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Tafel und Kreide ade

Von Kleine Computer sollen Kindern im Unterricht helfen. Das Neue Gymnasium in Rüsselsheim ist eine von drei Schulen in Deutschland, an der seit 100 Tagen erstmals Tablet-PCs eingesetzt werden. Gestern zog man eine erste Bilanz.
Begeistert von der neuen und innovativen Unterrichtsform mit Android-Tablets in der Klasse 7e am Neuen Gymnasium in Rüsselsheim zeigen sich Kiarash Müller, Philip Kleiner, Marija Mitrovic und Marie Rösch (von links nach rechts). Foto: Erlenbach Begeistert von der neuen und innovativen Unterrichtsform mit Android-Tablets in der Klasse 7e am Neuen Gymnasium in Rüsselsheim zeigen sich Kiarash Müller, Philip Kleiner, Marija Mitrovic und Marie Rösch (von links nach rechts). Foto: Erlenbach
Rüsselsheim. 

30 Schüler der Klasse  7e sowie ihre neun Lehrer arbeiten seit Anfang dieses Jahres erfolgreich mit den Tablets „Galaxy Note 10.1“. Zwei weitere hessische Pilotprojekte laufen derzeit in Wiesbaden und Hettstedt. Die neue Unterrichtsform, bei der Lehrer mit den Geräten ihrer Schüler vernetzt sind, stand bei dem gestrigen Treffen von etwa 150 Teilnehmern aus Politik und Schulwesen, darunter auch Hessens Kultusministerin Nicola Beer (FDP), im Fokus.

Mit ihren Tablet-PCs können Lehrer und Schüler Beiträge auf die digitale Tafel übertragen. Eine Nutzungsordnung regelt die Handhabe in den Pausen und zu Hause. Alle Pädagogen wurden eigens für das Projekt geschult. Mit einer speziellen Software kann sich der Lehrer alle Beiträge seiner Schüler auf sein Tablet-Gerät holen.

 

Vorreiter für andere

 

Maja Wechselberger, Schulleiterin des Neuen Gymnasiums in Rüsselsheim, und Thomas Will (SPD), Landrat des Kreises Groß-Gerau, unterstrichen gestern die große Bedeutung des Projekts. Das Neue Gymnasium sei deutschlandweit die innovativste Einrichtung ihrer Art und gehe organisatorisch und pädagogisch „unerschrocken“ neue Wege.

Die Idee zum Unterricht mit Tablet-PCs stamme aus der Schulgemeinde. Schüler erlernten so den Umgang mit der neuen Technik im Alltag, aber auch das Erkennen ihrer Gefahren und Grenzen. Das sei ebenso wichtig wie Sachkenntnis, und es gehe dabei um Weiterbildung und den Erwerb von Qualifikationen. Das Projekt sei eine Erfolgsgeschichte, allen anfänglichen Unkenrufen zum Trotz.

Im Vorfeld sei ein Konzept entwickelt worden, so Medienpädagogin Luise Ludwig. „Wir wollen Kompetenzen durch digitale Medien erreichen.“ Denn sie seien in der Gesellschaft und im Alltag angekommen. Es gehe darum, einen selbstbestimmten Umgang mit Medienkompetenz zu erlernen. Jugendliche verfügten heute bereits in Kinderzimmern über Computer-Vollausstattungen. Ludwig verteufelte nicht die herkömmliche Tafel, Kreide und Bücher. Wichtig sei, dass die Selbstverständlichkeit, mit der zu Hause moderne Geräte genutzt würden, auch im Schulunterricht einzöge.

 

Leichter als Bücher

 

Auch Kultusministerin Nicola Beer betonte in einer Podiumsdiskussion die gesamtgesellschaftliche Dimension digitalen Lernens. Zu Medienkompetenzen gehöre auch das Einschätzen beispielsweise von Urheberrechtsfragen oder von Cyber Mobbing: „Es ist wichtig, solche Themen in den Unterricht zu integrieren.“ Das Kultusministerium verhandele zurzeit mit Schulbuchverlagen, damit digital genutzte Bücher in den Geräten interaktiv würden und weitere Möglichkeiten wie auch Videosequenzen böten. Jugendliche hätten Spaß an der neuen Entwicklung, was eine enorme Motivation zum Lernen bedeute. Zentraler Punkt des Unterrichts müssten trotz aller Technik jedoch Lehrkräfte bleiben. „Sehr komfortabel“, kommentierte der zwölfjährige Kiarash Müller sein Tablet. „Es ist nicht so schwer wie Bücher, darauf ist alles geordnet, ich verliere keine Blätter mehr und kann darauf sogar Klavier, Schlagzeug und Gitarre üben. Bei Filmen vom Chemie- und Sportunterricht können wir unsere Fehler analysieren und über ein Mediacenter unsere Hausaufgaben vergleichen.“

Beschlossen wurde der Nachmittag mit drei Workshops und Praxisbeispielen aus dem Unterricht. Das Pilotprojekt am Neuen Gymnasium dauert noch bis zu den Sommerferien.

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