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Eintracht Frankfurt: Warum Omar Mascarell bei der Eintracht so schmerzlich vermisst wird

Von Immerhin darf er schon wieder über den Trainingsplatz laufen. Nach seiner Achillessehnen-OP arbeitet Omar Mascarell daran, im Januar wieder voll einsatzbereit zu sein.
Blickt schon wieder recht hoffnungsfroh in die Zukunft: Omar Mascarell, der bei seinen Laufrunden im Frankfurter Herbst lieber ein Halstuch trägt. Foto: Jan Huebner (Jan Huebner) Blickt schon wieder recht hoffnungsfroh in die Zukunft: Omar Mascarell, der bei seinen Laufrunden im Frankfurter Herbst lieber ein Halstuch trägt.
Frankfurt. 

Fast schien sich mitten im Überschwang eines sonst glückseligen Dienstagabends bei Fredi Bobic eine Spur schlechten Gewissens einzuschleichen. „Jetzt ist während dem Spiel auch noch Omar Mascarell ausgefallen, der für mich ein persönlicher Held ist, weil er seit Wochen mit Spritzen spielt. Wir wollten ihm eigentlich nach dem Spiel eine Pause geben, jetzt hat er sie sich genommen“, rekapitulierte der Sportvorstand der Frankfurter Eintracht seinerzeit im Bauch der Mönchengladbacher Arena. „Ohne Spritzen kann er gar nicht mehr spielen“, sagte er, und räumte ein: „Das war schon an der Kante, was wir mit ihm gemacht haben.“ Für die Eintracht war dieser 25. April ein Feiertag, weil ihr in einem Thriller um die Teilnahme am DFB-Pokalfinale nach dem Ausschießen vom Elfmeterpunkt ein Happy End zuteil geworden war. Für Omar Mascarell indes mischte sich ein Wermutstropfen in die Freude – einer, der später noch dicker wurde.

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Die Pause, von der Bobic sprach, dauert bis heute an, und sie wird wohl auch noch bis Januar dauern. Seit dem Besuch am Niederrhein hat der spanische Mittelfeldspieler nicht mehr auf dem Fußballplatz stehen können, zumindest nicht mit dem Ball am Fuß. Dabei war der 24-Jährige bis dahin im Grunde unverzichtbar bei der Eintracht – und lief auch deshalb trotz ständiger Schmerzen an der rechten Achillessehne Woche für Woche wieder auf. Bis zur 59. Minute im Pokal-Halbfinale, als nichts mehr ging.

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Gut fünf Monate später ist von diesen Schmerzen nichts mehr zu spüren. Seit dieser Woche darf Mascarell immerhin auch wieder über die Rasenplätze vor dem Frankfurter Stadion joggen. Aber es liegt schon ein weiter Weg hinter ihm, und ein Umweg war auch dabei. „Wir haben es erst ohne Operation versucht, aber das war nicht gut“, berichtete er gestern. Am 12. Juli musste der Eingriff dann doch dann vorgenommen werden, bei einem Spezialisten in Basel. Eine Menge Zeit war verloren, über die geänderte Entscheidung ist Mascarell aber froh. „Das war völlig richtig“, meint er im Nachhinein. Jetzt, erklärt er auf Englisch, sei er „happy“, nach abermals zweieinhalb Monaten in der Reha nun wenigstens wieder an der frischen Luft zu laufen – wie am Donnerstag, gemeinsam mit Athletik-Trainer Markus Murrer, im kalten Frankfurter Herbst. Da stört auch der einsetzende Regen nicht. „Ich fühle mich total wohl, es geht jeden Tag besser, Schritt für Schritt“, strahlt er nach der halbstündigen Laufrunde.

Qualen auf der Tribüne

Qualen erlebt Mascarell in diesen Wochen eigentlich nur noch an Spieltagen. Zuschauen zu müssen, der Mannschaft nicht helfen zu können, sei hart, klagt er. Der Saisonstart sei zwar gut gewesen, mit zehn Punkten aus sieben Spielen und dem achten Tabellenplatz. Und trotzdem leidet er bei jeder Partie mit, auswärts vor dem Fernseher, bei Heimspielen im Stadion. „Mein Platz ist auf dem Feld und nicht auf der Tribüne“, sagt Mascarell.

Das wird auch Niko Kovac so sehen. Der Trainer hat seinen Abräumer nicht nur im Endspurt der vergangenen Bundesliga-Saison und im verlorenen Pokalfinale gegen Borussia Dortmund schmerzlich vermisst. Auch in den bisweilen mühevollen Begegnungen seit dem Neustart hätte die Nummer 39 der Eintracht gewiss gut getan. Als er unlängst nach dem 1:0 beim 1. FC Köln auf das Fehlen von Marco Fabian, der ebenfalls die ganze Hinrunde verpasst, angesprochen wurde, erinnerte Kovac in seiner Antwort an Mascarell: „Er ist auch einer, der viel Präsenz gezeigt, Verantwortung übernommen und die Bälle verteilt hat.“ Das sei eben sein Job, kommentiert das Omar Mascarell, nicht ohne bescheiden anzufügen: „Wir haben viele sehr gute Spieler, die das auch können.“

Keine Angst um die Karriere

Auf seine Fähigkeiten wird Kovac erst in der Rückrunde wieder setzen können. Bis dahin wieder einsatzbereit zu sein, das ist Mascarells Ziel. Angst, dass die komplizierte Verletzung seine ganze Karriere gefährden könnte, hat er nicht gehabt. „Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Es ist jetzt perfekt“, erklärt er. Bis auf eine lange Narbe ist nichts zurückgeblieben. In drei Wochen hat er noch einmal einen Termin in Basel. Dann wird gecheckt, ob er schon bald übungshalber wieder mit den Kollegen an den Ball kann.

Ein Gutes immerhin hat die Zwangspause für die Eintracht auch. Dem Vernehmen nach stand Mascarell kurz vor einem Wechsel zu 1899 Hoffenheim – ehe er doch unters Messers musste. Das Interesse aus dem Kraichgau bestätigt Mascarell, den die Eintracht im Sommer 2016 aus der zweiten Reihe der weit gestreuten Verpflichtungen von Real Madrid kaufte und für den sich der Champions-League-Sieger eine Rückkaufoption sicherte. Viel mehr zu Hoffenheim will er nicht sagen, betont nur: „Ich hatte in der letzten Saison hier die beste meiner Karriere, die Eintracht hat mir diese Möglichkeit gegeben.“ Eines immerhin bleibt Omar Mascarelll mit seiner Leidensgeschichte auch erspart: In der vorigen Runde sammelte er unrühmliche 13 Gelbe Karten. „So viele“, lacht er, „werden es diesmal nicht mehr“.

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