Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Eintracht Frankfurt: Mit frischen Kräften gegen Köln

Von Neue Spieler und auch eine neue Taktik? Eintracht-Trainer Kovac gibt sich selbstkritisch. Differenzen mit Sportdirektor Hübner gebe es aber nicht. Mit einer leicht veränderten Mannschaft will das Team heute in Köln punkten.
Luka Jovic (rechts), hier beim Torjubel mit Timothy Chandler, gehörte zu den positiven Überraschungen beim Spiel gegen Augsburg. Vielleicht kann er heute auch in Köln seine Fähigkeiten beweisen. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Luka Jovic (rechts), hier beim Torjubel mit Timothy Chandler, gehörte zu den positiven Überraschungen beim Spiel gegen Augsburg. Vielleicht kann er heute auch in Köln seine Fähigkeiten beweisen.
Frankfurt. 

Lesen bildet. Und Niko Kovac entspannt vom Stress in der Fußball-Bundesliga, indem er in anspruchsvollen Zeitschriften liest. Neulich ist der Trainer der Frankfurter Eintracht auf einen Artikel gestoßen, in dem es um Mechanismen der Entscheidungsfindung ging. Die einen halten sich an Statistiken, die anderen handeln aus dem Bauch heraus. Statistik – das ist vor dem Auswärtsspiel heute Abend (18.30 Uhr) beim 1. FC Köln ein ganz schwieriges Thema. Denn die ist aus Frankfurter Sicht deprimierend. „Was war, ist vorbei. Die alten Geschichten sind für mich nicht wichtig“, sagt Kovac kämpferisch.

Und doch lohnt es sich, an ein paar davon zu erinnern. Der letzte Frankfurter Sieg am Rhein datiert vom 7. Mai 1994. Acht der letzten elf Duelle in Köln gewannen die Gastgeber. Für die Eintracht traf in den letzten fünf Gastspielen in Köln nur Alexander Meier (dreimal). Und der steht momentan aus gesundheitlichen Gründen nicht einmal im Kader.

Gerne gesehener Gast

Hinzu kommt: Die Kölner sind als einziger Club der Liga noch ohne Punktgewinn und Tabellenletzter. In solchen Fällen war die Frankfurter Eintracht früher immer ein gerne gesehener Gast und Punktelieferant in der Fremde. Kovac will mit dieser Vergangenheit aufräumen und die Unruhe, die am Rhein wegen der sportlichen Misere, aber auch wegen der „Videobeweis-Affäre“ (lesen Sie dazu auch unseren gesonderten Bericht) herrscht, ausnutzen: „Die Erwartungshaltung in Köln ist aufgrund der letzten Saison groß.“ Außerdem habe der FC eine englische Woche mehr in den Beinen als seine Mannschaft: „Das könnte ein Vorteil für uns sein. Unsere Überlegung geht dahin, dass wir frische Kräfte bringen“, sagt der Frankfurter Coach, der ein Freund der Rotation ist. Ob Branimir Hrgota dazu gehört, den Sportdirektor Bruno Hübner öffentlich ins Gespräch gebracht hat, ist fraglich. „Mich überrascht, dass Bruno das gesagt hat“, sagte Kovac lächelnd, „da warten wir mal ab.“

Köln verzichtet auf Protest – und ist zum Siegen ...

Die Wut war groß beim 1. FC Köln, die Kritik am Video-Assistenten deutlich, der Protest fest eingeplant – doch am Dienstagvormittag verzog sich dieser Rauch.

clearing

Kovac weiß auch: „Angeschlagene Gegner sind gefährlich.“ Er wird über die eigene Taktik deshalb intensiv nachgedacht haben. Die Pleite gegen Augsburg war ein Stück weit auch hausgemacht, ließ der Frankfurter Trainer gestern durchblicken: „Eine Viererkette in der Abwehr wäre vielleicht besser gewesen.“ Mit drei zentralen Abwehrspielern gegen einen gegnerischen Stürmer habe man Qualität nach vorne verloren.

Auch Hübner hatte sich am Sonntag kritisch über Aufstellung und Taktik gegen Augsburg geäußert. Meinungsverschiedenheiten mit dem Sportdirektor gebe es aber nicht, betont Kovac. „Das war keine Kritik an meiner Person. Bruno hat im Grunde nur wiedergegeben, was ich morgens mit meinem Trainerteam besprochen habe.“ Vier Punkte aus vier Spielen – man sich mehr erwartet, gibt Kovac zu. Zwei, drei Punkte liege die Eintracht hinter diesen Erwartungen zurück: „Wir sehen das nicht zu kritisch, aber auch nicht zu entspannt.

Qual der Wahl

Personell hat der Trainer erneut die „Qual der Wahl“, eine Konsequenz aus der Größe des Kaders: „Alle trainieren und sie trainieren gut“, lobt er seine Mannschaft. Chancen auf einen Einsatz von Beginn an haben Ante Rebic und Luka Jovic, der gegen Augsburg getroffen hat. Makoto Hasebe könnte für Simon Falette zurück in die Abwehrkette rücken. Dort war er zuletzt am wertvollsten für die Eintracht. Gelson Fernandes könnte dann sein Comeback auf der Sechser-Position feiern.

Am teuersten Neuzugang Sébastien Haller hält Kovac trotz Torflaute fest. „Ich bewerte nicht, was jemand gekostet hat. Ich sehe, was er auf dem Platz macht. Ein Stürmer seines Kalibers wird treffen. Meine Rückendeckung hat er“, betont der Chefcoach.

Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse