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Frankfurt Skyliners: Wird Isaac Bonga der jüngste Deutsche in der NBA?

Von Isaac Bonga ist 17 Jahre alt, 2,03 Meter groß und das wohl größte Basketball-Talent in der Club-Geschichte der Skyliners. Sein Vertrag in Frankfurt läuft bis 2020 – doch er könnte schon im Sommer 2018 weg sein.
Rückt in dieser Saison erstmals richtig in den Fokus bei den Skyliners: Isaac Bonga (links). Foto: Fotograf Peter Kolb (imago sportfotodienst) Rückt in dieser Saison erstmals richtig in den Fokus bei den Skyliners: Isaac Bonga (links).
Frankfurt. 

Dennis Schröder war 19, Dirk Nowitzki 20. Den beiden Superstars gelang schon in jungen Jahren der Sprung über den großen Teich in die NBA. Im kommenden Sommer nun könnte sie ein Frankfurter unterbieten und als jüngster deutscher Basketballer den Wechsel in die US-Profiliga schaffen. Isaac Bonga hat sich entschieden, das Abenteuer zu wagen – falls ein Angebot aus der NBA kommt. „Ja, ich würde es annehmen. Ich habe das mit meinem Agenten besprochen“, sagt der Youngster, der am 8. November 18 Jahre alt wird.

Bonga kam im Juni 2016 von der SG Lützel-Post Koblenz zu den Fraport Skyliners und unterschrieb bei den Hessen einen Vertrag bis 2020 – mit Ausstiegsklausel für die NBA. Sein Club hofft inständig darauf, dass der Hochveranlagte mindestens bis Sommer 2019 in Frankfurt bleibt. Das scheint rein sportlich gesehen auch sinnvoll. Denn Bonga besitzt derzeit noch bei weitem kein NBA-Niveau. Er muss sich erst einmal in der Bundesliga behaupten. Doch der 2,03-Meter-Schlaks mit dem geschmeidigen Bewegungsablauf lernt schnell. Sehr schnell.

Schon immer besaß er eine gute Übersicht, große Abgeklärtheit und erstaunliche Antizipation. In diesem Sommer hat er nun auch Gewicht zugelegt und seinen Wurf verbessert, was am Freitagabend beim Bundesliga-Auftaktsieg der Skyliners in Jena sichtbar wurde. Bonga steuerte zehn Punkte zum 82:70-Erfolg bei, darunter seine ersten beiden Drei-Punkte-Würfe. Sollte seine Entwicklung derart rasant weitergehen, will er im Sommer 2018 in den USA am sogenannten „Draft“ teilnehmen. Bei dieser Talente-Sichtung wählen die NBA-Clubs ihre Spieler aus und nehmen sie unter Vertrag. „2018 kann mein Draft-Jahr sein. Noch ist das aber nicht sicher“, sagt Bonga.

Wasserträger für Kollegen

Er weiß: Sollte er zu früh in die NBA wechseln und dort nicht überzeugen, kann er schnell weg vom Fenster sein. Er könnte sich seine Zukunft in den USA verbauen. Deshalb ist er vorsichtig und wird sich den Schritt gut überlegen.

Doch die Verlockung ist groß. Bonga kommt aus einfachen Verhältnissen. Seine Eltern wanderten aus dem Kongo nach Deutschland aus, hatten wenig Geld. Sollte er beim Draft in vorderer Position ausgewählt werden, ist ihm sofort eine Millionen-Jahresgage im vermutlich hohen einstelligen Bereich sicher. Eine Menge Geld.

Bongas Potenzial scheint grenzenlos. Der U 19-Nationalspieler ist nicht nur der jüngste Point Guard der Liga, sondern mit 2,03 Metern auch der längste. Üblicherweise fehlt Spielern mit dieser Körpergröße die Beweglichkeit und Schnelligkeit für die Rolle des Aufbauspielers. Bonga gelingt dieser Spagat. Und dadurch bringt er den Skyliners auch Vorteile in der Verteidigung: Er kann größere Gegenspieler verteidigen, Würfe blocken und Rebounds holen.

Am Dienstag gegen Göttingen

Noch ist er bei den Skyliners das Küken und muss entsprechende Dinge abseits des Platzes erledigen: Etwa für die Teamkollegen den Wasserkasten tragen. Bonga, in Neuwied in Rheinland-Pfalz geboren, hat damit keine Probleme. „Ich mache das gerne. Das Team nimmt mich gut auf.“ Unter Trainer Gordon Herbert ist er vorerst die Nummer zwei auf der Spielmacher-Position hinter Tai Webster. Bonga will möglichst bald die Nummer eins sein. „Ich werde mir den Startplatz mit harter Arbeit erarbeiten.“ Als Kampfansage an den Teamkollegen Webster will er das freilich nicht verstanden wissen. Er versteht sich sehr gut mit dem 22-Jährigen. „Tai ist ein richtig guter Typ. Er ist noch jung, hilft mir viel und gibt mir Tipps“, sagt Bonga.

Ein enges Vertrauensverhältnis hat er auch zu seiner Familie mit dem älteren Bruder Tarsis. Der 20-Jährige spielt bei der zweiten Mannschaft von Fortuna Düsseldorf in der Regionalliga West – im Fußball. Taris ist „nur“ 1,96 Meter groß. Ein klassischer Mittelstürmer.

An diesem Dienstag (15 Uhr) nun steht das erste Saison-Heimspiel mit den Skyliners in der Bundesliga gegen BG Göttingen an. Die Niedersachsen haben ihre Auftaktpartie gegen Oldenburg mit 85:93 verloren. Und Bonga wird alles daran setzen, dass die Skyliners den zweiten Sieg einfahren.

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