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Eintracht Frankfurt: Warum die Eintracht an ihrer Abwehr arbeiten muss

Von Falette ist gesperrt, Abraham radelt nur: Die Abwehrbesetzung ist bei Eintracht Frankfurt zum Rückrundenstart ein Thema, zum Sommer hin auch.
Hand drauf: Marco Russ (links) und Makoto Hasebe sind abwehrbereit. Foto: Roskaritz /Eibner-Pressefoto (imago sportfotodienst) Hand drauf: Marco Russ (links) und Makoto Hasebe sind abwehrbereit.
Frankfurt. 

In der Bar der kleinen Arena von San Pedro del Pinatar lag eine Ausgabe der „Marca“ auf der Theke. Eine Schlagzeile in der in Sachen Real Madrid bestens informierten spanischen Sporttageszeitung war besonders interessant für die Besucher, die am Samstag wegen des Testspiels der Frankfurter Eintracht gegen Erzgebirge Aue in das Städtchen an der Costa Blanca gekommen waren – schließlich widmete sie sich einem alten Bekannten. „Vallejo, die Mauer“, stand da geschrieben, über einem Artikel, der sich den gerade ein klein wenig besseren Einsatzchancen des hochbegabten Verteidigers bei den Königlichen widmete, nun, da ihr Welt- und Europameister Sergio Ramos verletzt fehlt.

In Frankfurt, wo so mancher Jesus Vallejo immer noch hinterhertrauert, würde es natürlich ungleich mehr Gelegenheiten für praktische Erfahrungen geben. Stets wiederkehrende Spekulationen über eine Erneuerung der Ausleihe aus der vorigen Saison aber sind kaum darstellbar, so oder so: Der 21-Jährige will sich in Reals Weltauswahl durchbeißen. „Jesus ist natürlich ein guter Spieler“, meinte Niko Kovac, als der Test gegen den Zweitligisten Aue mit 3:1 gewonnen war. „Aber wir haben auch jetzt eine gute Mannschaft.“ Für die Verteidigungsfragen zum Bundesliga-Rückrundenstart morgen Nachmittag gegen den SC Freiburg muss der Trainer ohnehin andere Lösungen finden.

Russ in der Dreierreihe

Der Fokus richtet sich bei der Eintracht auf die letzte Reihe, kurz- und langfristig. Zum Wiederbeginn in der ersten Klasse des deutschen Fußballs fehlt Simon Falette wegen einer Gelbsperre, und bei Abwehrchef David Abraham sieht es auch schlecht aus – obwohl Bruno Hübner, Sportdirektor und Berufsoptimist, die Hoffnung im Fall des Vize-Kapitäns noch nicht ganz aufgeben hat. An diesem Freitag dürfte es einen Härtetest geben, ob nicht doch etwas geht. Heilungsfortschritte gebe es, berichtet Hübner. Noch immer aber bereitet das Hämatom an der Wade Probleme, das sich Abraham beim Auswärtssieg in Hamburg am 12. Dezember zugezogen hatte. Seitdem strampelte er nur auf dem Ergometer, während die Kollegen am Ball waren.

„Er ist ja geradelt, und er ist einer, der über den Willen kommt“, macht sich Hübner keine allzu großen Sorgen über einen etwaigen Formverlust. Besonders wahrscheinlich ist Abrahams Einsatz freilich nicht. Da stehen die Chancen bei Ante Rebic, dem ebenso wichtigen Stürmer, noch etwas besser: Ihn plagt eine Erkältung seit den letzten Tagen in Spanien, immerhin keine Grippe. Wie die Abwehr wiederum ohne Abraham – und Falette – aussehen könnte, war vor der Abreise auch zu beobachten: Gegen Aue vervollständigten neben Carlos Salcedo die routinierten Makoto Hasebe und Marco Russ die Dreierreihe.

Planungen für den Sommer

So flott wie Abraham sind beide gewiss nicht, sein Ausfall wäre eine Schwächung. Mit viel Erfahrung und noch mehr Kampfgeist aber macht der 32-jährige Russ manches wett. Das war schon beim erfolgreichen Pokaleinsatz in Heidenheim kurz vor Weihnachten zu sehen. Im Trainingslager wie im Test gegen Aue zeigte er sich nicht nur in guter körperlicher Verfassung, sondern auch immer konzentriert und mit dem Willen, etwas zu bewegen. „Er hat das richtig gut gemacht“, sagt Hübner über Russ. „Und über Hasebe brauchen wir gar nicht zu reden.“ Japans Kapitän, bald 34, wirkte, als seien die leidigen Knieprobleme endlich verwunden, die ihn in der Hinrunde immer wieder bremsten. „In guter Verfassung ist er ein absoluter Leistungsträger“, betont der Sportdirektor.

Wird Abraham wieder fit, könnte Kovac seine Abwehr in der ursprünglich wohl geplanten Erstbesetzung aufbieten – eben mit Hasebe, Abraham und Salcedo, dem mexikanischen Nationalspieler, der nach seiner Schulterverletzung etwas Anlaufzeit brauchte, aber inzwischen eine feste Kraft geworden ist. Gut möglich, dass die Kaufoption in dem Salcedo-Leihvertrag gezogen wird, das deutete Hübner in Spanien an. Dort sagte er in Bezug auf die Kaderplanung auch: „Die Innenverteidigung ist sicher die Position, über die wir am meisten nachdenken.“ Das galt für den sommerlichen Transfermarkt. Die Überlegung, einen Wechsel in den Winter vorzuziehen, hat man aber auch immer im Hinterkopf. Gut möglich, dass Kompetenzen im Spielaufbau im Stellenprofil stehen: Da schließlich gibt es in der aktuellen Abwehr bei aller Zweikampfstärke die größten Defizite, bei Falette und Salcedo vor allem. Fürs Erste sollte Hasebe schon helfen können, mit Ruhe und Übersicht. „Er tut uns auch stilistisch gut“, umschrieb das Bruno Hübner. Über Jesus Vallejo hätte man im vergangenen Jahr gleiches sagen können.

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