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Eintracht Frankfurt: Matchwinner Ante Rebic: Ein Zuschauer als Hauptdarsteller

Ante Rebic erzielte in Hannover für die Eintracht den späten Siegtreffer. Vom Trainer gab es dafür nicht nur Lob zu hören.
Ante Rebic zieht ab. Foto: Imago Foto: Jan Huebner (imago sportfotodienst) Ante Rebic zieht ab. Foto: Imago
Hannover. 

Ante Rebic wollte nach dem Spiel nichts sagen. Ein bisschen feiern mit den Teamkollegen und den Fans, dann verschwand der Kroate in der Kabine. Man hätte gerne gewusst, wie bei dem Mann, der in der Schlussminute eines zähen Nachmittages für den Paukenschlag aus Frankfurter Sicht gesorgt hatte, das Befinden war. Aber es gab genug andere, die das Phänomen Ante Rebic erklärten.

Allen voran Niko Kovac. Der Eintracht-Trainer hat zu Rebic eine besondere Beziehung. Die beiden sind Landsleute, Kovac hat Rebic als Nationaltrainer ins kroatische A-Team geholt und 2014 zur Weltmeisterschaft nach Brasilien mitgenommen. Er kennt seine Stärken und vor allem seine Schwächen. „Manchmal macht er wahnsinnige Dinge, dann bringt er einen wieder zum Wahnsinn“, hatte Kovac einmal in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“ gesagt. Zuweilen liefen die Kiebitze beim Training mehr als Rebic.

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Ganz ähnlich hörte sich der Trainer bei seiner Analyse in Hannover an. Dass der Angreifer ganz am Schluss noch auf dem Platz stand, verdankte er nicht seiner Leistung sondern einem „Bauchgefühl“ seines Vorgesetzten. „Ich hatte überlegt, ihn rauszunehmen“, gab Kovac zu. Der kurzzeitige Plan war, einen Defensivmann zu bringen, um das 1:1 und damit einen Punkt zu sichern: „Wir haben uns dagegen entschieden, das war die richtige Entscheidung. Das Tor war gut. Aber über 90 Minuten muss er das besser machen.“

Mit der Leistung seines Angreifers sei er nur zum Teil zufrieden, fuhr Kovac fort: „Er muss in gewissen Spielphasen mehr Präsenz zeigen.“ An die anwesenden Journalisten gewandt, brachte der Frankfurter Coach seine Kritik ziemlich griffig auf den Punkt: „Er muss mehr dabei sein. Und nicht wie Sie oder ich nur zuschauen.“ Kovac hörte sich an wie ein Vater, der bisweilen an seinem Sohn, den er eigentlich für einen guten Jungen hält, verzweifelt: „Ich weiß, dass ich ihn ab und zu piksen muss. Ich erwarte nur, dass er das zeigt, was er kann. Und dann kann er zu den Top Zehn auf seiner Position in er Bundesliga werden.“

Fredi Bobic, selbst ehemaliger Top-Stürmer, formulierte seine Sicht der Dinge etwas sanfter: „Ante tut es gut, dass er jetzt das, was wir letztes Jahr bemängelt haben, die Effizienz, besser macht. Nach hinten muss er noch ein bisschen lernen, aber er wird ja fürs Toreschießen bezahlt“, sagte der Frankfurter Sportvorstand.

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Für Rebic war es das dritte Tor in Serie, nachdem er bereits in Leipzig und gegen Stuttgart getroffen hatte. Der Kroate hat jetzt schon eines mehr auf dem Konto als während der gesamten letzten Saison. Die Eintracht hatte den Stürmer vom AC Florenz ausgeliehen. Zu einer festen Verpflichtung kam es im Frühjahr dann nicht. Zu teuer, zu unstet, lautete die Gesamtbeurteilung. Wie bei seinem ersten Anlauf in Deutschland, beim damaligen Zweitligisten RB Leipzig.

Und nun ist er wieder auf Leihbasis in Frankfurt. Weil man in Florenz nicht auf ihn setzt, und weil die Eintracht vor der neuen Saison kurzfristig noch einen schnellen Außenspieler suchte. Die Denkpause habe Rebic gut getan, hat Niko Kovac schon ein paar Mal gesagt. Seine zweite Zeit in Frankfurt ist in gleich mehrfacher Hinsicht ein Neuanfang. Er habe alles verloren, offenbarte Rebic in einem „Bild“-Interview: seine Trikotnummer an Kevin-Prince Boateng, seine Wohnung an Luka Jovic, den alten Spind an seinen neuen Sturmpartner Sébastien Haller und den Platz im Mannschaftsbus an Jetro Willems. Gefunden hat er eine bislang nicht von ihm gewohnte Treffsicherheit. Ständiges Piksen kann eine heilsame Wirkung haben.

(rich)
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