Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... 8°C

Eintracht Frankfurt: Willems, Boateng, Wolf: Warum diese Spieler der Eintracht so gut tun

Von Ein „Joker“, ein Anführer und eine Überraschung: Eintracht-Trainer Niko Kovac kann momentan aus dem Vollen schöpfen.
Ein „Joker“, der gegen den VfB Stuttgart und in Hannover für frischen Wind sorgte: Jetro Willems (vorne). Foto: nordphoto / Ewert (imago sportfotodienst) Ein „Joker“, der gegen den VfB Stuttgart und in Hannover für frischen Wind sorgte: Jetro Willems (vorne).
Frankfurt. 

Sébastien Haller und Ante Rebic gehörten am Wochenende die Schlagzeilen. Die beiden Stürmer hatten mit ihren Treffern den 2:1-Sieg der Frankfurter Eintracht bei Hannover 96 perfekt gemacht. Haller schaffte es sogar in die „Elf des Tages“ beim Fachmagazin „kicker“, Rebic durfte sich über Lob und Kritik seines Trainers Niko Kovac freuen und wundern.

Doch es gab noch ganz andere Frankfurter, die maßgeblich am Sieg in Hannover und der deutlich verbesserten spielerischen Leistung beteiligt waren. Jetro Willems, Kevin-Prince Boateng und Marius Wolf hatten die Eintracht bei den Niedersachsen mit ganz unterschiedlichen fußballerischen Ansätzen auf eine höhere Stufe gehoben.

 

  Der Joker: Jetro Willems

Jetro Willems war in der Pause für den enttäuschenden Taleb Tawatha eingewechselt worden. Es war ein Zeichen des Trainers für mehr Mut, denn der Holländer interpretiert die Verteidigerrolle ganz anders als sein Kollege, weniger abwehrend, mehr angreifend.

Wie schon gegen Stuttgart brachte der 23 Jahre alte Willems nicht nur Ruhe ins Spiel, sondern auch Ideenreichtum. In erster Linie ist es seine Sicherheit am Ball, die die Eintracht nun zweimal in Folge entscheidend vorangebracht hat.

Schwer vom Ball zu trennen: Kevin-Prince Boateng (links). Bild-Zoom Foto: Jan Huebner (Jan Huebner)
Schwer vom Ball zu trennen: Kevin-Prince Boateng (links).

Für die Rolle des „Top-Jokers“ ist der Sechs-Millionen-Euro-Einkauf vom PSV Eindhoven aber eigentlich zu schade. „Ich habe hier schon verschiedene Namen bekommen, mal heißt es Maschine, mal Joker“, sagt der Mann mit dem Modelkörper lachend, „das Wichtigste aber ist, dass wir gewonnen haben.“ In der Bundesliga gehe es so eng zu, dass jeder Punkt wichtig werden könnte.

Willems hat damit die Sprachregelung des Trainers schon verinnerlicht. Aber natürlich will er mehr, als nur von der Bank zu kommen. Doch Niko Kovac hat Bedenken in Bezug auf die Defensivarbeit von Willems. Der stellt diese gar nicht in Abrede. „Ich kann aber viel für die Offensive bringen, ich kann Chancen kreieren“, sagt er. In Hannover hatte er sich selbst eine Chance mit zwei kurzen Finten erarbeitet. Doch dann lag der Ball auf dem rechten Fuß. Der ist gut bei Willems, aber nicht so gut wie der linke. Der Schuss jedenfalls flog ins Niemandsland, das erste Bundesligator war verpasst. Nun freut er sich aufs Heimspiel gegen Dortmund. „Das ist schon aufregend“, gibt er zu, „es wird mein erstes Topspiel in der Bundesliga.“

 

  Der Anführer: Kevin-Prince Boateng

Es war ein regelrechter Hype ausgebrochen, als die Eintracht kurz vor dem Saisonstart Kevin-Prince Boateng aus dem beschaulichen Gran Canaria ins aufgeregte Frankfurt geholt hatte. Einen Star wie Boateng hatten sie am Main schon lange nicht mehr. Und „KPB“ hatte auch gleich geliefert, in Mönchengladbach das Siegtor erzielt. Danach war es ruhiger geworden um den 30 Jahre alten in Berlin geborenen Ghanaer. Die sportlichen Schlagzeilen hatten zuletzt anderen gehört. Hinter den Kulissen freilich steht Boateng noch immer im Mittelpunkt. Es gab und gibt unzählige Interview-Anfragen, weil er ein Fußballer ist, der über den Tellerrand hinausschaut, der sich nicht den Mund verbieten lässt und meinungsstark ist. Gerade erst hat er im „Focus“ den Videobeweis gegen krakeelende Rassisten in den Stadien gefordert.

Er steckte den Ball vor dem 1:0 zu Haller durch: Marius Wolf. Bild-Zoom Foto: Jan Huebner (Jan Huebner)
Er steckte den Ball vor dem 1:0 zu Haller durch: Marius Wolf.

Beim Spiel in Hannover hat Boateng nun wieder einmal auf dem Platz seine Bedeutung unterstrichen. Sicher, er läuft nicht so viel wie einige andere, meist „nur“ etwas mehr als neun Kilometer, er hat auch nicht übermäßig viele Ballkontakte. Aber, und das ist für das zuletzt eher holprige Spiel der Eintracht besonders wichtig: Wenn er den Ball hat, kommt meist etwas Sinnvolles dabei heraus. Boateng hat als Stürmer bei der Eintracht begonnen, hat einige Male hinter den Spitzen gespielt, in Hannover dann vor der Abwehr. Das war kein Risiko, denn mit seiner Ballsicherheit kann er mögliche Geschwindigkeitsdefizite ausgleichen. „Er hat es gut gemacht“, hat der Trainer gelobt. Und damit untertrieben. Boateng war der Anführer der Eintracht beim dritten Auswärtssieg. So ganz „nebenbei“ hat er auch das Führungstor eingeleitet.

 

  Der Überraschende: Marius Wolf

Nicht viele hatten Marius Wolf vor der Saison auf dem Zettel. Und nicht wenige waren überrascht, als die Eintracht ihn noch ein weiteres Jahr von Hannover 96 ausgeliehen hat. Nun hat er beim Spiel in Hannover unter Beweis gestellt, dass dies keine so ganz schlechte Entscheidung war. Auch wenn die Frage nach der Position für Wolf noch immer nicht beantwortet ist. Aber womöglich ist es ja gerade diese Vielseitigkeit, die der Trainer an ihm so schätzt. In Frankfurt hat Wolf schon rechter Verteidiger gespielt, bei 1860 München hatte er Außenstürmer gelernt, in Hannover war es nun eine offensive Mittelfeldrolle. „Mit ist egal, wo ich spiele, Hauptsache ich spiele“, sagt er.

Bilderstrecke 2:1 in Hannover: Rebic schießt die Eintracht ins Glück
Die Eintracht hat dank der Tore von Sebastien Haller und Ante Rebic 2:1 in Hannover gewonnen. So haben die Frankfurter den Sieg bejubelt.

Gegen den ehemaligen Arbeitgeber hat er ganz unerwartete Qualitäten gezeigt. Das 1:0 der Eintracht hat er mit einem feinen Pass auf Sébastien Haller vorbereitet. „Der Trainer hat gesagt, wir sollten nach Ballgewinnen sofort nach vorne spielen“, erzählt er, „deshalb habe ich den Ball gleich durchgesteckt.“ Das war eine richtige Entscheidung.

Gleich nach der Halbzeit hätte er beinahe noch selbst getroffen. Mit einer schnellen Körperdrehung war er am Gegner vorbeigekommen, hatte dann mit links abgezogen. Nur eine Glanzparade von Torwart Philipp Tschauner hatte den Treffer verhindert. „Schade, das wäre das i-Tüpfelchen gewesen“, sagte er später, „aber der Sieg gegen die alten Kollegen war auch so schon etwas Besonderes.“

Mehr aus Eintracht Frankfurt

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse