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Zehn Objekte durchsucht: Razzia gegen Rockergruppe „Osmanen Germania” auch in Hessen

In Hessen steht die türkischstämmige Rockergruppe „Osmanen Germania” unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Es bestehe der Verdacht, dass dessen „Boxclubs” in Deutschland illegale Aktivitäten entfalten.
Mitglieder der Rockergruppe „Osmanen” bei einer Boxveranstaltung. Foto: Boris Roessler/Archiv Mitglieder der Rockergruppe „Osmanen” bei einer Boxveranstaltung.
Wiesbaden. 

Mit einer Razzia in mehreren Bundesländern ist die Polizei gegen die türkischstämmige Rockergruppe „Osmanen Germania” vorgegangen. In Hessen wurden zehn Objekte durchsucht. Rund 120 Beamte waren nach Angaben des Wiesbadener Innenministeriums am Dienstagmorgen im Einsatz, darunter auch Spezialkräfte. Razzien gab es zeitgleich auch in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit insgesamt über 1000 Polizisten.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums besteht der dringende Verdacht illegaler Aktivitäten des offiziell als Boxclub firmierenden Vereins. Die „Osmanen” haben aktuell im gesamten Bundesgebiet 22 Ortsgruppen mit insgesamt rund 300 Mitgliedern. In Hessen bewegt sich die Zahl der Mitglieder nach Einschätzung des Wiesbadener Innenministeriums im mittleren zweistelligen Bereich. Die Rockergruppe wird vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet.

Der erst 2015 in Hessen gegründete Club galt zeitweise als die am schnellsten wachsende rockerähnliche Gruppierung in Deutschland. „Bund und Länder zeigen mit den heutigen Maßnahmen, dass wir kriminelle Aktivitäten egal vor welchem gesellschaftlichen Hintergrund nicht dulden”, erklärte der geschäftsführende Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU).

Hessens Amtskollege Peter Beuth (CDU) unterstützte ausdrücklich die Aktion: „Mit den heutigen Durchsuchungen sollen die Machenschaften der Osmanen Germania weiter aufgehellt werden.” Von den Maßnahmen gehe ein klares Signal des Staates aus: „Wir dulden keine rechtsfreien Räume und werden alle uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen, um kriminelle Rockergruppierungen in ihre Schranken zu weisen.”

Die zehn durchsuchten Objekte befanden sich laut Innenministerium in West-, Süd- und Südosthessen. Auch im Jahr 2017 hatte es in mehreren Bundesländern und Hessen bereits Razzien gegen die Rockergruppe gegeben. Dabei waren etliche Wohnungen, Geschäftsräume und Fahrzeuge durchsucht worden, hunderte Beamte der Landes- und Bundespolizei waren im Einsatz.

Der Verein behaupte, Jugendliche „von der Straße holen” zu wollen, erklärte der Bundesinnenminister. Tatsächlich falle der Club durch gewalttätige Gebiets- und Machtkämpfe auf. In der Vergangenheit sei es mehrfach zu schweren Körperverletzungs- und versuchten Tötungsdelikten gekommen. Die Durchsuchungen sollten der Aufklärung von Vereinsstrukturen und Aktivitäten dienen. Um die Durchsetzung eines Vereinsverbots gehe es nicht.

Die Rockergruppe hat nach Einschätzung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums Verbindungen zur türkischen Regierungspartei AKP und zum Umfeld des Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Die Gruppierung vertrete türkisch-nationalistische und rechtsextremistische Positionen.

(dpa)

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