrichtenportal „hr-online“ endlich grünes Licht für das Bistum, in die Vorbereitungen einer Neuwahl einzutreten. Wann dieser Wunsch in Rom erhört wird, ist allerdings weiter offen.

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