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Unterricht am Mini-Computer

Schüler mögen Handys und Internet. Ein Tablet-PC im Unterricht kommt ihnen daher wie gerufen. In Rüsselsheim probiert eine Klasse aus, wie das klappt. Ein bislang seltener Versuch an Schulen.
Rüsselsheim. 

Max Neu geht mit dem neuen Tablet PC um, als hätte er den flachen Computer schon immer – und nicht erst seit einer Woche. Der Zwölfjährige malt im Unterricht der Klasse 7b am Neuen Gymnasium Rüsselsheim mit einem speziellen Stift, mit den Fingern drückt er Motive zusammen oder zieht sie auseinander.

Die Technik stellt für die Schüler keine Hürde mehr dar. "Smartphones und iPhones hat doch schon jeder aus unserer Klasse", verrät die gleichaltrige Marija Mitrovic – und zum Beweis fingert Philip Kleiner (13) mit einem Schmunzeln ein teures Handy aus seiner Hosentasche hervor.

Projekttag im Englisch-Unterricht. Die 20 Mädchen und 10 Jungen müssen aus ihrem Englisch-Buch die Geschichte über eine Klassenfahrt zu einem Comic verarbeiten. Max fotografiert mit dem Tablet ein angebissenes Brötchen in Philips Brotdose. Warum? "Das wird eingefügt", sagt er. "In unserem Buch steht, dass die Kinder im Bus frühstücken." Jedes Tablet hat mehrere Apps, derer sich die Schüler bedienen können. Etwas anderes runterladen ist verboten. Lehrer Benjamin Seelisch (33) ist der Projektleiter. Bis zu den Sommerferien kann seine Klasse ausprobieren, ob die von einem Unternehmen gesponserten Tablets zum Unterricht passen – ein Versuch, den es in Schulen so oft nicht gibt. "Ein Tablet ist erst mal ein Werkzeug", erklärt er.

"Es soll keine Inhalte ersetzen. Ein Tablet kann verwendet werden, muss aber nicht. Keine Tablet-Show." Die Ergebnisse werden von der Universität Mainz ausgewertet.

Im Chemie-Unterricht können die Schüler Experimente filmen und als Video speichern. Mit der Kamera des Geräts kann im Sport genau festgehalten werden, ob einer beim Weitsprung den Holzbalken richtig trifft. Die Ergebnisse können die Schüler vom Tablet aus auf einem großen Bildschirm in einer Ecke des hellen Klassenraums zeigen. Lehrer Seelisch kann den Schülern von vorn auf die Finger schauen und feststellen, ob ihnen am Tablet gerade ein Rechtschreibfehler passiert ist.

Was im Raum 203 am Neuen Gymnasium aussieht wie die Schule der Zukunft, sollte nach Meinung von Seelisch überall Wirklichkeit werden. "Die Schüler wachsen mit dieser Technik auf. Sie brauchen sie. Das sollte ein Teil jeder Schule sein." Trotz Tablets und der modernen digitalen Schultafel im Klassenzimmer läuft manches doch vertraut ab. Nach einer Pause kommen die Schüler wieder zurück. Lehrer Seelisch begrüßt sie auf Englisch – und die Schüler antworten ihm im Chor.

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